Algerischer Strom

Der Algerische Strom ist die dominierende Oberflächenströmung im westlichen Mittelmeer. Er fließt entlang der nordafrikanischen Küste von West nach Ost.

Der Strom entsteht etwa 150 Kilometer östlich der Straße von Gibraltar aus dem Wasser, das aus dem Atlantik durch die Straße von Gibraltar in das Mittelmeer fließt. Die ersten 150 Kilometer besteht das gesamte Oberflächenwasser aus Atlantikwasser, an dieser Stelle trennt die Almeria-Oran-Front Atlantikwasser und Mittelmeerwasser. Das Atlantikwasser fließt als algerischer Strom dann entlang der nordafrikanischen Küste nach Osten.[1] Der Strom hat über etwa 300 Kilometer eine Breite von unter 30 Kilometer und transportiert mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 0,4 m/s etwa 0,5 Sverdrup.[2] An der Grenze zwischen westlichem und östlichem Mittelmeer spaltet sich der Strom auf, wobei der kleinere Teil nach Norden ins Tyrrhenische Meer fließt, der größere Teil als Ionisch-Atlantischer-Strom weiter nach Osten ins Mittelmeer.[1]

Der Strom bringt mit dem Atlantikwasser vergleichsweise kaltes und süßes Wasser in das Meer. Er ist im Vergleich zu anderen großen Meeresströmungen verhältnismäßig instabil und mäandriert[3]. An seiner Südseite bilden sich etwa 50 bis 100 Kilometer breite Wirbel, die langsam im Uhrzeigersinn rotieren, sich von West nach Ost ausdehnen und dabei weiter vom algerischen Strom wegdriften.[1]

Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 1,2 Alan R. Longhurst: Ecological geography of the sea Academic Press, 2007 ISBN 0124555217 S. 176
  2. Mohammed I. El-Sabh et al: Physical Processes in Inverse Estuarine Systems in: Alan Ansell und Margaret Barnes: Oceanography and Marine Biology: An Annual Review CRC Press, 1997 ISBN 1857287169 S. 28
  3. Graham J. Peirce et al: A Review of Cephalod-Environment Interactions in European Seas in: Vasilis D. Valavanis (Hg.): Essential Fish Habitat Mapping in the Mediterranean Springer, 2008 ISBN 1402091400 S. 60

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.06.2021
Anthropologie | Virologie | Immunologie
Wie Viren Immunzellen zu Trojanischen Pferden machen
Zytomegalieviren programmieren Fresszellen der Lunge so um, dass sie selbst Viren produzieren und diese in der Lunge verbreiten.
13.06.2021
Bionik und Biotechnologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Zuckerhirse: Süßes Versprechen für die Umwelt
Zuckerhirse lässt sich zur Herstellung von Biogas, Biokraftstoffen und neuen Polymeren nutzen, zudem kann sie dazu beitragen, Phosphatdünger zu ersetzen.
13.06.2021
Botanik | Physiologie
Todesduft der Pfeifenwinde lockt Sargfliegen in die Blüten
Ein internationales Pflanzenforscherteam hat in einer neuen Studie eine ungewöhnliche und bisher unbekannte Fortpflanzungsstrategie bei Pflanzen entdeckt.
11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.
09.06.2021
Genetik | Neurobiologie
Menschen-Gen macht Mäuse schlauer
Ein Gen, das nur beim Menschen vorkommt, führt bei Mäusen zu einem größeren Gehirn, erhöhter Flexibilität des Gedächtnisses und weniger Ängstlichkeit.
09.06.2021
Taxonomie
„Zombie-Frosch“ entdeckt
Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben mit einem internationalen Team drei neue Froscharten aus dem nördlichen Amazonasgebiet beschrieben.
09.06.2021
Klimawandel | Primatologie
Kein Platz für Menschenaffen
Der Klimawandel wird das Verbreitungsgebiet afrikanischer Menschenaffen in den nächsten 30 Jahren drastisch verkleinern.