Reduziertes Auge

Aufbau des Auges. Das einfallende Licht wird jeweils an den Medien-Übergängen zwischen Luft und Cornea, dem Wasser in der vordere Augenkammer, der Linse und dem Glaskörper mehrfach gebrochen

Das Reduzierte Auge ist ein schematisch vereinfachtes Modell des durchschnittlichen menschlichen Auges in der Optometrie (engl. reduced schematic eye oder auch collapsed dioptric system of the eye).

Das optische System des realen menschlichen Auges ist recht kompliziert aus Medien mit unterschiedlichen Radien und verschiedenen Brechungsindices aufgebaut, aus Cornea, Linse, Glaskörper und dem Kammerwasser in der vorderen Augenkammer zwischen Cornea und Linse:

Medium Brechzahl Radius Abstand Brechkraft
Cornea 1.376 −7.7 mm 0.0 mm +43 dpt
Augenkammer 1.376 +6.8 mm 3.6 mm −3 dpt
Linse 1.414 +10.0 mm 7.2 mm +19 dpt
Glaskörper 1.336 −6.0 mm 24.4 mm

Dieser komplexe Aufbau ergibt in der Summe eine Gesamtbrechkraft von 59 dpt, das entspricht einer Brennweite von f = 1 / 59 dpt = 17 mm. Das menschliche Auge eines erwachsenen Menschen kann für Überschlagsrechnungen also durch eine einfache Linse mit einer Brechkraft von 59 dpt oder einer Brennweite von 17 mm angenähert werden, unter der Voraussetzung eines entspannten Ciliarmuskels (Fernakkommodation).

Literatur

  • Rainer Klinke und Stefan Silbernagl: Lehrbuch der Physiologie. 4., korr. Auflage, Stuttgart 2003, ISBN 978-3137960041, S. 607.
  • Kenneth N. Ogle: Optics. An Introduction for Ophthalmologists. Springfield/Illinois 1961, p. 103, p. 163.

Die News der letzten Tage

02.12.2022
Ethologie | Säugetierkunde
Markierungsbäume von Geparden sind Hotspots der Kommunikation – auch für andere Tierarten
Markierungsbäume sind für Geparde wichtige Hotspots der Kommunikation: Dort tauschen sie über Duftmarken, Urin und Kot Informationen mit anderen und über andere Geparde aus.
02.12.2022
Land-, Forst-, Fisch- und Viehwirtschaft | Ökologie
DBU: Weltbodentag am 5. Dezember
Mittlerweile leben acht Milliarden Menschen auf der Welt und Ernährungssicherung wird zu einer dringendsten Herausforderungen unserer Zeit.
01.12.2022
Physiologie
Altern Frauen anders als Männer?
Studien an Fruchtfliegen zeigen, wie das biologische Geschlecht die Wirkung des derzeit vielversprechendsten Anti-Aging-Medikaments Rapamycin beeinflusst.
29.11.2022
Ethologie | Zoologie
Geschlechterrollen im Tierreich hängen vom Verhältnis von Weibchen und Männchen ab
Wie wählerisch sollten Weibchen und Männchen sein, wenn sie einen Partner auswählen?
28.11.2022
Ökologie | Paläontologie | Säugetierkunde
Fossil aus dem Allgäu: Biber leben seit mehr als 11 Millionen Jahren im Familen-Clan
Die Hammerschmiede im Allgäu, Fundstelle des Menschenaffen Danuvius, ist eine einmalige Fundgrube für Paläontologen: Bereits über 140 fossile Wirbeltierarten konnten hier geborgen werden.
28.11.2022
Anthropologie | Neurobiologie
Arbeitsgedächtnis: Vorbereitung auf das Unbekannte
Beim Arbeitsgedächtnis, oder auch Kurzeitgedächtnis genannt, galt lange die Theorie, dass seine Kernaufgabe die aktive Speicherung von Informationen über einen kurzen Zeitraum ist.
28.11.2022
Meeresbiologie | Ökologie
Offshore-Windparks verändern marine Ökosysteme
Der Ausbau von Offshore-Windparks in der Nordsee geht voran, doch die Konsequenzen für die marine Umwelt, in der sie errichtet werden, sind noch nicht vollständig erforscht.
25.11.2022
Evolution | Genetik | Neurobiologie
Was haben Oktopus und Mensch gemeinsam?
Kopffüßler sind hochintelligente Tiere mit komplexem Nervensystem, dessen Evolution mit der Entwicklung von auffällig viel neuer microRNA verbunden ist.
25.11.2022
Klimawandel | Ökologie
Der Klimawandel in den Wäldern Norddeutschlands
Immer mehr Bäume leiden an den Folgen des menschgemachten Klimawandels der vergangenen Jahrzehnte.
24.11.2022
Biochemie | Entwicklungsbiologie | Genetik
Das Erwecken des Genoms
Die Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium ist der Beginn neuen Lebens, die mütterliche und väterliche Erbinformation, die DNA, wird neu kombiniert und speichert den Aufbau des Lebewesens.
24.11.2022
Genetik | Mykologie | Taxonomie
Die Welt der Pilze revolutioniert
Ein internationales Forschungsteam hat unter den bisher bekannten Pilzen und Flechten eine neue Großgruppe identifiziert: Mithilfe von Genom-Sequenzierung konnte nachgewiesen werden, dass über 600 Arten einen gemeinsamen Ursprung haben.
24.11.2022
Insektenkunde | Ökologie
Vegetationsfreie Flächen fördern bodennistende Wildbienen
Über die Nistansprüche bodennistender Wildbienen ist bisher relativ wenig bekannt, obwohl Nistplätze für die Förderung der meisten Wildbienenarten von zentraler Bedeutung sind.