Rangstufe (Zoologie)

Als Rangstufe oder einfach Rang wird in der zoologischen Nomenklatur eine hierarchische Stufe des taxonomischen Systems bezeichnet. Im taxonomischen System werden Lebewesen und Gruppen von Lebewesen klassifiziert und nach ihrer Verwandtschaft geordnet eingegliedert.

Hierarchiestufen des zoologischen taxonomischen Systems
Gruppe Rangstufe Endungen
Reich Reich
Abteilung Abteilung
Unterabteilung
Stamm Stamm
Unterstamm
Klasse Überklasse
Reihe
Klasse
Unterklasse
Ordnung Überordnung
Ordnung
Unterordnung
Familie Überfamilie
Familie
Unterfamilie
Tribus
Subtribus
-oidea
-idae
-inae
-ini
-ina
Gattung Gattung
Untergattung
Art Art
Unterart

Der Begriff im engen Sinne wird durch den offiziellen deutschsprachigen Text der vierten Auflage der Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur (IRZN) eingeführt. Er bezeichnet die hierarchischen Stufen der Familien-, Gattungs- und Artgruppe. Er ersetzt in Anlehnung an den englischen Text (hier: rank) den noch in der gedruckten zweiten deutschsprachigen Auflage verwendeten Terminus Kategorie. Im weiten Sinn lässt er sich auch auf die übrigen, durch Konvention in der Zoologie legitimierten hierarchischen Stufen Reich bis Unterordnung anwenden. Außerhalb der Nomenklaturregeln wird weiterhin statt Rangstufe oder Rang noch häufig der ansonsten synonyme Begriff Kategorie verwendet.

Mehrere Rangstufen werden zu Gruppen zusammengefasst. Die heutigen Rangstufen sind historisch meistens als Differenzierungen von ursprünglichen, nun als Gruppe geführten Gliederungsrängen entstanden. Die Ränge Gattung und Art haben jedoch für die Typisierung von Taxa der jeweils nächsthöheren Gruppe (Familie und Gattung) eine besondere Bedeutung gegenüber ihren Nebenrängen.

Die hierarchisch höchste benutzte Rangstufe in der Zoologie ist das Reich, das mit seiner taxonomischen Einheit Animalia alle tierischen Lebewesen vertritt. In der Systematik des Tierreiches sind die taxonomischen Einheiten mit ihren Rangstufenbezeichnungen dargestellt.

Prinzip der Koordination nach Artikel 36 der IRZN

Die Einführung einer mit einem neuen Namen bezeichneten neuen taxonomischen Einheit einer Rangstufe der Familien-, Gattungs- oder Artgruppe führt gleichzeitig latent für alle übrigen Rangstufen der betroffenen Gruppe einen neuen Namen ein. Jeder dieser sich gegebenenfalls in der Endung unterscheidenden koordinierten Namen wird, sofern er verwendet wird, mit demselben Autornamen und Datum zitiert.


Literatur

  • Internationale Regeln für die Zoologische Nomenklatur, beschlossen vom XV. Internationalen Kongress für Zoologie. -- Deutscher Text ausgearbeitet von Otto Kraus, 2. Aufl., Senckenberg-Buch, 51: IX + 92 S.; Frankfurt am Main (Kramer) 1970. -- [IRZN 1970]
  • Internationale Regeln für die Zoologische Nomenklatur. Vierte Auflage. Angenommen von der International Union of Biological Sciences. Offizieller Deutscher Text: ausgearbeitet von Otto Kraus. -- Naturwissenschaftlicher Verein in Hamburg, Abhandlungen, N.F., 34: 232 S.; Hamburg 2000. -- [IRZN 2000]

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.06.2021
Anthropologie | Virologie | Immunologie
Wie Viren Immunzellen zu Trojanischen Pferden machen
Zytomegalieviren programmieren Fresszellen der Lunge so um, dass sie selbst Viren produzieren und diese in der Lunge verbreiten.
13.06.2021
Bionik und Biotechnologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Zuckerhirse: Süßes Versprechen für die Umwelt
Zuckerhirse lässt sich zur Herstellung von Biogas, Biokraftstoffen und neuen Polymeren nutzen, zudem kann sie dazu beitragen, Phosphatdünger zu ersetzen.
13.06.2021
Botanik | Physiologie
Todesduft der Pfeifenwinde lockt Sargfliegen in die Blüten
Ein internationales Pflanzenforscherteam hat in einer neuen Studie eine ungewöhnliche und bisher unbekannte Fortpflanzungsstrategie bei Pflanzen entdeckt.
11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.
09.06.2021
Genetik | Neurobiologie
Menschen-Gen macht Mäuse schlauer
Ein Gen, das nur beim Menschen vorkommt, führt bei Mäusen zu einem größeren Gehirn, erhöhter Flexibilität des Gedächtnisses und weniger Ängstlichkeit.
09.06.2021
Taxonomie
„Zombie-Frosch“ entdeckt
Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben mit einem internationalen Team drei neue Froscharten aus dem nördlichen Amazonasgebiet beschrieben.
09.06.2021
Klimawandel | Primatologie
Kein Platz für Menschenaffen
Der Klimawandel wird das Verbreitungsgebiet afrikanischer Menschenaffen in den nächsten 30 Jahren drastisch verkleinern.
07.06.2021
Ökologie | Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Art der Waldnutzung beeinflusst Lebensrhythmus der Wildpflanzen
Durch die Klimaerwärmung verschieben sich bei vielen Pflanzen die jahreszeitlichen Rhythmen, zum Beispiel die Blütezeit.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Junge Seeadler bleiben länger im elterlichen Revier
Seeadler reagieren sensibel auf Störungen durch den Menschen, weshalb in unmittelbarer Umgebung der Horste forst- und landwirtschaftliche Nutzungen beschränkt sind.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Vertrauen bei Rabenvögeln
Rabenvögel benutzen soziale Informationen, um sich vor Täuschung durch Artgenossen aus Nachbarterritorien zu schützen.