Bei Katzenmakis (Cheirogaleidae) unterscheidet man 5 Arten in 4 Gattungen. Der Rattenmaki oder Südliche Riesenmausmaki (Mirza conquereli) wurde früher zur Gattung Microcebus gerechnet.

In den meisten Regionen ihres Verbreitungsgebiets treten 2 oder mehr Arten sympatrisch auf - im Westen bis zu 5 Arten. Alle Arten der Katzenmakis sind nachtaktiv und leben in den Bäumen - auf den Boden steigen sie nur sehr selten herab. Den Tag verbringen sie in Baumhöhlen oder anderen Unterschlupfen. Bei der nächtlichen Nahrungssuche bewegen sie sich meist auf allen Vieren durch das Geäst oder vollbringen weite Sprünge, wobei sie ihren langen Schwanz als Balance einsetzen.

Katzenmakis sind hauptsächlich Früchtefresser, lieben aber auch Blüten, Nektar und anderes pflanzliches Material. Auf dem Speisezettel stehen aber auch Insekten, Spinnen und kleine Wirbeltiere. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert jahreszeitlich, häufig spielt die fleischliche Ernährung in der Trockenzeit eine bedeutendere Rolle. Die Gabelstreifenmakis haben sich hingegen an eine Ernährung aus Baumsäften spezialisiert.

Wie ihre Verwandten, die Mausmakis, sind sie in der Lage schlechte Wetter- und Futterbedingungen in einem Starrezustand zu überdauern. Dabei wird die Körpertemperatur der umgebenden Lufttemperatur angepasst, um die Stoffwechselrate zu senken. Diese Starrezustände können bei einigen Arten mehrere Monate dauern und so eigentlich als „Winterschlaf” bezeichnet werden. Um die Zeiten der Körperstarre zu überleben, legen Katzenmakis Fettreserven im Schwanz an.

Das Sozialverhalten der Katzenmakis ist unterschiedlich. Die Reviere der Männchen einiger Arten überlappen die Gebiete der weiblichen Tiere. Viele Arten der Katzenmakis leben in Gruppen unterschiedlicher Zusammensetzung, so leben einige zumindest teilweise in monogamen Familiengruppen. Die Tiere einer Gruppe verbringen häufig den Tag in einem gemeinsamen Unterschlupf schlafend, gehen aber nachts getrennt auf Nahrungssuche. Reviere werden häufig mit Drüsensekreten markiert, auch Laute dienen dazu, Artgenossen auf das eigene Streifgebiet hinzuweisen.


Systematik


Literatur

Macdonald, D. (2001) The New Encyclopedia of Mammals: 1;. Oxford University Press, London.

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