Fransenlippenfledermaus

Fransenlippenfledermaus
Fransenlippenfledermaus (Trachops cirrhosus)

Fransenlippenfledermaus (Trachops cirrhosus)

Systematik
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Hasenmaulartige (Noctilionoidea)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Lanzennasen (Phyllostominae)
Gattung: Trachops
Art: Fransenlippenfledermaus
Wissenschaftlicher Name
Trachops cirrhosus
(Spix, 1823)

Die Fransenlippenfledermaus (Trachops cirrhosus) ist eine Fledermausart aus der Unterfamilie der Lanzennasen (Phyllostominae). Ihren Namen hat sie von den warzenähnlichen Fortsätzen auf der Unterlippe.

Das Fell dieser Fledermaus ist rötlich-braun oder gräulich gefärbt, charakteristisch sind wie bei vielen Lanzennasen die langen, quergefurchten Ohren und das spitze Nasenblatt. Die Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 76 bis 88 Millimeter und ein Gewicht von rund 32 Gramm. Der kurze Schwanz wird 12 bis 21 Millimeter lang.

Fransenlippenfledermäuse sind vom südlichen Mexiko bis Bolivien und dem südlichen Brasilien verbreitet. Ihr Lebensraum sind vorwiegend Wälder, manchmal kommen sie auch auf Plantagen vor. Als Schlafquartiere dienen ihnen Baumhöhlen, Höhlen oder Gebäude.

Die Nahrung dieser Tiere besteht aus Insekten und kleinen Wirbeltieren. Besonders ihre Jagd auf Frösche hat sie bekannt gemacht. Frösche quaken oft in der Nacht in Gruppen, um Weibchen anzulocken, die Fransenlippenfledermäuse orientieren sich an diesen Geräuschen und können sie bis zu 12 Tiere pro Stunde erlegen. Bleiben die Frösche stumm, ist die Ausbeute der Fledermäuse weit geringer. Die Fransenlippenfledermäuse sind darüber hinaus in der Lage, anhand der Quakgeräusche einzelne Froscharten zu identifizieren, so können sie giftige von genießbarer Beute unterscheiden.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.
22.07.2021
Mikrobiologie | Meeresbiologie
Alles ausgebucht am Meeresgrund
Ob Sommer oder Winter, ob Mitternachtssonne oder Polarnacht – auf dem Sand des Meeresbodens wohnen stets die gleichen Bakterien.
22.07.2021
Mykologie | Genetik | Bionik und Biotechnologie
Das Genom der Flechten ist verräterisch
Flechten können in unterschiedlichen Klimazonen verschiedene Naturstoffe produzieren die gebildeten Stoffe sind vor allem als Mittel gegen Krebs und andere Krankheiten bekannt.
21.07.2021
Ökologie
Mikroplastik in der Arktis
Rund um die Inselgruppe Svalbard (norwegisch für Spitzbergen) im arktischen Ozean stellen sogenannte Rhodolithe, aufgebaut aus kalkabscheidenden Rotalgen, ökologische Nischen für eine Vielzahl von Organismen zur Verfügung.
21.07.2021
Ethologie | Primatologie
Tödlicher Angriff von Schimpansen auf Gorillas beobachtet
Schimpansen sind in Ost- und Zentralafrika verbreitet und leben in einigen Gebieten, wie dem Loango-Nationalpark in Gabun, mit Gorillas gemeinsam im gleichen Habitat.
21.07.2021
Bionik und Biotechnologie | Insektenkunde
Wüstenameise wird Vorbild für Laufroboter
Barbara Schlögl hat im Westfälischen Institut für Bionik der Hochschulabteilung Bocholt eine Doktorarbeit geschrieben, in der sie der Wüstenameise Cataglyphis deren Fähigkeit abgekuckt hat, sich im Raum zu orientieren.
21.07.2021
Biodiversität | Neobiota
Italienische Höhlensalamander in Deutschland?
Nicht-einheimische Arten zählen zu den Hauptproblemen für den Verlust der Artenvielfalt.
21.07.2021
Zoologie | Genetik | Ökologie
Wolf-Hund-Mischlinge sicher erkennen
Forschende haben eine neue Methode vorgestellt, die es erlaubt, Wolf-Hund-Hybriden anhand von Umweltproben, wie Kot, Haaren oder Speichelresten sicher zu erkennen.
21.07.2021
Anthropologie | Primatologie
Gebrauch von Steinwerkzeugen: Schimpansen leben vor der Steinzeit
Anders als frühe Menschenarten scheinen Schimpansen nicht in der Lage zu sein, spontan scharfe Steinwerkzeuge herzustellen und zu nutzen.
21.07.2021
Ökologie | Klimawandel | Video
Vermehrte Regenfälle im Sommer verändern den Kohlenstoffkreislauf in der Arktis
Arktische Flüsse transportieren durch dem Klimawandel mehr Nährstoffe und Kohlenstoff. das hat potenzielle Auswirkungen auf Wasserqualität, Nahrungsketten und freiwerdende Klimagase.
21.07.2021
Anthropologie | Genetik | Paläontologie
25.000 Jahre altes menschliches Umweltgenom wiederhergestellt
Uralte Sedimente aus Höhlen können DNA über Jahrtausende konservieren, aber deren Analyse wird dadurch erschwert, dass meist nur wenige Sequenzen aus den Sedimenten gewonnen werden können.