Wolfgang Wirth (Militärarzt)

Wolfgang Wirth während der Internierung nach Kriegsende

Wolfgang Wirth (* 2. November 1898 Newport in (England); † 12. Juni 1996 in München) war ein deutscher Toxikologe.

Biographie

Wirth wurde 1924 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Reichsanstalt Berlin-Dahlem, ab 1927 Assistent am Pharmakologischen Institut Würzburg und ab 1935 Dozent in Würzburg. Er habilitierte über die Einatmung von Blausäure. 1936 wurde er Regierungsrat beim Heereswaffenamt und 1938 Oberstabsarzt, ferner erhielt er einen Lehrauftrag über Toxikologie an der Universität Berlin. Im Jahre 1940 fand seine Ernennung zum außerordentlichen Professor und Oberfeldarzt statt, um anschließend 1942 in den Rang eines Oberstarztes aufzusteigen. Er war von Mitte 1942 bis Mitte 1943 Kommandeur aller Forschungsinstitute der Militärärztlichen Akademie und zuständig für Giftgasversuche mit Tabun und Sarin.

Er war mehrmals bis 1933 in Russland zu Giftgasversuchen und im Herbst 1939 im KZ Sachsenhausen bei Menschenversuchen mit Senfgas (Lost) anwesend; dies hat er selbst angegeben.

1945/46 war er in einem amerikanischen Internierungslager. Ab 1948 arbeitete er in der Farbenfabrik Bayer in Elberfeld und 1949 wurde er außerordentlicher Professor der Medizinischen Akademie Düsseldorf. 1975 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Wirth war Ehrenmitglied zahlreicher pharmakologischer und toxikologischer Gesellschaften.

Schriften

  • Beitrag zur Wirkung von Gas-Gemischen, 1930. (Dissertation)

Literatur

  • Wirth, Wolfgang: In: Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2003, S. 681.
  • Florian Schmalz: Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus. Zur Kooperation der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaften, Militär und Industrie. Göttingen 2005, ISBN 3-89244-880-9. Online verfügbar: Kampfstoff-Forschung

Weblinks


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