Xerolycosa miniata

Xerolycosa miniata
Xerolycosa miniata, Weibchen

Xerolycosa miniata, Weibchen

Systematik
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
Gattung: Xerolycosa
Art: Xerolycosa miniata
Wissenschaftlicher Name
Xerolycosa miniata
(C. L. Koch, 1834)

Xerolycosa miniata ist eine Spinnenart aus der Familie der Wolfspinnen (Lycosidae). Die Art besiedelt offene, nur spärliche bewachsene, sandige Flächen und ist in Mitteleuropa außerhalb der Gebirge weit verbreitet.

Beschreibung

Xerolycosa miniata zählt zu den kleineren Vertretern der Wolfspinnen. Männchen erreichen eine Körperlänge von etwa 5 mm, Weibchen werden ungefähr 7 mm lang. Sie wirkt insgesamt recht feingliedrig.

Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Der Vorderkörper (Prosoma) der Weibchen ist braun und zeigt einen breiten weißlichen Mittelstreifen, der etwa in der Mitte leicht eingebuchtet ist. Der Hinterkörper (Opisthosoma) ist ebenfalls braun. Er zeigt einen leichten Spitzenfleck an der Basis und auf dem hinteren Teil schwach ausgeprägte Winkelflecke und an deren Enden weißliche Punkte.

Das Männchen ist kontrastreicher gezeichnet und zeigt einen schärfer abgesetzten Mittelstreifen auf dem Prosoma und ein rötlicher gefärbtes Opisthosoma.

Die Beine sind bei beiden Geschlechtern nur an den Schenkeln stark behaart und dort hell dunkel gefleckt, die äußeren Beinglieder sind nur spärlich behaart und einfarbig dunkel rotbraun. Typisch für die Art ist offenbar ein weitgehender Verlust der Körperbehaarung, so dass die oben beschriebenen Färbungsmerkmale kaum noch erkennbar sind. Oft bleibt nur der helle Mittelstreifen des Prosomas deutlich erhalten; geht auch dieser verloren, wirken die Tiere einfarbig dunkel.

Die nahe verwandte und in Mitteleuropa ebenfalls weit verbreitete Art Xerolycosa nemoralis ist etwas größer als X. miniata und hat im Gegensatz zu dieser eine tiefschwarze, samtige Hintergrundzeichnung auf dem Prosoma. Weitere Unterschiede sind nur durch die Untersuchung der Genitalien feststellbar.

Verbreitung und Lebensraum

Xerolycosa miniata besiedelt die nordwestliche Paläarktis von Irland bis zur Mongolei und Nordchina. Das Verbreitungsgebiet umfasst hier große Teile der gemäßigten Zonen.[1] Sie kommt in fast ganz Europa vor und fehlt nur in Zentral- und Süditalien sowie im Süden Griechenlands.

Die Art ist wärmeliebend und an trockene, spärlich bewachsene und sandige Biotope gebunden. Sie besiedelt vor allem Sandtrocken- und Halbtrockenrasen mit großflächig unbewachsenen Bereichen. In Deutschland ist die Art wohl aus klimatischen Gründen weitestgehend auf die Niederungen beschränkt und kommt in höheren Lagen nur sehr selten vor.[2]

Weibchen mit Eikokon

Lebensweise

Die Art ist wie die meisten Wolfspinnen bodenbewohnend und wird erst in der Abenddämmerung aktiv. Der Tag wird offenbar in Verstecken verbracht. Geschlechtsreife Tiere können von Mai bis September angetroffen werden.[3] Weitere Angaben zur Biologie der Art liegen bisher offenbar kaum vor.

Gefährdung

Die Art ist weit verbreitet und in geeigneten Habitaten häufig. Sie wird in Deutschland in der Roten Liste als „ungefährdet“ eingestuft.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Karte zur weltweiten Verbreitung von Xerolycosa miniata von der British Arachnological Society
  2. Nachweise von Xerolycosa miniata in Deutschland auf www.spiderling.de
  3. siehe z. B. Funde von Xerolycosa miniata in Schleswig Holstein

Literatur

  • Ralph Platen, Bodo von Broen, Andreas Herrmann, Ulrich M. Ratschker & Peter Sacher: Gesamtartenliste und Rote Liste der Webspinnen, Weberknechte und Pseudoskorpione des Landes Brandenburg (Arachnida: Araneae, Opiliones, Pseudoscorpiones) mit Angaben zur Häufigkeit und Ökologie. Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg 8, Heft 2 (Beilage); 1999.

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News

24.02.2021
Physiologie | Primatologie
Geophagie: Der Schlüssel zum Schutz der Lemuren?
Kürzlich wurde eine transdisziplinäre Forschung über die Interaktionen zwischen Böden und Darm-Mykobiom (Pilze und Hefen) der Indri-Indri-Lemuren veröffentlicht.
24.02.2021
Mikrobiologie | Evolution
Vom Beginn einer evolutionären Erfolgsstory
Unser Planet war bereits lange von Mikroorganismen besiedelt, bevor komplexere Lebewesen erstmals entstanden und sich nach und nach zur heute lebenden Tier- und Pflanzenwelt entwickelten.
24.02.2021
Genetik
Cre-Controlled CRISPR: konditionale Gen-Inaktivierung wird einfacher
Die Fähigkeit, ein Gen nur in einem bestimmten Zelltyp auszuschalten, ist für die modernen Lebenswissenschaften wesentlich.
24.02.2021
Land-, Forst- und Viehwirtschaft | Fischkunde
Bald nur noch ängstliche Fische übrig?
Über die Fischerei werden vor allem größere und aktivere Fische aus Populationen herausgefangen.
23.02.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Placebos wirken auch bei bewusster Einnahme
Freiburger Forschende zeigen: Scheinmedikamente funktionieren auch ohne Täuschung. Probanden waren über Placebo-Effekt vorab informiert.
23.02.2021
Botanik | Klimawandel
Auswirkungen des Klimas auf Pflanzen mitunter erst nach Jahren sichtbar
Die Auswirkungen von Klimaelementen wie Temperatur und Niederschlag auf die Pflanzenwelt werden möglicherweise erst Jahre später sichtbar.
23.02.2021
Ökologie | Klimawandel
Biologische Bodenkrusten bremsen Erosion
Forschungsteam untersucht, wie natürliche „Teppiche“ Böden gegen das Wegschwemmen durch Regen schützen.
23.02.2021
Mikrobiologie | Meeresbiologie
Süße Algenpartikel widerstehen hungrigen Bakterien
Eher süß als salzig: Mikroalgen im Meer produzieren jede Menge Zucker während der Algenblüten.
21.02.2021
Evolution | Biochemie
Treibstoff frühesten Lebens – organische Moleküle in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen nachgewiesen
Erstmalig konnten biologisch wichtige organische Moleküle in archaischen Fluideinschlüssen nachgewiesen werden. Sie dienten sehr wahrscheinlich als Nährstoffe frühen Lebens auf der Erde.
21.02.2021
Evolution | Biochemie
Origin of Life - Begann die Darwin’sche Evolution schon, bevor es Leben gab?
Ehe Leben auf der Erde entstand, gab es vor allem eines: Chaos.
21.02.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Kommunikationsfähigkeit von Menschen im REM-Schlaf
Mit schlafenden Versuchspersonen lassen sich komplexe Nachrichten austauschen. Das haben Wissenschaftler jetzt in Studien gezeigt.
21.02.2021
Paläontologie | Insektenkunde
Fossile Larven - Zeitzeugen in Bernstein
Eine ungewöhnliche Schmetterlingslarve und eine große Vielfalt an Fliegenlarven. LMU-Zoologen haben in Bernstein fossile Bewohner Jahrmillionen alter Wälder entdeckt.
21.02.2021
Ethologie | Ökologie
Wölfe in der Mongolei fressen lieber Wild- als Weidetiere
Wenn das Angebot vorhanden ist, ernähren sich Wölfe in der Mongolei lieber von Wildtieren als von Weidevieh.
21.02.2021
Meeresbiologie
Neuer Wohnort im Plastikmüll: Biodiversität in der Tiefsee
Ein internationales Forscherteam findet einen neuen Hotspot der Biodiversität – und zwar ausgerechnet im Plastikmüll, der sich seit Jahrzehnten in den Tiefseegräben der Erde ansammelt.
19.02.2021
Meeresbiologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Durch Aquakultur gelangt vom Menschen produzierter Stickstoff in die Nahrungskette
Ausgedehnte Aquakulturflächen entlang der Küsten sind in Südostasien sehr verbreitet.
19.02.2021
Anthropologie | Paläontologie
Das Aussterben der größten Tiere Nordamerikas wurde wahrscheinlich vom Klimawandel verursacht
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Überjagung durch den Menschen nicht für das Verschwinden von Mammuts, Riesenfaultieren und anderen nordamerikanischen Großtieren verantwortlich war.
18.02.2021
Anthropologie | Virologie
Neandertaler-Gene und Covid-19 Verläufe
Letztes Jahr entdeckten Forscher, dass wir den wichtigsten genetischen Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Krankheit Covid-19 vom Neandertaler geerbt haben.
18.02.2021
Taxonomie | Fischkunde
Wüstenfische „under cover“ – neu entdeckte Vielfalt auf der arabischen Halbinsel
Das Landschaftsbild des Oman ist geprägt durch ausgedehnte Wüstenlandschaften und karge, trockene Hochgebirgsketten.
18.02.2021
Genetik | Immunologie | Biochemie
Rätsel des pflanzlichen Immunsystems gelöst
Wie bauen Pflanzen eine Resilienz auf? Ein internationales Forschungsteam hat die molekularen Mechanismen des pflanzlichen Immunsystems untersucht.
17.02.2021
Bionik und Biotechnologie
Gut gestützt und maximal beweglich
Kieler Forschungsteam entwickelt Gelenkschiene für Sport und Medizin nach dem Vorbild von Libellenflügeln.
15.02.2021
Zytologie | Biochemie
Unterschätzte Helfer: Membranbausteine steuern Zellwachstum entscheidend mit
Lipide sind die Bausteine für die Hülle von Zellen, die Zellmembran.
15.02.2021
Ökologie | Virologie
Wasser kann Säugetierviren übertragen
Wasser ist Voraussetzung für alles Leben, aber seine Verfügbarkeit kann begrenzt sein.
15.02.2021
Paläontologie
Neuer alter Pfleilschwanzkrebs aus Franken
Ein Paläontologen-Team entdeckte in Franken einen neuen 197 Millionen Jahre alten Pfeilschwanzkrebs aus der Jurazeit.
15.02.2021
Biochemie
Blüten des Johanniskrautes dienen als grüner Katalysator
In einem aktuellen Projek wurden erstmals getrocknete Blüten des Johanniskrautes als aktiver Katalysator in verschiedenen photochemischen Reaktionen eingesetzt. Dieses konzeptionell neue und nachhaltige Verfahren wurde als deutsches Patent angemeldet und in der Fachzeitschrift Green Chemistry vorgestellt.
15.02.2021
Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Neue Apfel-Sorte soll das Immunsystem auf Trab bringen
Gute Selen-Versorgung ist in Pandemiezeiten besonders wichtig. Der neue Apfel Selstar® der Hochschule Osnabrück hat im Vergleich zu anderen Äpfeln einen zehnmal so hohen Selen-Gehalt. Man feiert nun seine breite Markteinführung von Osnabrück bis Berlin.