Occipitalgesicht

Als Occipitalgesicht (von lat. occiput - Hinterhaupt) wird eine Zeichnung am Nacken von Vögel bezeichnet, die grob ein Gesicht nachahmt indem helle Flecken ein Muster entsprechend Augen, Augenbrauen und Schnabel bilden. Sie kommt bei verschiedenen kleinen Greifvögeln und bei einer Reihe von kleineren Eulen der Familie der Eigentlichen Eulen vor. Verschiedene mögliche Funktionen wurden für das Occipitalgesicht vorgeschlagen, von denen allerdings keine abschließend nachgewiesen wurde. So könnte es zur Abschreckung von Räubern oder Greifvögel belästigenden Singvögeln dienen, indem es eine ständige Aufmerksamkeit in alle Richtungen suggeriert. Für eine solche Funktion spricht die geringe Körpergröße der ein Occipitalgesicht aufweisenden Arten, sowie die besonders ausgeprägte Zeichnung bei Jungtieren des Buntfalken (Falco sparverius). Auch wurde eine Rolle bei der Paarbindung vorgeschlagen, wobei das Occipitalgesicht eine ständige Zuwendung zum Partner vortäuschen solle.

Zu den Eulenarten mit einem auffälligen Occipitalgesicht gehört der auch in Mitteleuropa verbreitete Steinkauz. Bei der großen Gattung Glaucidium ist es ein gattungsspezifisches Merkmal. Die auf Eulen spezialisierten Ornithologen Claus König und Friedhelm Weick unterscheiden anhand dieses Merkmals die Arten, die eindeutig zu dieser Gattung gehören von denen, die in die Gattung Taenioglaux gestellt werden. Bei letzteren fehlt das Occipitalgesicht.

Belege

  • J. Ferguson-Lees, D. A. Christie: Raptors of the World. Christopher Helm, London, 2001: S. 61. ISBN 0-7136-8026-1
  • Claus König, Friedhelm Weick: Owls of the World. Christopher Helm, London 2008: S. 35 , ISBN 978-0-7136-6548-2

Die News der letzten Tage

27.09.2022
Genetik | Immunologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Thema Ernährungssicherheit: Struktur von Weizen-Immunprotein entschlüsselt
Ein internationales Forschungsteam hat entschlüsselt, wie Weizen sich vor einem tödlichen Krankheitserreger schützt.
26.09.2022
Ethologie
Neues von den gruppenlebenden Tieren: Hilfsbereitschaft und Familienbande
Die Bereitschaft, Artgenossen zu helfen, unterscheidet sich von Tierart zu Tierart – und auch zwischen Männchen und Weibchen.
26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.