Blaumerle

Blaumerle
Männchen der Blaumerle (Monticola solitarius philippensis)

Männchen der Blaumerle (Monticola solitarius philippensis)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
Gattung: Monticola
Art: Blaumerle
Wissenschaftlicher Name
Monticola solitarius
(Linnaeus, 1758)
Weibchen der Blaumerle (Monticola solitarius pandoo)

Bei der Blaumerle (Monticola solitarius) sind die Geschlechter leicht voneinander zu unterscheiden. Die Männchen haben schwarz-blaues Gefieder, während die Weibchen grauschwarz mit hellen Flecken gefärbt sind. Mit etwa 20 Zentimeter Länge sind sie etwas kleiner als der Star. Das scheue Verhalten erinnert jedoch eher an Schmätzer oder Drosseln.

Lebensraum

Man findet diese Art in von Felswänden eingerahmten Gebirgstälern bis 3.000 Meter, an felsigen Meeresküsten, in Ruinen oder teilweise auch in Ortschaften. Das Verbreitungsgebiet in Europa erstreckt sich über ganz Spanien und Portugal sowie andere Mittelmeer-Länder, so u.a. Italien. Für den Inselstaat Malta gilt die Blaumerle als Nationalvogel.

Fortpflanzung

Der weit schallende Gesang wirkt flötend und melancholisch. Besonders auffällig ist er, wenn andere Vögel abends oder während eines Regenschauers schweigen. Hin und wieder tauchen auch rauhere Töne in der Melodie auf. Im Normalfall singt das Männchen von der Spitze einer Felskuppe, hin und wieder aber auch in einem Segelflug mit gespreiztem Schwanz, der mit einem Sturzflug endet. Jedes Paar hält sein Leben lang an einem Brutplatz wie einer bestimmten Felsspalte oder einem Hohlraum fest. Diesen sucht dieser Zugvogel Ende März auf, um ihn im September wieder zu verlassen. Das Nest wird wie das der Drossel hart gebaut und weich ausgelegt. Das Weibchen legt meist im Mai vier bis fünf blaue, manchmal rot gefleckte Eier in das Nest, die es in 12 bis 13 Tagen ausbrütet. 18 Tage verbringen die Jungen nach dem Schlüpfen im Nest, ehe sie Mitte Juni flügge werden. Danach streifen die Eltern gemeinsam mit ihrem Nachwuchs im Brutgebiet umher. Die Männchen bekommen erst im zweiten oder dritten Jahr während der Mauser ihr typisches Federkleid.

Nahrung

Die Blaumerle gehört zu den Wartenjägern. Sie setzt sich auf eine Erhöhung und wartet darauf eine Beute zu erblicken. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und hin und wieder auch aus Beeren, die direkt vom Boden oder von Pflanzen aus aufgenommen werden. Sie lebt meist in der Nähe eines Gewässers, da sie viel trinken muss und täglich ein Bad nimmt.

Weblinks

 Commons: Blaumerle (Monticola solitarius) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

06.05.2021
Anthropologie | Ethologie
Ältestes menschliches Begräbnis in Afrika
Eine neue Studie berichtet über die älteste bekannte Bestattung eines modernen Menschen in Afrika.
05.05.2021
Ethologie | Evolution
Verhaltensänderungen beim Eis-Essen
Wie Lernen und Evolution zusammenhängen, erforschen die Verhaltenswissenschaften seit über 100 Jahren. Bisher ohne allgemeingültige Antwort.
04.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität
Klimawandel: Weniger Niederschläge, weniger Pflanzenvielfalt
Wasser ist in vielen Ökosystemen der Erde ein knappes Gut und dieser Mangel dürfte sich im Zuge des Klimawandels weiter verschärfen.
04.05.2021
Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Auf der Kippe: Brasiliens Küstenregenwald
Wissenschaftler haben den Einfluss der aktuellen Landnutzung auf die Vogel- und Amphibienwelt des Atlantischen Regenwalds im südöstlichen Brasilien untersucht.
01.05.2021
Mykologie | Genetik | Taxonomie
Millionen winziger Pilzarten bisher ohne Namen
Millionen kleiner Pilzarten haben noch keine Namen, darunter auch Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen.
01.05.2021
Biodiversität | Meeresbiologie
Enorme Artenvielfalt in der Tiefsee
Die Tiefseebecken im Atlantischen und Pazifischen Ozean weisen einzigartige Artengemeinschaften auf, die durch wirtschaftliche Nutzung bedroht sind. Ein neues Forschungsverfahren kombiniert unterschiedliche Datentypen.
01.05.2021
Klimawandel | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Baumplantagen tragen nur bedingt zum Schutz der Biodiversität bei
Künstlich angelegte Baumplantagen sollen helfen, den Verlust naturbelassener Wälder auszugleichen, tragen aber nur bedingt zum Schutz der Biodiversität bei.
01.05.2021
Ökologie | Klimawandel | Biodiversität
Verlust der Tierwelt in tropischen Wäldern
Eine neue Untersuchung betrachtet den Zusammenhang zwischen zunehmend tierleeren Tropenwäldern und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung.
01.05.2021
Anatomie | Meeresbiologie
Die faszinierende Innenwelt des Meereswurms
Der Meereswurm Ramisyllis multicaudata lebt in den inneren Kanälen eines Schwammes.