Joachim Illies

Joachim Illies (* 23. März 1925 in Ketzin, Havelland; † 3. Juni 1982 in Schlitz im Vogelsbergkreis) war ein deutscher Biologe, Entomologe und Sachbuchautor.

Leben

Joachim Illies studierte Biologie in Göttingen und Kiel. Er war Honorarprofessor für Zoologie in Gießen, forschte am damaligen Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön und leitete zeitweise dessen Außenstelle Limnologische Fluss-Station in Schlitz. Illies beschäftigte sich wissenschaftlich vorwiegend mit limnologischen Fragestellungen, insbesondere mit der Ökologie und der Systematik von Süßwasserinsekten.

Illies war auch Synodaler der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er veröffentlichte ungefähr vierzig Bücher zu Themen des Grenzgebietes von Anthropologie und Theologie. 1981 gehörte er zu den Unterzeichnern des Heidelberger Manifestes.

In dem interdisziplinären Feld von Theologie und Evolutionsforschung relativierte Illies den darwinistischen Erklärungsansatz der Evolution. „Joachim Illies war als Biologe fest von dem historischen Aspekt einer Evolution überzeugt. Illies distanzierte sich deutlich von Fundamentalisten. In der Frage aber, wie denn alle Evolution zustande kommt, löste er sich von der Wissenschaft. Der Darwinismus, den er einfach mit Zufall und Notwendigkeit gleichsetzte, war für ihn eine widerlegte Hypothese.“[1] Laut Illies kann es nur die Hand des biblischen Gottes sein, die die Evolution auf geheimnisvolle Weise vorantreibt. [2] In seinem letzten, postum herausgegebenen Buch Der Jahrhundert-Irrtum zum Thema Darwinismus und Evolution argumentierte Illies entsprechend mit folgender Position: Es gebe eine schrittweise Generationenkette von der Amöbe zum Menschen, aber der Darwinismus mit seiner Reduktion auf Mutation und Selektion sei eine unzulässige Vereinfachung allen Evolutionsgeschehens. Hinter der Evolution stehe mehr; das sei etwas bisher Unverstandenes; dieses Unverstandene bilde die Brücke zum Religiösen.

Joachim Illies starb kurz nach einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main an Herzversagen. Dort hatte er sein Buch Das Geheimnis des Grünen Planeten vorgestellt. Carsten Bresch, der im österreichischen Fernsehen zuvor eine wissenschaftliche Diskussion mit ihm zum Thema Schöpfung und/oder Evolution geplant hatte, konnte nun nur mehr einen Nachruf auf Joachim Illies halten, den er mit großer Hochachtung beendete: „Seine Bücher werden die Erinnerung an den Menschen und Bekenner Joachim Illies wachhalten auch bei denen, die wissenschaftlich anderer Meinung sind.“[1]

Joachim Illies ist der Vater des Autors und Journalisten Florian Illies.

Werke

  • Adams Handwerk, Furche 1967
  • Noahs Arche, Kosmos 1968
  • Wissenschaft als Heilserwartung, Furche 1969
  • Die Affen und wir, ro-ro-ro-tele 1970
  • Zoologie des Menschen, Piper 1971
  • Feigenblatt und Lorbeer, Schünemann 1971
  • Die Sache mit dem Apfel, Herder 1972, mit Beiträgen von Heinrich Spaemann, Christa Meves, Ernst Bloch u.a.
  • Für eine menschenwürdige Zukunft, Herder 1972
  • Hoffnung auf Naturwissenschaft, Die Waage, Zürich 1972
  • Biologie und Menschenbild, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien (Herder) 1975, ISBN 3-451-07526-1
  • Das Geheimnis des Lebendigen - Leben u. Werk des Biologen Adolf Portmann, München 1976 (Kindler), ISBN 3-463-00673-1
  • Die andere Seite der Biologie, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1978 (Herder), ISBN 3-451-07677-2
  • Kulturbiologie des Menschen - Der Mensch zwischen Gesetz und Freiheit, München 1978 (Piper), ISBN 3-492-00482-2
  • Zwischen Engel und Tier. Schulte+Gerth, Asslar 1981
  • Das Geheimnis des grünen Planeten, 248 S., Frankfurt / Main 1982 (Umschau-Verlag), ISBN 3-524-69038-6
  • Der Jahrhundert-Irrtum - Würdigung und Kritik des Darwinismus, 200 S., Frankfurt / Main 1983 (Umschau-Verlag), ISBN 3-524-69046-7

Literatur

  • Brockhaus Enzyklopädie, Neunzehnte, völlig neu bearbeitete Auflage, Band 10, Seite 393, Artikel Illies, Joachim, Mannheim 1989, ISBN 3-7653-1110-3
  • Carsten Bresch: Nachruf auf Joachim Illies, in AGEMUS, Juni 1982, Seite 25 f., Freiburg im Breisgau

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Carsten Bresch: Nachruf auf Joachim Illies, in AGEMUS, Juni 1982, Seite 25 f.
  2. vgl. auch Edgar Dacqué

Weblinks


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