Prärie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Prärie (Begriffsklärung) aufgeführt.
Trockenklimate der Erde:
  • Wüstenklima
  • Savannenklima
  • Tundrenklima
  • Eisklima
  • Konza Prairie Biological Station bei Manhattan (Kansas), August 1974
    Konza Prairie Biological Station bei Manhattan (Kansas), 2005

    Unter Prärie (frz. prairie „Wiese“, „Weide“) versteht man die nordamerikanische Ausprägung der Steppe, einer Vegetationszone im Mittleren Westen der USA und Kanada. Sie bildet die westliche Randzone der Great Plains. Oft werden die beiden Begriffe im deutschen Sprachraum synonym verwendet. Analog zu anderen Steppengebieten (Mongolei, ungarische Tiefebene) lebten ihre menschlichen Ureinwohner, die Prärie-Indianer, nomadisch.

    Die begrenzte Vegetation (Baumarmut, wenig dichte Gras- und Strauchlandschaft) geht auf die kontinentale Lage und den Regenschatten der Rocky Mountains und die damit verbundenen ariden Klimabedingungen (Wassermangel) zurück. Vor allem in den Kaltzeiten des Eiszeitalters wurde Löss aufgeweht, was sich heute im Rahmen der Wüstenbildung durch landwirtschaftliche Übernutzung (Dust Bowl) wiederholt. Von Ost nach West findet ein Anstieg des Höhenniveaus sowie eine Abnahme des Niederschlags statt. Dies wirkt sich in der Vegetation in einer Typenserie von Ost nach West aus: Die Langgrasprärie (mit Andropogon-Arten) geht über eine Mixedgrasprärie in die Kurzgrasprärie (Buchloe- und Bouteloua-Arten) bzw. Plains über. Früher lebten Millionen von Bisons auf den endlosen Wiesen der Prärie. Nach der beinahe kompletten Ausrottung der Tiere gibt es heute durch entsprechende Schutzmaßnahmen wieder einige hunderttausend Bisons.

    Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Weißen den Bison gezielt praktisch ausgerottet; dadurch waren die Indianer in ihrer bisherigen Kulturform als Prärie-Indianer ebenfalls praktisch zum Aussterben verurteilt.

    Heute bilden die Prärien eine riesige landwirtschaftlich genutzte, teilweise auch verödete und weiter verödende, teilweise künstlich bewässerte Anbaufläche für Weizen, Mais und andere Produkte; mittlerweile (2010) erlebt allerdings die Bisonzucht eine ungeahnte Renaissance, die über eine gemeinschaftliche Landnutzung auch mit der Rückkehr ursprünglich hier beheimateter Indianer zur ökologischen, wirtschaftlichen, demografischen sowie touristischen Wiederbelebung des Mittleren Westens der USA führen könnte (Buffalo Commons).[1]

    Literatur

    • Prärien. In Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 264-265

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. [1] www.phoenix.de, Dokumentation, Kamil Taylan, Wolf Truchsess von Wetzhausen: Die Rückkehr der Büffel, TV-Ausstrahlung 2. September 2010

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