Hermann Christ

Ehrentafel in Las Palmas, Gran Canaria

Hermann Konrad Heinrich Christ (* 12. Dezember 1833 in Basel; † 23. November 1933 in Riehen, reformiert, heimatberechtigt in Basel) war ein Schweizer Jurist und Botaniker. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „Christ“.

Leben

Hermann Christ kam am 12. Dezember 1833 in Basel als Sohn des Notars und Statthalters des Landbezirks Basel Johann Jakob Christ und der Christine geborene Hoffmann zur Welt. Er nahm ein Studium der Rechte in Basel und Berlin auf, das er 1856 mit der Promotion in Basel beendete. Ein Jahr später legte er dazu noch das Notariatsexamen ab.

In der Folge war Christ zunächst von 1859 bis 1868 als Zivilgerichtsschreiber, anschliessend von 1869 bis 1908 als Anwalt und Notar in Basel, tätig. Daneben gehörte Hermann Christ von 1871 bis 1873 als Mitglied dem Bau- und Ehegericht sowie von 1895 bis 1907 dem Appellationsgericht an. 1871 fungierte er dazu auch als stellvertretender Staatsanwalt. Überdies amtierte er von 1871 bis 1873 als Basler Grossrat.

Er heiratete 1862 Maria, Tochter des Basler Kaufmanns Christof Socin. Hermann Christ verstarb am 23. November 1933 wenige Wochen vor Vollendung seines 100. Lebensjahres in Riehen.

Ehrungen

Die Universitäten Basel, im Jahr 1885, sowie Genf, 1909, würdigten Hermann Christ für seine Verdienste als Naturwissenschaftler mit der Verleihung von Ehrendoktoraten. Zudem wurde Christ als Ehrenmitglied oder korrespondierendes Mitglied in über zwanzig wissenschaftliche Gesellschaften in der Schweiz und Europa aufgenommen.

Wirken

Als Jurist erwarb sich Hermann Christ vor allem Verdienste auf dem Gebiet des Eisenbahntransportrechts. Als christlicher Philanthrop engagierte er sich für die Rechte verfolgter Volksgruppen in Afrika, fungierte als Mitglied des Komitees der Basler Missionsgesellschaft und veröffentlichte Schriften mit religiösem Inhalt.

Besondere Berühmtheit erlangte Hermann Christ durch seine botanischen Studien, die er in seiner Freizeit betrieb. Er publizierte über eine einmalige Zeitspanne von achtzig Jahren über dreihundert Arbeiten zu Themen der Pflanzengeografie, Systematik und Geschichte der Botanik. Viele seiner Werke zählen, auch wegen ihres poetischen Schreibstils, noch heute zu den Klassikern der botanischen Literatur.

Zudem prägte Hermann Christ mit der Kombination aus juristischen und biologischen Kenntnissen das Naturschutzrecht. Als Mitglied der Schweizerischen Naturschutzkommission in den Jahren 1906 bis 1916 war er unter anderem an den kantonalen Pflanzenschutzverordnungen und an der Gründung des Nationalparks beteiligt.

Werke (Auswahl)

  • Das Pflanzenleben der Schweiz, 1879
  • Die Farnkräuter der Erde, 1897
  • Die Farnkräuter der Schweiz, 1900, 2. 1982
  • Geographie der Farne, 1910

Literatur

  • Universitätsbibliothek Basel: Nachlass.
  • Bericht der Deutschen Botanischen Gesellschaft, Bd. 2, 1933, S. 2
  • Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, 1817-1977, 1934, S. 493–511, mit Werkverzeichnis.
  • Basler Jahrbuch. 1935.
  • Alfred Becherer: «Erinnerungen an die Basler Botaniker Hermann Christ, Emil Steiger und Eduard Thommen». In: Bauhinia 5/3, 1975, S. 161–171.

Weblinks

 Wikisource: Hermann Christ – Quellen und Volltexte

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