Giovanni Baptista Ferrari

Aurantium corniculatum. Handkolorierter Kupferstich von Cornelis Bloemaert, aus Hesperides, 1646

Giovanni Baptista (auch: Battista) Ferrari (* 1584 in Siena; † 1. Februar 1655 in Siena), war ein italienischer Jesuit und Professor in Rom, Botaniker sowie u.a. Herausgeber illustrierter Pflanzenbücher und eines lateinisch-syrischen Wörterbuches.

Giovanni Baptista Ferrari war sprachlich und wissenschaftlich hochbegabt, unterrichtete 21 Jahre lang Hebräisch und sprach und schrieb hervorragend Altgriechisch und Latein. Er war Herausgeber eines lateinisch-syrischen Wörterbuches (Nomenclator syriacus, 1622).

Der Pflanzenliebhaber Ferrari gehörte zum Umkreis des Kardinals Barberini, der einen eigenen Garten mit exotischen Pflanzen besaß (Horti Barberini).

Ferrari selbst gab unter anderem 1632 ein vierbändiges Werk über die Kultivierung von Zierpflanzen (De Florum Cultura) heraus, illustriert mit Kupferstichen (unter anderem von Anna Maria Variana, möglicherweise der ersten berufsmäßigen Kupferstecherin überhaupt). Das erste Buch behandelt die Gestaltung und Pflege des Gartens sowie Gartengeräte. Das zweite Buch gibt Beschreibungen der verschiedenen Blumen, während das dritte Buch die Kultur dieser Blumen behandelt. Das vierte Buch setzt dies fort mit einer Abhandlung über die Verwendung und die Schönheit der Blumenarten, einschließlich ihrer verschiedenen Sorten und Mutationen.

Ein weiteres Werk sind die Hesperidae, 1646 erstmals erschienen. Der erste Band dieses Tafelwerkes widmet sich den Zitrusfrüchten und ihren vielen Sorten und Variationen. Die enthaltenen Stiche wurden zum Teil von den besten Künstlern der damaligen Zeit (wie Cornelis Bloemaert und Nicolas Joseph Foucault) nach Vorlagen ebenso renommierter römischer Maler und Zeichner des Barock angefertigt (zum Beispiel Pietro da Cortona, Andrea Sacchi, Nicolas Poussin, Pietro Paolo Ubaldini, F. Perier, Francesco Albani, Philippe Gagliard, F. Ramanelli, Guido Reni, Dominic Zampieri und H. Rinaldi). Die Früchte sind in ihrer natürlicher Größe, einmal als ganze Frucht inklusive Blätter und zum anderen aufgeschnitten dargestellt. Die weiteren Tafeln zeigen Herkules, mythologische Szenen, Gartengebäude, Orangerien, Gartenwerkzeuge usw..

Beide Werke legen besonderen Wert auf absolut exakte Darstellung.

Ferrari war damit der erste Wissenschaftler, der die kompletten Limonen-, Zitronen- und Granatapfelgärten der Hesperiden beschrieb. Er beschrieb außerdem medizinische Zubereitungen, die auf Zitrusfruchtblüten oder -früchten basierten und bezeichnete Limonen, Zitronen und Granatäpfel als Heilpflanzen gegen Skorbut.

Gärtnermesser. Handkoloriert nach einer Illustration in Hesperides, 1646

Werke

  • Hesperides Sive De Malorvm Avreorvm Cvltvra Et Vsv Libri Quatuor. Rom: Scheus; Mascardi, 1646 (mehrere Neuauflagen bzw. Sekundärausgaben)
  • De Florum Cultura. Flora Sive Florum Cultura. Rom: Paulinus, 1633 (mehrere Neuauflagen bzw. Sekundärausgaben)
  • Orationes. Rom, 1627 (mehrere Neuauflagen bzw. Sekundärausgaben)
  • Nomenclator syriacus. Rom: Paulinus, 1622

Literatur

  • Massimo Ceresa: Ferrari, Giovanni Battista. In: Fiorella Bartoccini (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI), Band 46 (Feducci - Ferrerio), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1996 (italienisch)
  • Flora, overo Cultura di fiori. [Faksimile-Nachdruck der Ausgabe: Rom, Facciotti, 1638] (Giardini e paesaggio; 2), Firenze: Olschki, 2001, ISBN 88-222-5048-6

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