Unterholz

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Unterholz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Unterholz
Bildvergleich – rechts: nach Entfernung des Unterholzes

Mit Unterholz bezeichnet man den Bewuchs von Wäldern unterhalb der Baumkronen. Es besteht meist aus Sträuchern oder kleinen Bäumen. Diese können angepflanzt sein, sich aber auch aus Wurzelausläufern, Stockausschlägen oder Samenanflug der älteren Bäume entwickelt haben. In manchen Nutzwäldern ist Unterholz unerwünscht, da es in Nahrungskonkurrenz zu den großen Bäumen steht und die Arbeit auf der Fläche (z. B. die Durchforstung, Holzernte oder Pflege der großen Bäume) behindert.

Heute wird jedoch immer öfter bewusst Verjüngung als Unterholz angepflanzt, da so die jungen Bäume im Schutz der alten Bäume heranwachsen können und kein Kahlschlag entsteht, wenn die alten Bäume geerntet werden. Auch aus ökologischen Gründen wird solch ein vielschichtiger Wald aus Unterholz und Oberholz gerne gesehen.

Im Zuge einer nachhaltigen Forstwirtschaft wird in Deutschland zunehmend eine natürliche Verjüngung des Altbestandes angestrebt. Dies spart den Aufwand für die Pflanzung oder Saat. Um dies zu erreichen, wird das Oberholz spätestens gegen Ende der Umtriebszeit aufgelichtet, d. h. ein Teil der Altbäume wird geerntet. So gelangt mehr Licht auf den Waldboden und die Samen der Altbäume können keimen und zum Unterholz heranwachsen.

Die natürliche Verjüngung funktioniert jedoch nur, wenn auch der Wildverbiss durch eine verstärkte Jagd speziell auf Rehwild niedrig gehalten werden kann und der Altbestand mit fortschreitendem Wachstum des Unterholzes abgeräumt wird. Auch macht eine natürliche Verjüngung nur Sinn, wenn der Altbestand die gewünschten Bäume des zukünftigen Bestandes enthält. Soll dagegen ein Waldbestand umgewandelt werden, z. B. ein reiner Nadelwald in einen Laubwald oder Mischwald, so muss die Verjüngung, also das Unterholz künstlich eingebracht werden.

Eine andere Form des Unterholzes ist die „dienende Baumart“. Zur Hauptbaumart im Oberstand wird zu diesem Zweck eine Nebenbaumart im Unterstand hinzugefügt. Diese soll dann nicht die Nachfolge der Oberstandes antreten, sondern mit ihren Baumkronen den Stammraum der Hauptbaumart möglichst dunkel halten, damit sich keine Seitenäste bilden.

Klassische Fälle sind Bestände aus Furniereichen.

Die News der letzten Tage

29.09.2022
Physiologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Algen als mikroskopische Bioraffinerien
Fossile Rohstoffe sind begrenzt und nicht überall auf der Welt vorhanden oder dem Abbau zugänglich.
29.09.2022
Mikrobiologie | Physiologie
Neue Bakterienart im Darm entdeckt
Ob Pflanze, Tier oder Mensch, lebende Organismen sind von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt.
28.09.2022
Genetik | Paläontologie | Evolution | Säugetierkunde
Genom-Zusammensetzung des frühesten gemeinsamen Vorfahren aller Säugetiere rekonstruiert
Das rekonstruierte Vorfahren-Genom kann zum Verständnis der Evolution der Säugetiere und zum Erhalt der heutigen Wildtiere beitragen.
27.09.2022
Genetik | Immunologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Thema Ernährungssicherheit: Struktur von Weizen-Immunprotein entschlüsselt
Ein internationales Forschungsteam hat entschlüsselt, wie Weizen sich vor einem tödlichen Krankheitserreger schützt.
26.09.2022
Ethologie
Neues von den gruppenlebenden Tieren: Hilfsbereitschaft und Familienbande
Die Bereitschaft, Artgenossen zu helfen, unterscheidet sich von Tierart zu Tierart – und auch zwischen Männchen und Weibchen.
26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.