Francis Buchanan-Hamilton

Francis Buchanan-Hamilton (* 15. Februar 1762 in Callander, Perthshire, Schottland; † 15. Juni 1829 ebenda), auch als Francis Hamilton-Buchanan und Francis Hamilton bekannt, war ein bedeutender Erforscher und Entdecker südasiatischer Fischarten. Sein zoologisches Hauptwerk hat unter der Kurzbezeichnung "Hamilton's Fishes" bis heute große Bedeutung für die Taxonomie und systematische Ichthyologie.

Herkunft und Leben

Francis Buchanan wurde als dritter Sohn der Eheleute Thomas Buchanan of Spittal und Elisabeth Hamilton, heiress of Bardowie, in der Gemeinde Callander, Grafschaft Perthshire, Schottland, geboren. 1783 bestand er das medizinische Examen in Edinburgh und begann seine Laufbahn im Dienst der britischen Krone als Schiffsarzt der Kriegsmarine. Gesundheitliche Gründe führten bald zu seinem Abschied. Ab 1794 diente er der East India Company in deren bengalischer Niederlassung als Kolonialarzt. Kurz nach seiner Ankunft wurde er an den Gerichtshof von Ava versetzt, wo er sich erstmals intensiv seinen naturkundlichen Neigungen widmete: Er sammelte, registrierte und beschrieb nahezu die gesamte Flora dieses Verwaltungsbezirks einschließlich jener der Andamanen-Inseln.

Nach dem Ende seiner Ava-Mission unterbrach Francis Buchanan die Rückreise in Lakkipur, nahe der Mündung des Brahmaputra. Dort entstand die bis heute bedeutende Beschreibung von Fischen aus dem Ganges und seinen Zuflüssen, die jedoch erst 1822 in London und Edinburgh veröffentlicht wurde. Diese Arbeit enthält zahlreiche wissenschaftliche Erstbeschreibungen.

Später, mittlerweile dem Generalgouverneur Indiens direkt unterstellt, verfasste Buchanan seine größte und wichtigste Arbeit: To travel through and report upon the countries of Mysore, Canara, and Malabar, investigating the state of Agriculture, arts, and commerce; the religion, manners and customs; the history, natural and civil, and antiquities in the dominions of the Rájá of Mysore, and the countries aquiesed by the honorable East India Company in the late and former wars from Tippoo Sultan.

1806 kehrte Buchanan für kurze Zeit nach Großbritannien zurück, bereiste zuvor aber auch Nepal, wo er wiederum umfangreiche botanische Sammlungen durchführen konnte. Anschließend wieder in den indischen Kolonien tätig, arbeitete er zunächst vorwiegend in der Verwaltung der East India Company. 1814 ernennt ihn die Kolonialregierung zum Direktor des Botanischen Gartens von Kalkutta. Aber schon ein Jahr später kehrte er für immer nach Schottland zurück.

Nach den Tod seines ältesten Bruders fiel das mütterliche Erbe an ihn. Dadurch wurde er auch zum Oberhaupt des Hamilton-Clans und führte fortan den zusätzlichen Namen Hamilton. Francis Hamilton (vormals Buchanan) starb im Alter von 67 Jahren auf „Branziet“, seinem Geburtshaus.

Literatur

  • Francis Hamilton: An Account of the Fishes found in the River Ganges and its branches. Edinburgh & London 1822
  • D. Prain: A sketch of the life of Francis Hamilton (once Buchanan) sometime Superintendent of the Honourable Company's Botanic Garden, Calcutta. In: Annals of the Royal Botanic Garden. Band 10, Nr. 2, S. (1), I–LXXV, Calcutta 1905
  • Leslie Stephen (Herausgeber): Dictionary of national Biography. Band VII, S. 186, Smith, Elder & Co., London 1886

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

21.06.2021
Neurobiologie
Wählerische Nervenzellen
Der visuelle Thalamus ist klassischerweise dafür bekannt, die von der Netzhaut kommenden visuellen Reize an die Großhirnrinde weiterzuleiten.
21.06.2021
Botanik | Genetik | Klimawandel
Gene für Dürreresistenz in Buchen: Hitzesommer überleben oder austrocknen?
Forscherinnen identifizieren Gene für Dürreresistenz in Buchen, aber nicht jeder Baum hat das genetische Rüstzeug für einen Klimawandel.
21.06.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Mimik-Erkennung: Warum das Gehirn dem Computer (noch) überlegen ist
Die Corona-Maskenpflicht macht uns derzeit bewusst: Mimik ist eines unserer wichtigsten Kommunikationssignale.
20.06.2021
Physiologie | Paläontologie
Kleiner Elefant hörte tiefe Töne
Der ausgestorbene Zwergelefant Palaeoloxodon tiliensis von der griechischen Insel Tilos besaß offenbar ein ähnliches Hörspektrum wie seine großen, heute lebenden Verwandten.
20.06.2021
Biodiversität | Insektenkunde
In Deutschland Gewinner und Verlierer: Libellen
In den letzten 35 Jahres hat sich die Verteilung der Libellenarten in Deutschland stark verändert.
18.06.2021
Ethologie | Insektenkunde
Die komplexe Organisation einer Ameisenkolonie
Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie über räuberische Ameisen erklärt, wie kleine Unterschiede zwischen Einzeltieren die kollektive Organisation der Kolonie verändern.
18.06.2021
Ethologie | Primatologie
Schimpansen-Waisen erholen sich vom Verlust der Mutter
Chronischer Stress könnte ein Grund dafür sein, warum manche Tierwaisen eine kürzere Lebenserwartung haben und weniger Nachkommen bekommen.
18.06.2021
Ökologie | Insektenkunde
Stickstoffüberschuss gefährdet Schmetterlinge
Stickstoff aus Landwirtschaft, Verkehrsabgasen und Industrie bringt Schmetterlinge in der Schweiz in Bedrängnis.
18.06.2021
Insektenkunde | Entwicklungsbiologie
Steinfliegen: Jugend beeinflusst Erwachsenenleben
Die Metamorphose führt bei Insekten meist zu völlig verschieden aussehenden Larven- und Erwachsenenstadien: Schmetterlinge unterscheiden sich etwa drastisch von ihren Jungstadien, den Raupen.
18.06.2021
Ökologie | Vogelkunde
Dramatische Veränderung der Brutvogelgemeinschaft
Im Bonner Stadtteil Dottendorf hat die Zahl der Brutvogelarten in den vergangenen 50 Jahren deutlich abgenommen.
16.06.2021
Genetik
Genome aus ihren Puzzleteilen wieder zusammensetzen
Ein Forscherteam des Friedrich-Miescher-Labors für biologische Arbeitsgruppen hat eine neue Methode zur DNA-Sequenzierung entwickelt, die schnelles und effizientes Aufspüren von genetischer Information ermöglicht.
16.06.2021
Ökologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Kleingewässer in Agrarlandschaften stark mit Pestiziden belastet
Pestizide sichern die Erträge in der Landwirtschaft, indem sie schädliche Insekten, Pilze und Unkräuter bekämpfen.