Pleura

Dieser Artikel behandelt das Brustfell des Menschen und der Säugetiere. Zur Pleura der Insekten siehe Pleura (Insekten).

Die Pleura (von griechisch πλευρά „Seite, Flanke, Rippe“), deutsch Brustfell, ist eine dünne seröse Haut, die

  1. als Lungenfell (fachsprachlich Pleura visceralis oder Pleura pulmonalis) die Lungen überzieht sowie
  2. als Brustfell im engeren Sinne (fachsprachlich Pleura parietalis) die Brusthöhle von innen auskleidet, wobei sich Letzteres noch einmal wie folgt unterteilt:
  • die Cupula pleurae, den kopfwärtigen Teil an der Lungenkuppel,
  • das Rippenfell oder Pars costalis, der Anteil, der die Innenseiten der Rippen überzieht,
  • die Pars mediastinalis am Bindegewebe des Mediastinums im Brustkorbzentrum und
  • die Pars diaphragmatica an der Zwerchfelloberseite.

Aufbau

Pleura besteht histologisch aus einschichtigem Plattenepithel, welches ontogenetisch vom Mesothel abstammt, und einer Lamina propria und sondert seröse Flüssigkeit ab; die beiden Blätter sind durch einen dünnen, druckdichten Spalt, die Pleurahöhle oder Cavitas pleuralis, voneinander getrennt, in dem sich Ergüsse oder Metastasen sammeln können, und schlagen am Hilus der Lunge und dem Ligamentum pulmonale ineinander um. Fußwärts, an den Zwerchfellrändern, und zur Brustmitte hin, im Mediastinum, hat sie Reserveausbuchtungen (Recessus), um die Lungenausweitung beim Atemvorgang zu gewährleisten. Die sensible Nervenversorgung des Brustfells übernehmen Äste des zehnten Hirnnerven, des Nervus vagus sowie des Nervus phrenicus. Das Lungenfell dagegen hat wahrscheinlich keine Schmerzempfindung.

Die Pleura parietalis bildet vier tiefe Falten, die als Reserveräume bei tiefer Inspiration dienen:

  • Recessus costodiaphragmaticus
  • Recessus costomediastinalis
  • Recessus phrenicomediastinalis
  • Recessus vertebromediastinalis

Diese werden aber nie ganz ausgefüllt.

Funktion

Die Pleura ist eine gleitende Verschiebeschicht für die Lungenbewegungen. Sie ist ein unbedingt notwendiges, Sog-vermittelndes Medium für die Atmung: Durch relativen Unterdruck im Pleurazwischenraum und die kapillare Adhärenz der Pleurablätter müssen die Lungen beim Einatmen der aktiven Ausdehnung von Brustwandmuskeln und dem Zwerchfell folgen. Wird der relative Unterdruck zwischen beiden Pleurablättern aufgehoben (wie etwa durch einströmende Luft bei Stichverletzung), so folgt die Lunge dem sich ausdehnenden Brustkorb beim Einatmen nicht mehr, was schließlich zum Zusammenfallen des auf Entfaltung angewiesenen Lungenflügels führt (Pneumothorax).

Untersuchung der Pleura

  • Anamnese erfragen
  • Auskultation (Abhören)
  • Sonografie (Ultraschall)
  • Röntgenbilder des Thorax in zwei Ebenen
  • Computertomografie
  • Thorakoskopie (endoskopische Beurteilung des Pleuraspalts)
  • Biopsie für

Erkrankungen der Pleura

  • Pleuritis (Brustfellentzündung), eventuell mit Entwicklung eines Pleuraergusses oder eines Pleuraempyems
  • pleurale Tumoren, etwa Pleuramesotheliom bei Asbestarbeitern
  • Pleurakarzinose: pleurale (Abtropf-)Metastasierung von Tumoren, insbesondere des Brustkrebses
  • Paltauf-Flecken sind postmortale Hinweise auf Tod durch Ertrinken

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