Leptodactylidae

Leptodactylidae
Leptodactylus gracilis

Leptodactylus gracilis

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Neobatrachia
Familie: Leptodactylidae
Wissenschaftlicher Name
Leptodactylidae
Werner, 1896

Die Leptodactylidae i.e.S. sind eine neuweltlich verbreitete Familie der Froschlurche (Anura). Bis vor kurzem wurde diese wesentlich weiter gefasst. Dabei handelte es sich allerdings um ein paraphyletisches Sammeltaxon, das im Deutschen unter den Namen Südfrösche oder auch Pfeiffrösche bekannt ist. Die meisten dieser ehemals weit über 1000 Arten werden nach umfassenden Revisionen nun in anderen Familien klassifiziert (vgl. Ceratophryidae, Cycloramphidae, Eleutherodactylidae, Strabomantidae, Leiuperidae).

Die verbliebenen vier bis sechs Gattungen der Leptodactylidae i.e.S. kommen mit rund 100 Arten vom äußersten Süden von Texas bis ins südliche Brasilien vor. Die bei weitem artenreichste Gattung sind die Echten Pfeiffrösche (Leptodactylus). Ihre Vertreter verfügen oft über laute, pfeifende Rufe. Bei der Fortpflanzung wird der Laich in ein selbst fabriziertes Schaumnest gelegt. Dies geschieht meistens in einem Gewässer oder in Gewässernähe, beim brasilianischen Marmor-Pfeiffrosch (Adenomera marmorata; Syn. Leptodactylus marmoratus) wird das Schaumgelege jedoch im Erdboden vergraben, wo die Kaulquappen auch ihre gesamte Entwicklung durchlaufen.

Taxonomie

Der Südamerikanische Ochsenfrosch (Leptodactylus pentadactylus) ist mit 18 cm Länge einer der größten Vertreter der Familie; er wird gelegentlich auch von Menschen als Nahrung genutzt

Die Familie umfasst je nach Autor vier bis sechs Gattungen. (Bearbeitungsstand: Juli 2009)

  • Gattung Adenomera Steindachner, 1867
  • Gattung Hydrolaetare Gallardo, 1963
  • Gattung Leptodactylus Fitzinger, 1826 – Echte Pfeiffrösche
  • Gattung Lithodytes Fitzinger, 1843
  • Gattung Paratelmatobius Lutz & Carvalho, 1958
  • Gattung Scythrophrys Lynch, 1971

Die Gattung Adenomera wird in anderen Übersichten auch als Synonym von Leptodactylus dargestellt. Die Gattung Lithodytes wurde weitgehend aufgelöst und auf mehrere andere Taxa verteilt. Zumindest die Art Lithodytes lineatus wird in manchen Übersichten aber noch als valide betrachtet (sonst als Synonym von Leptodactylus lineatus).

Literatur

  • Günther E. Freytag, Bernhard Grzimek, Oskar Kuhn & Erich Thenius (Hrsg.): Lurche. In: Grzimeks Tierleben, Bd. 5: Fische 2, Lurche. Lizenzausgabe im dtv, München 1980, ISBN 3-423-03204-9

Weblinks

 Commons: Leptodactylidae i.e.S. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.
22.07.2021
Mikrobiologie | Meeresbiologie
Alles ausgebucht am Meeresgrund
Ob Sommer oder Winter, ob Mitternachtssonne oder Polarnacht – auf dem Sand des Meeresbodens wohnen stets die gleichen Bakterien.
22.07.2021
Mykologie | Genetik | Bionik und Biotechnologie
Das Genom der Flechten ist verräterisch
Flechten können in unterschiedlichen Klimazonen verschiedene Naturstoffe produzieren die gebildeten Stoffe sind vor allem als Mittel gegen Krebs und andere Krankheiten bekannt.
21.07.2021
Ökologie
Mikroplastik in der Arktis
Rund um die Inselgruppe Svalbard (norwegisch für Spitzbergen) im arktischen Ozean stellen sogenannte Rhodolithe, aufgebaut aus kalkabscheidenden Rotalgen, ökologische Nischen für eine Vielzahl von Organismen zur Verfügung.
21.07.2021
Ethologie | Primatologie
Tödlicher Angriff von Schimpansen auf Gorillas beobachtet
Schimpansen sind in Ost- und Zentralafrika verbreitet und leben in einigen Gebieten, wie dem Loango-Nationalpark in Gabun, mit Gorillas gemeinsam im gleichen Habitat.
21.07.2021
Bionik und Biotechnologie | Insektenkunde
Wüstenameise wird Vorbild für Laufroboter
Barbara Schlögl hat im Westfälischen Institut für Bionik der Hochschulabteilung Bocholt eine Doktorarbeit geschrieben, in der sie der Wüstenameise Cataglyphis deren Fähigkeit abgekuckt hat, sich im Raum zu orientieren.
21.07.2021
Biodiversität | Neobiota
Italienische Höhlensalamander in Deutschland?
Nicht-einheimische Arten zählen zu den Hauptproblemen für den Verlust der Artenvielfalt.
21.07.2021
Zoologie | Genetik | Ökologie
Wolf-Hund-Mischlinge sicher erkennen
Forschende haben eine neue Methode vorgestellt, die es erlaubt, Wolf-Hund-Hybriden anhand von Umweltproben, wie Kot, Haaren oder Speichelresten sicher zu erkennen.
21.07.2021
Anthropologie | Primatologie
Gebrauch von Steinwerkzeugen: Schimpansen leben vor der Steinzeit
Anders als frühe Menschenarten scheinen Schimpansen nicht in der Lage zu sein, spontan scharfe Steinwerkzeuge herzustellen und zu nutzen.
21.07.2021
Ökologie | Klimawandel | Video
Vermehrte Regenfälle im Sommer verändern den Kohlenstoffkreislauf in der Arktis
Arktische Flüsse transportieren durch dem Klimawandel mehr Nährstoffe und Kohlenstoff. das hat potenzielle Auswirkungen auf Wasserqualität, Nahrungsketten und freiwerdende Klimagase.
21.07.2021
Anthropologie | Genetik | Paläontologie
25.000 Jahre altes menschliches Umweltgenom wiederhergestellt
Uralte Sedimente aus Höhlen können DNA über Jahrtausende konservieren, aber deren Analyse wird dadurch erschwert, dass meist nur wenige Sequenzen aus den Sedimenten gewonnen werden können.