Amphibienschutz

Amphibienschutz bezeichnet Maßnahmen im Artenschutz, die darauf abzielen, Populationen von Amphibien vor dem Erlöschen, im Extremfall Arten vor dem Aussterben zu bewahren.

Amphibienschutz ist ein eigenständiger Arbeitsbereich des Naturschutzes, da es für Amphibien spezifische Gefährdungen und damit verbunden eigene Maßnahmen wie auch behördliche Regelungen gibt. Amphibien sind aufgrund ihrer Lebensweise immer Bewohner verschiedenartiger Biotope (Gewässer und Lebensräume an Land) und damit auf Erhaltung eines funktionierenden Biotopverbunds angewiesen. Zudem sind viele Arten sehr standorttreu und benötigen grundsätzlich großflächige Lebensräume zum Aufbau einer stabilen Population. Für die meisten übrigen Tierarten gibt es dagegen keine speziellen Schutzmaßnahmen, sie werden pauschal über naturschonende Flächennutzungen und über die Ausweisung von Biotopen und Naturschutzgebieten geschützt.

Gründe für Amphibienschutz

Weltweit sind heute zahlreiche Amphibienarten vom Aussterben bedroht. Gründe hierfür sind der Straßenverkehr, der zum Tod zahlloser Amphibien bei ihren jährlichen Wanderungen zwischen Winterquartier, Laichgewässer und Sommerquartier führt, der Verlust der Lebensräume der Amphibien (Trockenlegung von Teichen, Zerstörung der Ufervegetation von Gewässern) sowie eine intensive Landwirtschaft, die durch die verwendeten Chemikalien Amphibien schädigt. Kanalisationseinläufe können, wie Erhebungen in Kläranlagen in Deutschland und der Schweiz ergaben, als problematische Amphibienfallen wirken.

In Australien und Südamerika gefährdet zudem der Befall mit dem Chytridpilz Amphibien und hat bereits mehrere Arten ausgerottet. Auch für den menschlichen Verzehr (Froschschenkel) werden Amphibienbestände teils bis zur Ausrottung bejagt.

In Deutschland stehen seit 1980 alle einheimischen Amphibienarten nach BNatSchG unter Artenschutz, selbst wenn sie in ihrem Bestand nicht gefährdet sind.

Möglichkeiten des Amphibienschutzes

Dauerhafte Schutzmaßnahmen

Dauerhaften Schutz bieten folgende Maßnahmen:

  • Schutz vorhandener Lebensräume vor Überbauung (Verkehrswege, intensive Landwirtschaft) und Kanalisierung in Form von Wanderbarrieren
  • Bau fester Schutzeinrichtungen an Straßen, das sind Zäune, die die wandernden Amphibien zu festen Durchgängen unter der Straße leiten (so genannte „Krötentunnel“)
  • Errichtung neuer „Ersatzlaichgewässer“, die einen ungefährlichen Weg für die Tiere ermöglichen.

Temporäre Schutzmaßnahmen

Krötenzaun am NSG Exerzierplatz in Erlangen
Eimer hinter einem Krötenzaun
Absammeln der Eimer

Wenn es nicht möglich ist, fest installierte bzw. dauerhafte Schutzmaßnahmen zu treffen, werden in der Regel temporäre Schutzmaßnahmen ergriffen. Dabei werden zur Hauptwanderungszeit sogenannte „Krötenzäune“ aufgebaut:

Zuerst werden im Zwei-Schritte-Abstand speziell geformte Metallstangen in den Boden gesteckt. In diese wird eine Plastikplane eingefädelt, die ungefähr 40 cm hoch ist, sodass sie am unteren Ende dicht am Boden aufliegt. In regelmäßigen Abständen werden Eimer im Boden bündig versenkt. Die wandernden Amphibien laufen auf der Suche nach einem Durchlass am Zaun entlang und fallen in die Eimer.

Die Betreuung dieser Amphibienschutzzäune übernehmen oft freiwillige Helfer. Sie leeren frühmorgens und in der Abenddämmerung die Eimer und bringen die Molche, Kröten und Frösche über die Straße. Dabei werden die Tiere gezählt, um einen Überblick über die Population (Zahl der Tiere pro Art, Populationsschwankungen) zu erhalten.

Siehe auch

Amphibienfangkreuz

Quellen

  • Verkehrsministerium Baden-Württemberg (1994): Amphibienschutz. Leitfaden für Schutzmaßnahmen an Straßen. Schriftenreihe der Straßenbauverwaltung. Heft 4.
  • Eckhard Jedicke: Amphibien. Ökologie, Gefährdung, Schutz. Verlag Otto Maier, Ravensburg 1990.
  • Landratsamt Ravensburg: Amphibienschutz. Naturschutz im Landkreis Ravensburg. Band 2. 1995.

Weblinks

 Commons: Amphibienschutz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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