Laubholz-Knäueling

Laubholz-Knäueling
2012-03-03 Panus conchatus (Bull.) Fr 202240 crop.jpg

Laubholz-Knäueling (Panus conchatus)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Stielporlingsartige (Polyporales)
Familie: Stielporlingsverwandte (Polyporaceae)
Gattung: Knäuelinge (Panus)
Art: Laubholz-Knäueling
Wissenschaftlicher Name
Panus conchatus
(Bulliard : Fr.) Fr.

Der Laubholz-Knäueling (Panus conchatus, syn. Lentinus conchatus, L. percomis, L. torulosus und Panus torulosus), auch Glatter, Birken- oder Veränderlicher Knäueling[1], ist eine Pilzart aus der Familie der Stielporlingsverwandten (Polyporaceae).

Merkmale

Blick auf die Hutunterseite des Laubholz-Knäuelings mit den dicht gedrängt stehenden Lamellen
Junge, violett getönte und ältere, ockerfarbene Fruchtkörper

Der Laubholz-Knäueling ist ein sehr veränderlicher und vielgestaltiger Pilz. Die muschel- bis fächerförmigen Fruchtkörper wachsen in der Regel in büscheligen Knäueln, seltener einzeln. Der 4–10 cm breite Hut ist jung lila bis weinrot gefärbt und blasst im Alter ockerfarben aus. Die Oberfläche ist glatt, lediglich ältere Exemplare sind schwach schuppig beschaffen. Der Hutrand ist anfangs eingerollt, später glatt und scharf. Die schmalen Lamellen stehen dicht gedrängt und laufen am kurzen, filzigen Stiel herab. Sie haben jung eine weiße, später gelbliche bis hellockerliche Farbe und sind violett angehaucht. Die Lamellenschneiden sind ganzrandig. Das Sporenpulver ist cremeweiß. Der zentrale oder seitliche Stiel ist kurz, kann auch fehlen oder mit Stielen anderer Fruchtkörper verwachsen sein. Er ist voll und hat eine feste, zähe Konsistenz. Ansonsten ist das Fleisch des Laubholz-Knäuelings lederig-zäh. Es riecht angenehm, der Geschmack ist mild bis etwas bitterlich und zusammenziehend.

Ökologie

Der Laubholz-Knäueling ist ein holzbewohnender Saprobiont, der in Laubholzstrünken, seltener in liegenden, dicken Ästen eine Weißfäule verursacht. Das bevorzugte Substrat ist Rotbuche, daneben Birken und weitere Laubhölzer. Selten besiedelt der Pilz auch Nadelholz. Er hat eine Vorliebe für subozeanische, sommerfeuchte, wintermilde Lagen und meidet eher kontinentales Klima mit trockenen Sommern und kalten Wintern. Die Art kommt in Rotbuchenwäldern, gelegentlich in Hainbuchen-Eichenwäldern und Hartholzauen vor. Außerhalb von Wäldern ist sie manchmal in Hecken oder Parkanlagen zu finden.

Verbreitung

Der Laubholz-Knäueling ist weit verbreitet, Vorkommen sind aus Australien, Papua-Neuguinea, Asien (tropische bis subarktische Gebiete), Nordamerika und Europa (Mittelmeergebiet bis Skandinavien) bekannt. In Deutschland kommt er zerstreut, mit regionalen Verdichtungs- und Auflockerungsbereichen, vor.

Bedeutung

Der Laubholz-Knäueling ist als Holzbewohner unbedeutend, als Speisepilz ist er aufgrund der zähen Konsistenz und des oft bitterlichen Geschmacks nicht geeignet.

Quellen

Literatur

  •  Hans E. Laux: Der große Kosmos-Pilzführer. Franckh Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 978-3-440-12408-6 (720 Seiten).
  •  Egon Horak: Röhrlinge und Blätterpilze in Europa. 6. völlig neu bearbeitete Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, München 2005, ISBN 978-3827414786 (592 Seiten).

Einzelnachweise

  1. Eric Strittmatter: Panus conchatus (Bulliard 1787 : Fries 1821) Fries 1838. Pilz-Taxa-Datenbank auf Fungiworld.com. Abgerufen am 4. März 2012.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

23.06.2021
Botanik | Physiologie | Biochemie
Wie kleine Moleküle Pflanzen bei ihrer Stressbewältigung helfen
Ein Team von Wissenschaftlerinnen hat in einer aktuellen Studie ein neuartiges regulatorisches kleines Molekül untersucht und beschrieben.
23.06.2021
Zytologie | Genetik | Biochemie
Flashmob im Zellkern
Der Zellkern ist weit mehr als eine Art Aufbewahrungs-Behälter für Chromosomen: In ihm sitzt auch die komplexe Maschinerie, die Abschriften der gerade benötigten Gene herstellt und in die Zelle entlässt.
23.06.2021
Anthropologie | Primatologie
Dem Affen in die Augen geschaut
Das Weiße in unserem Auge ist etwas Besonderes, denn die Lederhaut ist nicht pigmentiert, weshalb wir gut verfolgen können, wohin unser Gegenüber schaut.
23.06.2021
Physiologie | Ökologie | Biodiversität
Der Duft macht’s
Pflanzliche Inzucht mindert die Attraktivität für Bestäuber, das zeigt ein Forschungsteam am Beispiel der Weißen Lichtnelke.
23.06.2021
Anthropologie | Physiologie | Primatologie
Das Alter lässt sich nicht betrügen
Die Lebenserwartung in Primatenpopulationen wird durch die Überlebensrate der Jüngeren bestimmt.
23.06.2021
Botanik | Physiologie | Klimawandel
Warum Bäume nachts wachsen
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Bäume mehrheitlich tagsüber wachsen.
21.06.2021
Neurobiologie
Wählerische Nervenzellen
Der visuelle Thalamus ist klassischerweise dafür bekannt, die von der Netzhaut kommenden visuellen Reize an die Großhirnrinde weiterzuleiten.
21.06.2021
Botanik | Genetik | Klimawandel
Gene für Dürreresistenz in Buchen: Hitzesommer überleben oder austrocknen?
Forscherinnen identifizieren Gene für Dürreresistenz in Buchen, aber nicht jeder Baum hat das genetische Rüstzeug für einen Klimawandel.
21.06.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Mimik-Erkennung: Warum das Gehirn dem Computer (noch) überlegen ist
Die Corona-Maskenpflicht macht uns derzeit bewusst: Mimik ist eines unserer wichtigsten Kommunikationssignale.
20.06.2021
Physiologie | Paläontologie
Kleiner Elefant hörte tiefe Töne
Der ausgestorbene Zwergelefant Palaeoloxodon tiliensis von der griechischen Insel Tilos besaß offenbar ein ähnliches Hörspektrum wie seine großen, heute lebenden Verwandten.
20.06.2021
Biodiversität | Insektenkunde
In Deutschland Gewinner und Verlierer: Libellen
In den letzten 35 Jahres hat sich die Verteilung der Libellenarten in Deutschland stark verändert.
18.06.2021
Ethologie | Insektenkunde
Die komplexe Organisation einer Ameisenkolonie
Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie über räuberische Ameisen erklärt, wie kleine Unterschiede zwischen Einzeltieren die kollektive Organisation der Kolonie verändern.
18.06.2021
Ethologie | Primatologie
Schimpansen-Waisen erholen sich vom Verlust der Mutter
Chronischer Stress könnte ein Grund dafür sein, warum manche Tierwaisen eine kürzere Lebenserwartung haben und weniger Nachkommen bekommen.
18.06.2021
Ökologie | Insektenkunde
Stickstoffüberschuss gefährdet Schmetterlinge
Stickstoff aus Landwirtschaft, Verkehrsabgasen und Industrie bringt Schmetterlinge in der Schweiz in Bedrängnis.
18.06.2021
Insektenkunde | Entwicklungsbiologie
Steinfliegen: Jugend beeinflusst Erwachsenenleben
Die Metamorphose führt bei Insekten meist zu völlig verschieden aussehenden Larven- und Erwachsenenstadien: Schmetterlinge unterscheiden sich etwa drastisch von ihren Jungstadien, den Raupen.
18.06.2021
Ökologie | Vogelkunde
Dramatische Veränderung der Brutvogelgemeinschaft
Im Bonner Stadtteil Dottendorf hat die Zahl der Brutvogelarten in den vergangenen 50 Jahren deutlich abgenommen.