Ibisfliegen

(Weitergeleitet von Athericidae)


Ibisfliegen

Ibisfliege (Atherix ibis)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Teilordnung: Tabanomorpha
Überfamilie: Tabanoidea
Familie: Ibisfliegen
Wissenschaftlicher Name
Athericidae
Stuckenberg, 1973
Gattungen
  • Atherix
  • Atrichops
  • Dasyomma
  • Ibisia
  • Suragina
  • Suraginella

Die Ibisfliegen (Athericidae) sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera) und werden den Fliegen (Brachycera) zugeordnet. Weltweit sind etwa 70 Arten dieser mittelgroßen Fliegen bekannt, davon nur vier Arten der Gattung Atherix in Deutschland.

Die Fliegen dieser Familie sind langbeinig und schlank und zeichnen sich durch einen ausgezogenen Rüssel aus. Sie ernähren sich meist von Insekten, wobei einige Arten auch an Fröschen saugen sollen. Die Tiere sind träge Flieger.

Die Weibchen der Ibisfliegen versammeln sich zur Eiablage in großer Zahl in der Vegetation an Fließgewässern und verkleben dort die Eier mit den Körpern der danach versterbenden eigenen Körper zu einer großen Traube. Die schlüpfenden Larven ernähren sich zu Beginn ihrer Lebenszeit von den Körpern und lassen sich danach in das Wasser fallen. Sie sind grünlich gefärbt und tragen am Hinterleib zwei gefiederte Anhänge, die vielleicht der Atmung dienen. Die Stigmen sind verschlossen. Der Körper ist mit acht Paaren Stummelfüßen ausgestattet, die jeweils zwei Häkchengruppen tragen. Mit diesen Füßchen können sie sich sehr schnell über das Substrat bewegen. Sie jagen kleine Insektenlarven und Würmer, die sie mit einem Gift töten, danach wird der Speichel aus den großen Speicheldrüsen in das Opfer gepumpt, wodurch dieses verdaut wird. Schließlich saugt die Larve den vorverdauten Nahrungsbrei auf.

Die Ibisfliegen wurden 1973 aus der Familie der Schnepfenfliegen ausgegliedert.[1]

Einzelnachweise

  1. Brian R. Stuckenberg: The Athericidae, a new family in the lower Brachycera (Diptera). In: Annals of the Natal Museum. 21, 1973, S. 649–673.

Literatur

  • J. Haupt, H. Haupt: Fliegen und Mücken – Beobachtung, Lebensweise. Augsburg 1998.
  • K. Honomichl, H. Bellmann: Biologie und Ökologie der Insekten. + CD-Rom. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1994.

Weblinks

Commons: Athericidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die News der letzten Tage

27.01.2023
Land-, Forst-, Fisch- und Viehwirtschaft | Neobiota | Ökologie
Auswirkungen von fremden Baumarten auf die biologische Vielfalt
Nicht-einheimische Waldbaumarten können die heimische Artenvielfalt verringern, wenn sie in einheitlichen Beständen angepflanzt sind.
27.01.2023
Biochemie | Botanik | Physiologie
Wie stellen Pflanzen scharfe Substanzen her?
Wissenschaftler*innen haben das entscheidende Enzym gefunden, das den Früchten der Pfefferpflanze (lat Piper nigrum) zu ihrer charakteristischen Schärfe verhilft.
26.01.2023
Biochemie | Mikrobiologie | Physiologie
Ein Bakterium wird durchleuchtet
Den Stoffwechsel eines weit verbreiteten Umweltbakteriums hat ein Forschungsteam nun im Detail aufgeklärt.
26.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Botanik | Physiologie
Schutzstrategien von Pflanzen gegen Frost
Fallen die Temperaturen unter null Grad, bilden sich Eiskristalle auf den Blättern von winterharten Grünpflanzen - Trotzdem überstehen sie Frostphasen in der Regel unbeschadet.
26.01.2023
Entwicklungsbiologie | Genetik
Neues vom Kleinen Blasenmützenmoos
Mithilfe mikroskopischer und genetischer Methoden finden Forschende der Universität Freiburg heraus, dass die Fruchtbarkeit des Laubmooses Physcomitrella durch den Auxin-Transporter PINC beeinflusst wird.
26.01.2023
Klimawandel | Mikrobiologie | Mykologie
Die Art, wie Mikroorganismen sterben beeinflusst den Kohlenstoffgehalt im Boden
Wie Mikroorganismen im Boden sterben, hat Auswirkungen auf die Menge an Kohlenstoff, den sie hinterlassen, wie Forschende herausgefunden haben.
25.01.2023
Entwicklungsbiologie | Evolution
Wie die Evolution auf unterschiedliche Lebenszyklen setzt
Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, eines der Rätsel der Evolution zu lösen.
24.01.2023
Biochemie | Ökologie | Physiologie
Moose verzweigen sich anders... auch auf molekularer Ebene
Nicht-vaskuläre Moose leben in Kolonien, die den Boden bedecken und winzigen Wäldern ähneln.
24.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Genetik
Verfahren der Genom-Editierung optimiert
Im Zuge der Optimierung von Schlüsselverfahren der Genom-Editierung ist es Forscherinnen und Forschern in Heidelberg gelungen, die Effizienz von molekulargenetischen Methoden wie CRISPR/Cas9 zu steigern und ihre Anwendungsgebiete zu erweitern.
24.01.2023
Ökologie | Zoologie
Kooperation der männlichen australischen Spinnenart Australomisidia ergandros
Forschende konnten in einer Studie zeigen, dass Männchen der australischen Spinne Australomisidia ergandros ihre erjagte Beute eher mit den anderen Mitgliedern der Verwandtschaftsgruppe teilen als die Weibchen.
24.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Physiologie
Mutante der Venusfliegenfalle mit Zahlenschwäche
Die neu entdeckte Dyscalculia-Mutante der Venusfliegenfalle hat ihre Fähigkeit verloren, elektrische Impulse zu zählen.
23.01.2023
Biochemie | Physiologie
neue Einblicke in Mechanismen der Geschmackswahrnehmung
Die Komposition der Lebensmittel, aber auch die Speisenabfolge ist für das perfekte Geschmackserlebnis eines Menüs entscheidend.
19.01.2023
Biodiversität | Neobiota | Ökologie
Starke Zunahme von gebietsfremden Landschnecken
Invasive Landschneckenarten können heimische Arten verdrängen und der menschlichen Gesundheit schaden.
18.01.2023
Insektenkunde | Physiologie | Toxikologie
Was Pflanzengifte bei Monarchfaltern bewirken
Monarchfalter, die zur Abwehr von Fressfeinden große Mengen an Pflanzentoxinen einlagern, tun dies auf Kosten oxidativer Schäden, die die Auffälligkeit ihrer orangefarbenen Flügel beeinflussen.