TUNEL-Methode

Die TUNEL-Methode (TdT-mediated dUTP-biotin nick end labeling) dient der Darstellung von Zellkernen apoptotischer Zellen. „TdT“ steht für „terminal desoxynucleotidyl transferase“, ein Enzym, das in einem Zwischenschritt der Technik verwendet wird.

Methode

Während der Apoptose wird der Desoxyribonukleinsäure-Strang (DNA-Strang) des Zellkerns durch die Aktivität von Endonukleasen fragmentiert. Die an den Bruchenden freiwerdenden Hydroxygruppen (3'-OH-Gruppen) werden durch das Enzym TdT mit markierten Nukleotiden versehen, welche z. B. aufgrund von Fluoreszenz mit entsprechenden Mikroskopen sichtbar gemacht werden können.

Die Methode wurde 1992 erstmals beschrieben.[1] An der Methode wurde in den darauffolgenden Jahren Kritik geübt, da eine Unterscheidung zwischen nekrotischen und apoptotischen Zelluntergängen nur bedingt möglich war.[2] In den Jahren darauf wurde beschrieben, wie die Technik hinsichtlich auftretender Probleme modifiziert und verbessert werden kann.[3][4][5]

Referenzen

  1. Gavrieli Y, et al (1992) Identification of programmed cell death in situ via specific labeling of nuclear DNA fragmentation. J. Cell Biol. 119:493-501. PMID 1400587
  2. Grasl-Kraupp B, et al (1995) In situ detection of fragmented DNA (TUNEL assay) fails to discriminate among apoptosis, necrosis, and autolytic cell death: a cautionary note. Hepatology. 1995 May;21(5):1465-8. PMID 7737654
  3. Negoescu A, et al Importance of DNA fragmentation in apoptosis with regard to TUNEL specificity. Biomed Pharmacother. 1998;52(6):252-8. PMID 9755824
  4. Labat-Moleur F, et al: TUNEL apoptotic cell detection in tissue sections: critical evaluation and improvement. J Histochem Cytochem. 1998 Mar;46(3):327-34. PMID 9487114
  5. Negoescu A, et al In situ apoptotic cell labeling by the TUNEL method: improvement and evaluation on cell preparations. J Histochem Cytochem. 1996 Sep;44(9):959-68. PMID 8773561

Weblinks

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