Zwergkoboldmaki (Tarsius pumilus)

Der Zwergkoboldmaki (Tarsius pumilus), auch bekannt als Bergkoboldmaki, ist in den Bergwäldern Zentral-Sulawesis beheimatet. Von diesen kleinen, niedlichen Primaten nahm man an, dass sie seit dem frühen zwanzigsten Jahrhundert ausgestorben seien, bis im Jahr 2000 eins dieser Tiere versehentlich in einer Rattenfalle ums Leben kam. Die erste Sichtung von lebenden Zwergkoboldmakis seit den 1920er Jahren gelang einem Forschungsteam von der Texas A & M University auf dem Mount Rore Katimbo im Lore Lindu Nationalpark im August 2008. Die beiden Männchen und einzelnes Weibchen (ein vierter Zwergkoboldmaki entkam) wurden mit Netzen eingefangen und mit Peilsendern ausgestattet, um ihre Bewegungen zu verfolgen.

"Sie sehen aus, als hätten sie ein andauerndes Lächeln auf ihrem Gesicht, was ihre Anziehungskraft auf den Menschen natürlich noch verstärkt", sagt die Anthropologin Sharon Gursky-Doyen, Leiterin der Expedition, die die mutmaßlich verloren geglaubten Primaten wiedergefunden hat.

Ursprünglich wollte das Team in den Bergen Sulawesis Untersuchungen durchführen, die eindeutig beweisen sollten, dass die Zwergkoboldmakis unwiederbringlich ausgestorben waren. Dann aber endete das Unternehmen mit der Sichtung des ersten lebendigen Zwergkoboldmakis seit mehr als 80 Jahren.

Viele wissenschaftliche Teams hatten zuvor schon versucht, die kaum 60 g schweren Primaten wiederzufinden, die mit ihren langen Fingern Jagd auf Insekten machen und ihren Kopf wie eine Eule um 180° drehen können, aber alle Bemühungen schlugen fehl. "Ich war ehrlich gesagt nicht sehr zuversichtlich," sagte Gursky-Doyen der Zeitschrift Scientific American, „ich hatte sehr geringe Erwartungen sie tatsächlich zu finden. „

Aber sie hatte Erfolg. "Ich war sehr, sehr euphorisch, aber ich zitterte wie Espenlaub," sagt sie über ihre überraschende Entdeckung. "Ich zitterte so sehr, dass ich den kleinen Primaten kaum halten konnte."

Zwergkoboldmakis erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 9,5 bis 10,5 cm, und wiegen weniger als 57 Gramm. Sie verfügen über sehr unterschiedliche morphologische Merkmale - eine Körperlänge, die kleiner ist, als die anderer Koboldmakis und ein geringeres Körpergewicht. Auch die Ohren sind kleiner als beim Rest der Gattung. Ihr Fell ist kraus und von grauer oder bräunlich-roter Färbung. Der Schwanz ist stark behaart und hat eine Länge von 13,5 bis 27,5 cm. Das bemerkenswerteste Merkmal der Zwergkoboldmakis aber sind ihre großen Augen mit etwa 16 mm im Durchmesser. Zwergkoboldmakis haben Nägel auf allen fünf Fingern jeder Hand und auf zwei Zehen eines jeden Fußes. Die krallenähnlichen Nägel unterstützen die Tiere bei ihren kräftigen Griffen und werden als Hilfsmittel bei der Nahrungsaufnahme und bei der Fortbewegung eingesetzt.

Sharon Gursky-Doyen erläutert, dass die Wiederentdeckung der Zwergkoboldmakis bedeute, dass andere Tiere auf der Insel kleinere Verbreitungsgebiete haben, als man zuvor glaubte, und das mache sie noch anfälliger, was das Überleben in freier Wildbahn angehe.


Systematik


Literatur

Shekelle, M. & Salim, A. 2008. Tarsius pumilus. In: IUCN 2011. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 02 October 2011; [2] Rowe, N. 1996

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