Renilla reniformis

Renilla reniformis
Renilla reniformis

Renilla reniformis

Systematik
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Octocorallia
Ordnung: Seefedern (Pennatulacea)
Familie: Renillidae
Gattung: Renilla
Art: Renilla reniformis
Wissenschaftlicher Name
Renilla reniformis
Pallas, 1766

Renilla reniformis ist eine zur Ordnung der Seefedern gehörende Oktokorallenart. Sie besitzt ein blattförmiges Aussehen. Charakteristisch für Renilla reniformis ist die Befähigung zur Lichterzeugung (Biolumineszenz).

Aufbau

Eine Kolonie von Renilla reniformis ist aus Polypen unterschiedlicher Formen und Funktionen aufgebaut. Der Stiel wird durch einen einzigen, riesigen Polypen (Oozooid) gestellt. Der blatt- oder blütenförmige Körper trägt auf seiner Oberseite zahlreiche kleine Fresspolypen (Autozooide). Tentakellose Schlauchpolypen (Siphonozooide) bilden Einström- und Auslassventile, über die Wasser freigesetzt oder aufgenommen werden kann.

Vorkommen

Renilla reniformis kann vor den Küsten North Carolinas bis Floridas sowie vor Brasilien gefunden werden. Im Gegensatz zu der verwandten Art Renilla mülleri kommt sie nicht im Golf von Mexico vor.[1]

Leuchtsystem

Nach einer Reizung ist Renilla reniformis zur Biolumineszenz befähigt. Ihr Leuchtsystem basiert auf einer Luciferase, der Renilla-Luciferase und einem grün fluoreszierenden Protein, dem Renilla-GFP. Die Renilla-Luciferase ist die primäre Lichtquelle. Sie erzeugt aus ihrem Substrat Coelenterazin unter Verbrauch von Sauerstoff und Abspaltung von Kohlendioxid ein blaues Licht. Dieses wird strahlungsfrei über den Förster-Resonanzenergietransfer auf das Renilla-GFP übertragen, welches für das grüne Leuchten der Seefeder verantwortlich ist. Das Leuchtsystem von Renilla reniformis aus der Renilla-Luciferase und dem grün fluoreszierenden Protein wird auch experimentell in der Biochemie zum Nachweis von Protein-Protein-Interaktionen genutzt.

Einzelnachweise

  1. Voss, Gilbert L.: Order Pennatulacea. In: Seashore life of Florida and the Caribbean, S. 42, Mineola, N.Y: Dover 2002, ISBN 0-486-42068-X

Weblinks

Die News der letzten Tage

26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.
21.09.2022
Physiologie | Ethologie
Der australische „Ant-Slayer“: Spinne mit akrobatischer Jagdstrategie
Die Australische Kugelspinne Euryopis umbilicata lebt auf den Stämmen von Eukalyptusbäumen und versteckt sich tagsüber unter der Rinde.
21.09.2022
Ethologie | Primatologie
Steinwerkzeugvielfalt bei Schimpansen
Forschende haben gezeigt, dass Schimpansen in Westafrika Steinwerkzeuge benutzen und über eine ausgeprägte und wiedererkennbare materielle Kultur verfügen.
20.09.2022
Ökologie | Säugetierkunde
Neues von den Eichhörnchen in Berlin
Eichhörnchen gehören zu den in Großstädten wie Berlin am häufigsten gesichteten Wildtieren.
19.09.2022
Taxonomie | Insektenkunde
Wie viele Ameisen gibt es eigentlich?
Wie viele Sterne zählt unsere Galaxie?
19.09.2022
Zytologie | Genetik
Reparaturtrupp im Moos funktioniert auch im Menschen
Wenn in lebenden Zellen alles rund laufen soll, dann müssen die Erbinformationen stimmen, doch leider häufen sich im Laufe der Zeit durch Mutationen Fehler in der DNA an.