Profundal

Als Profundal wird in der Ökologie der Lebensraum der Tiefenzone (lat. profundus, tiefgründig) von stehenden Gewässern bezeichnet. Das Profundal meint dabei jedoch nur das Sediment und die nahe darüber stehende Wasserschicht.
Unterschieden wird es vom darüber liegenden Litoral, der durchlichteten Bodenzone. Die Grenze zwischen Profundal und Litoral wird in der Kompensationsebene beschrieben, die für die Tiefe angenommen wird, in die noch 1 Prozent der photosynthetisch aktiven Strahlung (PAR) gelangen.

Wichtige einflussnehmende Faktoren auf die Lebensgemeinschaft im Profundal sind Licht, Temperatur, Wasserbewegung und Sauerstoffsättigung des Wassers.

Einflussfaktor Licht

Ins Profundal gelangt nur sehr wenig Licht (weniger als 1 Prozent PAR), so dass keine gewinnbringende photoautotrophe Primärproduktion mehr stattfinden kann. Die Lebensgemeinschaft des Profundals ist daher vorwiegend heterotroph.

Einflussfaktor Temperatur

Aufgrund der Dichteanomalie des Wassers liegt die Temperatur in tiefen Profundalen recht konstant um 4 °C und es treten jahreszeitlich nur sehr geringe Schwankungen auf.
Entsprechend den Zirkulationstypen gibt es auch Seen, die von dieser Grundregel abweichen.

Einflussfaktor Sauerstoffsättigung

Der Sauerstoffgehalt ist eine entscheidende Größe für die Bewohner des Profundal. Hier herrscht fast ständig Sauerstoffmangel.

Einflussfaktor Wasserbewegung

Im Profundal kommt es zu verschiedenen Wasserbewegungen, beispielsweise durch Bioturbation, aber auch aufgrund von Temperaturunterschieden zwischen Sediment und dem darüber stehenden Wasser. Diese Wasserbewegungen ermöglichen einen Stoffaustausch zwischen Wasser und Sediment.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Profundal – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

27.09.2021
Biodiversität | Bioinformatik
Wie Geologie die Artenvielfalt formt
Dank eines neuen Computermodells können Forschende nun besser erklären, weshalb die Regenwälder Afrikas weniger Arten beherbergen als die Tropenwälder Südamerikas und Südostasien.
27.09.2021
Ethologie | Insektenkunde
Ihre Lernfähigkeit erleichtert Tabakschwärmern das Leben
Max-Planck-Forschende haben neue Erkenntnisse über die Lernfähigkeit von Tabakschwärmern gewonnen: Erlernte Düfte beeinflussen die Vorlieben der Falter für bestimmte Blüten und Wirtspflanzen.
27.09.2021
Mikrobiologie | Immunologie
Erster Milzbrand-Fall bei Wildtieren in der Namib
Milzbrand ist eine vom Bakterium Bacillus anthracis verursachte Infektionskrankheit, die in einigen Teilen Afrikas endemisch ist und Menschen, Nutztiere und Wildtiere befällt.
24.09.2021
Mikrobiologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Mikroorganismen auf Entdeckungsreise: Bewegungsmuster einzelliger Mikroben
Viele Mikroben haben in ihrer natürlichen Umgebung nur eine sehr stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit.
23.09.2021
Taxonomie | Fischkunde
Durchsichtig mit winzigem Gehirn: Neue Fischart in Myanmar entdeckt
Wissenschaftler Ralf Britz hat mit internationalen Kollegen eine neue Art aus der Fischgattung Danionella beschrieben.
23.09.2021
Taxonomie | Biodiversität | Meeresbiologie
Verschollener Meeres-Hundertfüßer an der Nordseeküste entdeckt
Dem Bodentier-Experten Hans Reip gelangen jetzt an mehreren Orten in Schleswig-Holstein Nachweise des Meeres-Hundertfüßers Strigamia maritima, der in Deutschland lange als verschollen galt.
23.09.2021
Ökologie | Biodiversität
Artenvielfalt ist der Motor der Ökosysteme
Die wichtigen Prozesse in einem Ökosystem funktionieren umso besser, desto höher die biologische Vielfalt ist.