Japanische Riesenkrabbe

Japanische Riesenkrabbe
Japanische Riesenkrabbe (Macrocheira kaempferi)

Japanische Riesenkrabbe (Macrocheira kaempferi)

Systematik
Klasse: Krebstiere (Crustacea)
Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
Unterordnung: Krabben (Brachyura)
Familie: Inachidae
Gattung: Macrocheira
Art: Japanische Riesenkrabbe
Wissenschaftlicher Name
Macrocheira kaempferi
Temminck, 1836

Die Japanische Riesenkrabbe (Macrocheira kaempferi) ist die größte lebende Krebsart und zugleich der größte lebende Gliederfüßer.[1]

Merkmale

Die Japanische Riesenkrabbe hat eine Masse von 16 bis 20 Kilogramm. Ihr Körper hat einen Durchmesser von rund 37 Zentimetern, von der Spitze eines Beins zum anderen misst sie in ausgestreckter Lage bis zu 3,7 Meter. Der Körper ist rundlich und mit stumpfen Auswüchsen bedeckt, die Beine sind extrem lang und dünn.

Verbreitung

Japanische Riesenkrabben finden sich ausschließlich im Pazifik um Japan, wo sie als „Takaashigani“ (jap. 高脚蟹, „langbeinige Krabbe“) bekannt sind. Dort leben sie in Meerestiefen zwischen 300 und 400 Metern, in Temperaturen zwischen 11 °C und 14 °C.[2] Während der Laichzeit wandern die Riesenkrabben in seichtere Gewässer.[3]

Vermehrung und Entwicklung

Die männlichen Tiere sind größer als die weiblichen und haben größere Zangen. Das Sperma tragen die Männchen in Spermatophoren mit sich, während der Paarung wird es durch die Gonopoden übertragen. Die befruchteten Eier trägt das Weibchen am Körper mit sich, wo sie durch einen Kleber aus den Setae gehalten werden.

Die frisch geschlüpften Zoea sind kleine, transparente, runde und beinlose Organismen, die an der Meeresoberfläche schwimmen. Nach mehreren Häutungen beginnen sich die Extremitäten zu bilden und der Körper formt sich aus, dies setzt sich während der folgenden Häutungen fort, bis die Tiere ausgewachsen sind.

Lebensweise

Japanische Riesenkrabbe im Kaiyūkan-Aquarium in Ōsaka, Japan
Japanische Riesenkrabbe, Deutsches Meeresmuseum, Stralsund

Japanische Riesenkrabben schreiten auf ihren langen Beinen auf der Suche nach Futter sehr langsam über den Meeresgrund.

Nahrung

Sie sind Allesfresser, fressen Aas, Pflanzen (die sie vom Meeresboden schaben) oder andere Tiere wie Weichtiere, deren Schalen sie öffnen, um an das Fleisch zu gelangen. Um sich vor Fressfeinden (z.B. Tintenfischen) zu tarnen, legen sie Schwämme und ähnliche Meerestiere auf ihren Körper.

Entdeckung

Diese Krabbenart wurde von dem deutschen Arzt und Forschungsreisenden Engelbert Kaempfer Ende des 17. Jahrhunderts entdeckt, worauf auch der Name der Riesenkrabbe (Macrocheira kaempferi) hindeutet. Sowohl ein männliches, als auch ein weibliches Tier dieser Gattung sind präpariert in der Heimatstadt Kaempfers, in der lippischen Alten Hansestadt Lemgo, im Museum Hexenbürgermeisterhaus zu sehen.

Trivia

Von Mitte Februar bis Ende März 2010 war ein lebendes Exemplar der Art im National Sea Life Birmingham zu sehen. Es wurde aus Japan eingeflogen, auf den Namen Crabzilla getauft und soll seine endgültige Heimat im Sea Life Centre in Blankenberge finden.[4][5] Auch im österreichischen Haus des Meeres sind drei lebende Exemplare ausgestellt.[6] Als Teil einer Sonderausstellung werden auch im Sea Life Centre Berlin ab März 2012 Japanische Riesenkrabben zu sehen sein.[7]

Nachweise

Weblinks

 Commons: Macrocheira kaempferi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Smithsonian Scientific Series, Seite 173. 10. Auflage (1931). Smithsonian Institution, 1929. Abgerufen am 12. Februar 2012. „Der Gigant unter den Krebstieren ist selbstverständlich […] Macrocheira kaempferi“ [„The giant among Crustacea is, of course, Macrocheira kaempferi“]
  2. Giant spider crab. In: The Two Oceans Aquarium. Abgerufen am 24. Jänner 2012.
  3. Life on the deep sea floor. In: Natural History Museum. Abgerufen am 10. Februar 2012.
  4. Giant spider crab set for Birmingham sea life centre. In: BBC News, 12. Februar 2010. Abgerufen am 10. Februar 2012.
  5. [[[:Vorlage:WBA]] Homepage des National Sea Life Birmingham. Abgerufen am 15. Februar 2010.]
  6. Neues Tiefsee-Aquarium. In: Haus des Meeres. 15. September 2011, abgerufen am 26. Februar 2012.
  7. Japanische Riesenkrabben. In: Sealife Berlin. Merlin Entertainments Ltd., abgerufen am 23. März 2012.

Das könnte Dich auch interessieren