Francesco Cupani

Francesco Cupani

Francesco Cupani (* 21. Januar 1657 in Mirto; † 19. Januar 1710 in Palermo) war ein italienischer Arzt, Theologe und Botaniker.

Leben

Francesco Cupani studierte anfangs Medizin und später Theologie. 1681 trat er dem Franziskanerorden bei. In Palermo lehrte er Theologie. Nach einem Treffen mit Paolo Boccone brachte er aber die meiste Zeit mit der Untersuchung von Pflanzen, Tieren und Mineralien aus Sizilien zu.

Im Auftrag von Herzog Giuseppe del Bosco legte er 1692 einen der ersten Botanischen Gärten Europas an, den Botanischen Garten von Misilmeri. Diese Aufgabe brachte ihn in Kontakt mit vielen Botanikern Europas, so z.B. Joseph Pitton de Tournefort, Caspar Commelin, William Sherard, James Petiver, Johann Georg Volckamer, Felice Viali (1638–1722) und Giovanni Battista Triumfetti.

25 Jahre arbeitete er an seinem Hauptwerk Pamphyton siculum, einer Naturgeschichte Siziliens, das er aber nicht mehr vollenden konnte.

Ehrentaxon

Charles Plumier benannte ihm zu Ehren die Gattung Cupania[1] der Pflanzenfamilie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Carl von Linné übernahm später diesen Namen.[2][3] Außerdem sind etwa 25 weitere Pflanzenarten nach Cupani benannt, beispielsweise Cupanis Zeitlose (Colchicum cupanii).

Werke

  • Catalogus Plantarum Sicularum noviter adinventarum. Palermo 1692
  • Syllabus Plantarum Sicilae nuper detectarum. Palermo 1694
  • Hortus Catholicus seu Illustrissimi et Excellentissimi Principis Cathlicae Ducis Misilmeris. Neapel 1696
  • Supplementum alterum ad Hortum Catholicum. Palermo 1697
  • Pamphyton siculum seu Historia naturalis de animalibus, stripibus, fossilibus, quae in Silicia, vel in circuito eius, inveniuntur. Palermo 1713 (posthum)

Literatur

  • Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrtenlexikon. Band 1, 1750

Einzelnachweise

  1. Charles Plumier: Nova Plantarum Americanarum Genera. Leiden 1703, S. 45
  2. Carl von Linné: Critica Botanica. Leiden 1737, S. 92
  3. Carl von Linné: Genera Plantarum. Leiden 1742, S. 87

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.06.2021
Anthropologie | Virologie | Immunologie
Wie Viren Immunzellen zu Trojanischen Pferden machen
Zytomegalieviren programmieren Fresszellen der Lunge so um, dass sie selbst Viren produzieren und diese in der Lunge verbreiten.
13.06.2021
Bionik und Biotechnologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Zuckerhirse: Süßes Versprechen für die Umwelt
Zuckerhirse lässt sich zur Herstellung von Biogas, Biokraftstoffen und neuen Polymeren nutzen, zudem kann sie dazu beitragen, Phosphatdünger zu ersetzen.
13.06.2021
Botanik | Physiologie
Todesduft der Pfeifenwinde lockt Sargfliegen in die Blüten
Ein internationales Pflanzenforscherteam hat in einer neuen Studie eine ungewöhnliche und bisher unbekannte Fortpflanzungsstrategie bei Pflanzen entdeckt.
11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.
09.06.2021
Genetik | Neurobiologie
Menschen-Gen macht Mäuse schlauer
Ein Gen, das nur beim Menschen vorkommt, führt bei Mäusen zu einem größeren Gehirn, erhöhter Flexibilität des Gedächtnisses und weniger Ängstlichkeit.
09.06.2021
Taxonomie
„Zombie-Frosch“ entdeckt
Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben mit einem internationalen Team drei neue Froscharten aus dem nördlichen Amazonasgebiet beschrieben.
09.06.2021
Klimawandel | Primatologie
Kein Platz für Menschenaffen
Der Klimawandel wird das Verbreitungsgebiet afrikanischer Menschenaffen in den nächsten 30 Jahren drastisch verkleinern.
07.06.2021
Ökologie | Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Art der Waldnutzung beeinflusst Lebensrhythmus der Wildpflanzen
Durch die Klimaerwärmung verschieben sich bei vielen Pflanzen die jahreszeitlichen Rhythmen, zum Beispiel die Blütezeit.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Junge Seeadler bleiben länger im elterlichen Revier
Seeadler reagieren sensibel auf Störungen durch den Menschen, weshalb in unmittelbarer Umgebung der Horste forst- und landwirtschaftliche Nutzungen beschränkt sind.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Vertrauen bei Rabenvögeln
Rabenvögel benutzen soziale Informationen, um sich vor Täuschung durch Artgenossen aus Nachbarterritorien zu schützen.