Joachim Friedrich Bolten

Joachim Friedrich Bolten (* 11. August 1718 in Horst (Holstein); † 6. Januar 1796 in Hamburg) war ein deutscher Arzt und Conchologe. Sein zoologisches Autorenkürzel lautet Bolten (Bolt.).

Leben und Wirken

Jochim Friedrich Bolten, der Arzeneigelahrtheit Doktors und Hamburgischen Physici, Nachricht von einer neuen Thierpflanze. Hamburg in der Heroldischen Buchhandlung 1770

Bolten war der Sohn des Pastors Johann Bolten, der 1758 als Propst in Altona starb, und seiner Frau Anna Gertrud, einer Tochter des Archidiakons von St. Katharinen in Hamburg, Matthias Biester. Er studierte Medizin an der Universität Halle und wurde hier bei Georg Christian Maternus de Cilano 1740 zum Dr. med. promoviert.[1] Er ließ sich als ausübender Arzt in Hamburg nieder und wurde am 23. Januar 1747 zum Subphysikus und am 24. Mai 1754 zum Stadtphysikus ernannt. Er war ein Gegner der Einführung der Blattern-Impfung und hatte mit Johann Albert Heinrich Reimarus darüber eine heftige literarische Auseinandersetzung.

Am 7. September 1751 heiratete er Anna Maria, die Tochter des Kaufmanns Joachim Helwig Sillem. Sie gebar ihm 15 Kinder, von denen ihn jedoch nur ein Sohn und vier Töchter überlebten. Sein Sohn Dr. jur. Johann Joachim (1752–1835) war hamburgischer Domherr und ab 1798 Rittergutsbesitzer des Gutes Kloddram in Vellahn in Mecklenburg. Zu seinen Enkeln gehörten der Rostocker Ehrenbürger Carl Alexander Bolten und der Hamburger Reeder August Bolten (1812-1887).

Museum Boltenianum

Bolten trug in jahrelanger Sammeltätigkeit ein Conchyliencabinet zusammen, das zu seiner Zeit als einzig in seiner Art galt. Unter dem Titel Museum boltenianum begann Dr. med. J. Dominikus Schulze in Hamburg eine Beschreibung heftweise herauszugeben, von der aber nur wenige Bogen erschienen sind. Einen Katalog nach der 13. Auflage des linnéischen Systems gab Peter Friedrich Röding 1798 mit einer lateinischen Vorrede des Helmstedter Professors und Abts Anton August Heinrich Lichtenstein heraus. Davon ist der Auktionskatalog von Johannes Noodt unter dem Titel Mueseum boltenianum 1819 eine neue Auflage. Der Katalog wurde wenig beachtet und die Sammlung mit der Auktion vom 26. April 1819 zerstreut, wobei Röding allerdings einige Exemplare für seine eigene Sammlung erwarb.[2] Erst nach der Herausgabe eines Faksimiledrucks der Ausgabe von 1798 nach dem Exemplar des Britischen Museums erkannte William Healey Dall 1915, dass er neue gültige Taxa enthielt, wenn auch mit langen Namen und nur kurzen Beschreibungen.

Werke

  • Nachricht von einer neuen Thierpflanze. Hamburg: Herold 1770
  • Bibliotheca Bolteniana sive Catalogus librorum rarissimorum, nitidissime compactorum ex omni genere scientiarum, ... Hamburgi : Typis Trappii, [um 1794]
Museum Boltenianum sive Catalogus cimeliorum e tribus regnis naturae, quae olim collegerat Joach Frieder Bolten, M. D. per XL annos Proto physicus Hamburgensis / P. 2. Continens Conchylia sive Testacca univalvia, bivalvia & multivalvia. (1798)
  • Neudruck London: British Museum 1906
Digitalisat des Exemplars der Smithsonian Institution im Internet Archive

Literatur

  • Hans Schröder: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart. Band 1, Hamburg: Perthes 1851, S. 329-331*
  • William Healey Dall: An index to the Museum Boltenianum. Washington, DC: Smithsonian institution 1915 (Digitalisat)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Band 1 (1802), S. 510
  2. Für eine Aufstellung einiger Käufer und Erlöse nach Noodts Handexemplar des Katalogs siehe Otto Semper: Museum Boltenianum. Einige Mitteilungen über mein Exemplar dieses Cataloges, in: Verhandlungen des Vereins für Naturwissenschaftliche Unterhaltung 1 (1875), S. 121-125

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