Nacktschwanzbeutelratte

Nacktschwanzbeutelratte
Systematik
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung: Ameridelphia
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Gattung: Metachirus
Art: Nacktschwanzbeutelratte
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Metachirus
Burmeister, 1854
Wissenschaftlicher Name der Art
Metachirus nudicaudatus
(Desmarest 1817)

Die Nacktschwanzbeutelratte (Metachirus nudicaudatus) ist eine Beutelsäugerart aus der Familie der Beutelratten (Didelphidae). Sie wird auch Braune Vieraugenbeutelratte genannt, ist mit den Vieraugenbeutelratten der Gattung Philander aber nicht nahe verwandt.

Beschreibung

Diese Tiere zählen zu den größeren Beutelratten, sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 19 bis 31 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu 800 Gramm. Ihr kurzes, dichtes Fell ist an der Oberseite bräunlich gefärbt, die Unterseite ist hellgrau. Ihr Gesicht ist fast schwarz, über jedem Auge haben sie einen grauen Fleck, dem sie den Namen Vieraugenbeutelratte verdanken. Der Schwanz, der länger als der Körper ist, ist bis auf die Wurzel unbehaart.

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitungsgebiet

Nacktschwanzbeutelratten sind in Mittel- und Südamerika beheimatet, ihr Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Mexiko bis ins nördliche Argentinien. Lebensraum dieser Art sind Wälder oder buschbestandene Grasländer.

Lebensweise

Diese Beuteltiere leben sowohl in Bäumen als auch am Boden und sind strikt nachtaktiv. Als Ruheplätze dienen ihnen Nester aus Blättern und Zweigen, aber auch Erdhöhlen und Felsspalten. Diese Tiere sind Allesfresser, nehmen aber in erster Linie Früchte zu sich. Zusätzlich verzehren sie Insekten, Vogeleier und kleine Wirbeltiere.

Sie haben keinen Beutel, sondern nur Hautfalten, in denen sich die fünf bis neun Zitzen verbergen. Die Wurfgröße liegt zwischen eins und neun, die Tragzeit dürfte wie bei allen Beutelratten sehr kurz sein. Die Lebenserwartung dieser Tiere dürfte kaum drei bis vier Jahre übersteigen.

Bedrohung

Nacktschwanzbeutelratten gelten mancherorts als Plage, da sie Fruchtplantagen verwüsten. Sie sind häufig und weit verbreitet, die IUCN listet die Art als „nicht gefährdet“ (least concern).

Systematik

Die systematische Stellung der Nacktschwanzbeutelratte ist nicht restlos geklärt. Die Ähnlichkeiten mit den Vieraugenbeutelratten (Philander) sind oberflächlich und kein Anzeichen für eine nahe Verwandtschaft. Gelegentlich wird sie in einer eigenen Unterfamilie, Metachirinae, eingeordnet, die möglicherweise eine Übergangsform zwischen den Beutellosen Beutelratten (Marmosinae) und den Eigentlichen Beutelratten (Didelphinae) darstellt. (Siehe Systematik der Beutelratten.)

Literatur

  • Nowak, Ronald M.: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9

Weblinks

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