Vincetoxicum creticum

Vincetoxicum creticum
Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae)
Gattung: Schwalbenwurzen (Vincetoxicum)
Art: Vincetoxicum creticum
Wissenschaftlicher Name
Vincetoxicum creticum
Browicz

Vincetoxicum creticum ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schwalbenwurzen (Vincetoxicum) in der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Sie ist ein Endemit Kretas.

Beschreibung

Vincetoxicum creticum ist ein aufsteigender bis aufrechter, ausdauernder Schaft-Hemikryptophyt,[1] der Wuchshöhen von 20 bis 45 Zentimetern erreicht. Die ganze Pflanze ist locker krausflaumig behaart. Die mittleren Stängelblätter messen 35 bis 75 × 25 bis 40 Millimeter und sind elliptisch-eiförmig, ziemlich dick, matt- bis gelbgrün und fast sitzend.[2]

Die Teilblütenstände sind wenigblütig, dicht und kurz gestielt. Die Krone hat einen Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter und ist matt hellgelb. Die Kronzipfel sind innen bärtig. Die Zipfel der Nebenkrone sind kurz gestielt. Die Früchte sind kahl, schlank und spindelförmig. Sie sind am Grund nicht aufgeblasen.[2]

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.[2] Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.[3]

Vorkommen

Vincetoxicum creticum ist ein Endemit Kretas. Die Pflanze war im lange Zeit nur aus dem Dikti-Gebirge in der Präfektur Lasithi bekannt, wurde aber 1994 im Gebirgszug Krioneritis in der Präfektur Rethymno gefunden.[4][5] Sie wächst auf steinigen Igelpolsterheiden, Geröllhalden und Lehmflächen[1] in Höhenlagen von 1150[1] bis 1700 (selten bis 2100) Meter.[2]

Systematik und Entdeckungsgeschichte

Die Art wurde am 8. Juli 1817 von Sieber am Fuß des Dikti-Gebirges[6] erstmals gesammelt und auf der Grundlage dieser Aufsammlung 1825 von Sprengel als Cynanchum luteum beschrieben.[7] Boissier[8] stellte die Art in die Synonymie von Vincetoxicum canescens. Dem wurde bis 1975 allgemein gefolgt, bis Browicz die Art als eigenständig erkannte und ihr anstelle des nicht verfügbaren Namens Vincetoxicum luteum das nomen novum Vincetoxicum creticum gab.[9]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2  Ralf Jahn, Peter Schönfelder: Exkursionsflora für Kreta. Eugen Ulmer, Stuttgart 1995, ISBN 3-8001-3478-0.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Arne Strid: Vincetoxicum N. M. Wolf. In  Arne Strid, Kit Tan (Hrsg.): Mountain Flora of Greece. Volume Two. Edinburgh University Press, Edinburgh 1991, ISBN 0-7486-0207-0, S. 10 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  3. Bertrand de Montmollin: Étude cytotaxonomique de la flore de la Crète. III. Nombres chromosomiques. In: Candollea. Band 41, Nr. 2, 1986, S. 431–439.
  4. ISBN: 1900802457
  5.  John Fielding, Nicholas J. Turland: Flowers of Crete. Royal Botanic Gardens, Kew, Kew 2005, ISBN 1-84246-079-X, S. 83–84.
  6.  Franz Wilhelm Sieber: Reise nach der Insel Kreta im griechischen Archipelagus im Jahre 1817. Vol. 1. bey Friedrich Fleischer, Leipzig & Sorau 1823, S. 401 (Vorschau in der Google Buchsuche).
  7. Kurt Polycarp Joachim Sprengel: Systema vegetabilium. Editio decima sexta. Libraria Dieterichiana, Göttingen 1824–1825, S. 852 (online).
  8.  Pierre Edmond Boissier: Flora Orientalis. Vol. 4 (Coralliflorae & Monochlamydeae), Teil 1. Basel/Genève 1875, S. 52 (online).
  9. Kazimierz Browicz: Vincetoxicum canescens (Willd.) Decne and V. tmoleum Boiss. – Systematic problems and geographical distribution. In: Fragmenta Floristica et Geobotanica. Band 21, Nr. 3, 1975, S. 263.

Weblinks

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