Ouchterlony Doppelimmundiffusion

Ouchterlony Doppelimmundiffusion ist ein einfaches und bewährtes Verfahren für den Nachweis von speziellen Antigenen (ENAs). Die Methode wurde nach ihrem Erfinder Örjan Ouchterlony benannt.

Vorgehen

In einem Körper aus Agargel werden mehrere Löcher platziert. Ein Extrakt menschlicher Zellen, welches aus Mandelgewebe gewonnen wurde, wird in das zentral gelegene Loch pipettiert. Dieser Extrakt enthält dabei eine Mischung aus natürlichen menschlichen Antigenen, welche gesucht sind. Danach wird Blutserum des Patienten in die äußeren Löcher gegeben, anschließend ruht der Versuchsträger 48 Stunden. In dieser Zeit wandern die Antigene aus dem mittleren Loch mit dem Extrakt nach Außen, gleichzeitig bewegen sich die Antikörper aus den Löchern mit dem Blutserum zur Mitte hin. Wenn sich die beiden Stoffe in der Mitte treffen, kommt es, sofern sich denn Antikörper im Blut befanden, die auf die Antigene passen, zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion und bilden einen Immunkomplex. Dieser Immunkomplex wird dann als feine weiße Linie (Präzipitationslinie) im Gel sichtbar. Sofern man mehr als ein Loch benutzt hat, sind zahlreiche Ergebnisse möglich, je nachdem, wie Antigene und Antikörper reagieren. Ein Antigen-Antikörper Gleichgewicht wird an einer ringförmigen Niederschlagslinie sichtbar.

Theorie

Niederschläge, also das Sichtbarwerden der Komplexe, finden bei vielen Antigenen statt, weil das Antigen an viele verschiedene Antikörper binden kann. Antikörper haben mindestens zwei Antigen Kontaktstellen (Antigen-Bindungs-Region), deshalb bilden sich teilweise große Verbindungsgewebe aus Antigenen und Antikörpern. Gibt man versuchsweise eine größere Menge an Antigenen zu einer konstant bleibenden Menge von Antikörpern, sind anfangs, bei geringer Antigenkonzentration, sämtliche Antigene im Niederschlag gebunden. Diese Phase wird Antikörper-Überschuss-Phase genannt. Steigt schließlich die Antigenkonzentrations weiter, werden immer mehr Antigene gebunden, bis schließlich das Verhältnis ausgeglichen ist (Ausgleichsphase). Übersteigt dann die Menge der Antigene die Antikörper, wird der Niederschlag wieder abnehmen (Antigen-Überschuss-Phase).

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