Kinetosom

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Kinetosomen kommen in Zellen vor, die mit Zilien (Flimmerhärchen) besetzt sind. Sie sitzen normalerweise in einer Reihe direkt unterhalb der apikalen Zellmembran an der Basis und werden deshalb auch Basalkörperchen der Zilien bezeichnet und sind wie Zentriolen aufgebaut. In ihrer Gesamtheit werden sie als Terminalgespinst bezeichnet.

Zilien entspringen den Basalkörperchen, die noch innerhalb der Zelle liegen, und ragen als lange fadenförmige Struktur über die Zellmembran hinaus. Der herausragende Teil ((+)-Ende) ist der Zilienschaft. Im Zilienschaft befindet sich noch ein zusätzliches zentrales Paar von Mikrotubuli, das der gesamten Struktur ein charakteristisches 9-mal-2-plus-2-Aussehen (9x2 + 2) verleiht (9 × 2 äußere und 2 innere Mikrotubuli; kompletter A- und inkompletter B-Tubulus). Diese Struktur der Zilien ist im ganzen Tierreich anzutreffen.

Die Funktion der Zilien besteht im Transport von Flüssigkeiten oder Partikeln an der Zelloberfläche. Der eigentliche Flimmerschlag, der diese Funktion ermöglicht, kommt durch die Bewegung von axonemalem Dynein zustande, welches "versucht", den A- und B-Tubulus der Microtubili gegeneinander zu verschieben (benachbarte). Die Folge ist eine Verbiegung, da die Doubletten durch die Verankerung in den Kinetosomen nicht verschiebbar sind. Die Flimmerzellen kommen beim Menschen z. B. im Eileiter oder in den Bronchien vor.

Literatur

  • Spornitz, Udo M.: Anatomie und Physiologie: Lehrbuch und Atlas für Pflege- und Gesundheitsfachberufe. 4., vollst. überarb. Aufl. – Heidelberg: Springer Medizin, c2004 ISBN 3-540-20600-0
  • Lüllmann-Rauch, R.: Taschenlehrbuch Histologie 3. Auflage - Thieme ISBN 978-3-13-129243-8

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