Constantia (Orchideen)

Constantia
Constantia cipoensis

Constantia cipoensis

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Epidendreae
Untertribus: Laeliinae
Gattung: Constantia
Wissenschaftlicher Name
Constantia
Barb.Rodr.
Vorlage:Taxobox/Wartung/KlammerlemmaUndKursiv

In der Gattung Constantia aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae) finden sich sechs Pflanzenarten, die alle in Brasilien vorkommen. Die sehr kleinen Pflanzen messen nur einige Millimeter und wachsen epiphytisch oder auf Steinen.

Beschreibung

Alle Arten dieser Gattung sind immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Aus einem Rhizom entspringen die Wurzeln, die von einem Velamen umgeben sind. Die Pseudobulben stehen dicht an dicht am Rhizom, sie sind rundlich, seitlich zusammengedrückt und asymmetrisch geformt. Die Oberfläche ist runzlig. Sie messen je nach Art etwa vier bis 15 Millimeter Durchmesser. Jede Pseudobulbe trägt zwei Laubblätter. Sie sind breit-oval geformt, ledrig und etwas runzlig oder gerippt, sie messen etwa einen halben Zentimeter Länge. Der endständige Blütenstand erscheint aus einer Blütenscheide. Er trägt nur eine resupinierte Blüte, die im Verhältnis zur restlichen Pflanze groß ist und etwa dieselben Ausmaße wie Pseudobulben und Blätter zusammen erreicht. Die Blütenfarbe ist weiß oder rosa. Die Sepalen sind breit-lanzettlich, die Petalen nur etwa halb so breit. Die ungeteilte Lippe hat etwa dieselben Maße wie ein äußeres Blütenblatt. Sie formt kein äußerlich sichtbares Nektarium, es kann aber von der Säule innerhalb der Blüte ein kleiner Hohlraum gebildet werden, der als Nektarium gedeutet wird. Alle Blütenblätter sind frei, die Lippe kann an ihrer Basis mit der Säule verwachsen sein. An der Spitze trägt die Säule das Staubblatt, das acht Pollinien enthält.

Verbreitung

Die Arten sind im Osten Brasiliens heimisch. Sie besiedeln trockene Standorte und wachsen an Felsen oder auf Vellozia.

Systematik und Botanische Geschichte

Die Gattung Constantia wird innerhalb der Familie der Orchideen in die Tribus Epidendreae eingeordnet. Nahe verwandt sind die Gattungen Adamantinia, Isabelia, Leptotes, Loefgrenianthus, Pseudolaelia und Pygmaeorchis.[1] Die weitere Verwandtschaft wird in der Subtribus Laeliinae zusammengefasst.

João Barbosa Rodrigues benannte die Gattung Constantia 1877 nach seiner Frau Constança. Die einzige damals bekannte Art war Constantia rupestris. Zwei weitere Arten wurden 1935 von Porto und Brade in die Gattung gestellt, eine davon, Constantia australis, schon länger als Sophronitis australis bekannt. 1991 beschrieb Miranda zwei weitere Arten, die letzte Entdeckung in dieser Gattung ist die 2005 beschriebene Constantia gutfreundiana.

Arten

Typus Art: Constantia rupestris
Abbildung aus:
C.F.P. von Martius: Flora Brasiliensis (1840-1906)
  • Constantia australis (Cogn.) Porto & Brade
  • Constantia cipoensis Porto & Brade
  • Constantia cristinae F.E.L.Miranda
  • Constantia gutfreundiana Chiron & V.P.Castro
  • Constantia microscopica F.E.L.Miranda
  • Constantia rupestris Barb.Rodr.[2]

Kultur

Die Arten sind selten in Kultur, gelegentlich Constantia cipoensis. Von dieser Art gibt es eine Sorte namens 'Roll's Choice' mit einem Blütendurchmesser von 25 Millimeter. Eine Hybride zwischen Constantia cipoensis und Sophronitis cernua, Conphronitis 'Cerci', wurde gezüchtet.

Einzelnachweise

  1. C. van den Berg, M.W. Chase: A reappraisal of Laeliinae, taxonomic history, phylogeny and new generic alliances. In: The Orchid digest. La Canada Cal 68.2004,4, 223. ISSN 0199-9559
  2. World Checklist of Constantia. In: The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.

Literatur

  • C.L. Withner: The Cattleyas and their relatives. Bd 3. Schomburgkia, Sophronitis, and Other South American Genera. Timber Press, Portland 1993 S. 81–87. ISBN 0-88192-269-2

Weblinks

 Commons: Constantia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

19.04.2021
Neobiota
Ausbreitung zweier invasiver Arten: Waschbären und Marderhunde
Der aus Asien stammende Marderhund und der nordamerikanische Waschbär werden sich in Zukunft in Europa vermutlich noch weiter ausbreiten.
19.04.2021
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen
Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen.
19.04.2021
Anthropologie | Entwicklungsbiologie
Evolution der menschlichen Geburtsprobleme
Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind menschliche Neugeborene im Vergleich zur Breite des mütterlichen Geburtskanals sehr groß, was zu einem hohen Risiko sowohl für das Baby als auch die Mutter werden kann.
15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.