Sinningia

Sinningia
Sinningia speciosa

Sinningia speciosa

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Gesneriengewächse (Gesneriaceae)
Unterfamilie: Didymocarpoideae
Tribus: Trichosporeae
Gattung: Sinningia
Wissenschaftlicher Name
Sinningia
Nees

Sinningia (Syn.: Gesnera Martius, Tapina Martius, Megapleilis Raf., Tapeinotes DC., Corytholoma Decaisne, Dircaea Decaisne, Ligeria Decaisne, Rechsteineria Regel) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Gesneriengewächse (Gesneriaceae). Die Gattung ist zu Ehren von Wilhelm Sinning, einem Obergärtner im Botanischen Garten der Universität Bonn, benannt.

Beschreibung

Die terrestrischen, epiphytischen und auch felsbewohnenden Arten wachsen als mehrjährige krautige Pflanzen mit knolligen Wurzeln, die bis zu 40 Zentimeter im Durchmesser erreichen können. Die 0,1 bis 1,5 Meter langen einjährigen und aufrechten Triebe entspringen der unterirdischen Knolle und sind meist unverzweigt. Bei fehlender Knolle sind die Triebe an der Basis sehr fleischig. Die gestielten, elliptischen oder länglichen Blätter sind flaumhaarig bis filzig mit einem gekerbten oder gesägten Rand und werden 0,1 bis 6 Zentimeter lang. Sie stehen kreuzgegenständig oder auch in Gruppen zu dritt oder quirlig oder bilden eine basale Rosette. Der seitliche oder endständige Blütenstand trägt 1 bis 10 Einzelblüten pro Blattachsel. Die mehr oder weniger filzigen, waagerecht abstehenden oder selten hängenden Blüten besitzen einen 0,1 bis 15 Zentimeter langen Blütenstiel, manchmal fehlt er aber auch. Der glockige und fünfzipfelige Blütenkelch besteht aus dreieckigen oder lanzettlichen Segmenten. Die röhrige oder trichterige bis glockige Blütenkrone ist an der Basis einseitig geschwollen und wird 2 bis 6 Zentimeter lang. Sie ist orange, rot, rosa oder weiß gefärbt. Die an der Basis der Blütenkrone verwachsenen Staubfäden tragen 4 Staubblätter zu je zwei Paaren. Die zu dorsalen Drüsen reduzierte Nektarscheibe ist zweilappig oder aus zwei oder fünf einzelnen Drüsen zusammengesetzt. Über dem halbunterständigen bis oberständigen Fruchtknoten sitzt der gerade Griffel. Die Narbe ist maulförmig ausgebildet. Die trockenen und mehr oder weniger kegeligen Kapselfrüchte sind selten fleischig ausgebildet, zugespitzt, zweiklappig und werden bis 1 Zentimeter lang. Der schmale bis breit ellipsoide Samen ist hellbraun gefärbt und längsgestreift und wird bis 1 Millimeter groß.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet der Gattung liegt in Brasilien. Einige Arten kommen aber auch in Nord-Argentinien, Peru, Venezuela und im südlichen Mexiko vor.

Systematik

Die Gattung wurde 1825 von Nees aufgestellt und umfasst heute etwa 60 Arten. Die Typart der Gattung ist Sinningia helleri Nees.

Es existieren sehr viele Kulturhybriden, die als Zierpflanzen Verwendung finden.

Quellen

  •  A. Chautems: Sinningia. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Band 2 Zweikeimblättrige Pflanzen (Dicotyledonen), Ulmer, Stuttgart 2002, ISBN 3800139154, S. 298.

Einzelnachweise

  1. Artenliste vom Smithsonian National Museum of Natural History, World Checklist of Gesneriaceae abgerufen am 15. Januar 2010

Weblinks

 Commons: Sinningia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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