Stellwagen Bank

Karte des Naturparks Stellwagen Bank

Die Stellwagen Bank ist ein Unterwasserplateau am Eingang der Massachusetts-Bucht ('engl. Massachusetts Bay'), zwischen Cape Cod und Cape Ann. Sie bildet das Herz eines marinen Naturschutzgebietes, des Stellwagen Bank National Marine Sanctuary. Als beliebtes Walbeobachtungsgebiet direkt vor der US-amerikanischen Stadt Boston hat Stellwagen Bank touristische Bedeutung.

Geographie und Ökosystem

Die Bank erstreckt sich etwa 30 km von Nord nach Süd und ist am südlichen Ende knapp zehn Kilometer breit. Das Plateau liegt lediglich 30 bis 40 Meter unter der Wasseroberfläche, während die umliegenden Gewässer deutlich tiefer (100 bis 200 m) sind. Die geringe Wassertiefe verbunden mit den Mineralien und Nährstoffen, die von auf die Bank treffenden Tiefwasser-Strömungen emporgehoben werden, begünstigen ein reiches Ökosystem, das auch große Meerestiere wie Buckel-, Zwerg- und gelegentlich auch Finnwale anzieht.

Geologie und Geschichte

Die Stellwagen Bank verdankt ihre Existenz der letzten Eiszeit. Vor 25.000 Jahren bewegte sich der Laurentidische Eisschild über die östlichen USA und schob große Mengen Erde und Gestein vor sich her. Dieses Material bildete am südlichen Rand des Gletscherschildes eine Vielzahl geologischer Formationen, darunter Cape Cod und Stellwagen Bank.

Im 17. Jahrhundert wurde der enorme Fischreichtum der Gewässer erkannt. Die größte wirtschaftliche Bedeutung hatten hier die Jagd auf Kabeljau und Tunfisch, sowie der Walfang.

1854 entsandte die US-Marine Lieutenant Commander Henry Stellwagen um die Gegend zu kartographieren. Die Existenz der Bank war bereits bekannt, nicht jedoch ihre Ausdehnung und Form. Auch ging man vor Stellwagens Untersuchungen von zwei Bänken aus, was sich jedoch als falsch herausstellte. Für diese Verdienste benannte die Navy im Jahre 1855 die Bank nach ihm.

1992 deklarierte der US-Kongress die Gegend zum 'National Marine Sanctuary'.

Weblinks

42.333333333333-70.25Koordinaten: 42° 20′ N, 70° 15′ W

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

21.04.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Wie Rifforganismen dem Klimawandel trotzen könnten
Eine neue Untersuchung tropischer Foraminiferen zeigt, wie diese kalkbildenden Einzeller auf Ozeanversauerung und -erwärmung reagieren.
19.04.2021
Neobiota
Ausbreitung zweier invasiver Arten: Waschbären und Marderhunde
Der aus Asien stammende Marderhund und der nordamerikanische Waschbär werden sich in Zukunft in Europa vermutlich noch weiter ausbreiten.
19.04.2021
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen
Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen.
19.04.2021
Anthropologie | Entwicklungsbiologie
Evolution der menschlichen Geburtsprobleme
Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind menschliche Neugeborene im Vergleich zur Breite des mütterlichen Geburtskanals sehr groß, was zu einem hohen Risiko sowohl für das Baby als auch die Mutter werden kann.
15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.