Dudleya

Dudleya
Dudleya greenei

Dudleya greenei

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Unterfamilie: Sempervivoideae
Tribus: Sedeae
Gattung: Dudleya
Wissenschaftlicher Name
Dudleya
Britton & Rose

Dudleya ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Der botanische Name der Gattung ehrt den US-amerikanischen Botaniker William Russel Dudley (1849–1911).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Arten der Gattung Dudleya sind ausdauernde, kahle Rosettenpflanzen mit meist faserigen Wurzeln und sukkulenten Blättern. Ihre Triebe sind nicht verzweigt oder verzweigt, dann meist dichotom. Sie sind an ihrer Basis meist mit mehr oder weniger vertrockneten Blättern oder Blattbasen bedeckt. Die Triebe sind meist kurz und etwas aufrecht und erreichen Durchmesser zwischen 10 und 40 Millimeter (selten 1,5 bis 90 Millimeter). Die Rosetten stehen endständig an den Trieben. Sie besitzen Durchmesser von 3 bis 25 Zentimetern (selten 1 bis 50 Zentimeter) und bestehen aus 20 bis 40, selten 3 bis 120 Blättern. Die Blätter sind in ihrer Form sehr variabel. Meist sind sie mehr oder weniger länglich bis länglich (verkehrt-) lanzettlich. Die Blattoberseite ist meistens mehr oder weniger flach oder leicht konkav bis rinnig. Ihre Unterseite ist meist etwas gerundet bis konkav. Sie sind mit einer breite Basis vollständig mit der Sprossachse verbunden und an der Basis oft verbreitert. Die Blattspitze ist stumpf-abgerundet bis scharf-spitz. Die glauken bis dicht bemehlten Blätter sind meist immergrün. Sie werden 1 bis 10 Zentimeter (selten 0,6 bis 40 Zentimeter) lang, 0,2 bis 3 Zentimeter (selten bis zu 10 Zentimeter) breit und sind 2 bis 6 Millimeter (selten 1 bis maximal 25 Millimeter) dick.

Blütenstände und Blüten

Die einzelnen bis zahlreichen, meist mehr oder weniger aufrechten bis aufsteigenden Blütentriebe erscheinen jährlich aus den Blattachseln. Sie sind 5 bis 40 Zentimeter (bis maximal 100 Zentimeter) lang. Der zymöse Blütenstand besteht aus 3 bis 20 (selten 2 bis 30) Blüten. Die fünfzähligen (selten vierzähligen) duftlosen Blüten sind obdiplostemon. Der Blütenkelch ist 3 bis 8 Millimeter (selten 2 bis 9 Millimeter) lang. Seine Kelchblätter sind an der Basis miteinander verwachsen. Ihre freien Kelchzipfel sind 1,5 bis 6 Millimeter (selten 1 bis 8 Millimeter) lang. Die Blütenkrone hat Durchmesser von 3,5 bis 23 Millimeter und eine Länge von 1 bis 4 Millimetern (selten 0,5 bis 10 Millimetern). Ihre meist blass gelblichen bis gelben Kronblätter sind meist etwas elliptisch bis länglich oder eiförmig. Die Kronzipfel sind mehr oder weniger aufrecht oder von der Mitte bis zur Spitze etwas spreizend-ausgebreitet bis zurückgebogen.

Die zehn Staubblätter stehen in zwei Kreisen. Sie sind kürzer als Kronblätter. Die Staubbeutel sind meist gelb und 1 bis 2 Millimeter lang. Die gestutzen Nektarschüppchen sind 0,5 bis 2 Millimeter breit. Der Griffel ist schlank.

Früchte und Samen

Die Frucht ist eine mehr oder weniger braune oder bräunliche und nur selten rote Balgfrucht. Die darin enthaltenen mehr oder weniger braunen, schmal spindelförmigen Samen sind 0,5 bis 1,5 Millimeter groß. Ihre Samenschale ist gerippt.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Dudleya ist im Südwesten Oregons, im Süden Nevadas, in Zentral- und West-Arizona und in Kalifornien in den Vereinigten Staaten sowie in den mexikanischen Bundesstaaten Sonora und Baja California verbreitet, wo die Pflanzen in meist küstennahen Gebieten vorwiegend an felsigen Stellen wachsen.

Die Erstbeschreibung durch Nathaniel Lord Britton und Joseph Nelson Rose wurde 1903 veröffentlicht.[1] Nach Joachim Thiede wird die Gattung Dudleya in drei Untergattungen mit folgenden Arten untergliedert:[2]

  • Untergattung Dudleya
    • Dudleya abramsii
      • Dudleya abramsii subsp. abramsii
      • Dudleya abramsii subsp. affinis
      • Dudleya abramsii subsp. bettinae
      • Dudleya abramsii subsp. murina
      • Dudleya abramsii subsp. parva
    • Dudleya acuminata
    • Dudleya albiflora
    • Dudleya anthonyi
    • Dudleya brevipes
    • Dudleya brittonii
    • Dudleya caespitosa
    • Dudleya calcicola
    • Dudleya candelabrum
    • Dudleya candida
    • Dudleya cultrata
    • Dudleya cymosa
      • Dudleya cymosa subsp. costafolia
      • Dudleya cymosa subsp. crebrifolia
      • Dudleya cymosa subsp. cymosa
      • Dudleya cymosa subsp. marcescens
      • Dudleya cymosa subsp. ovatifolia
      • Dudleya cymosa subsp. paniculata
      • Dudleya cymosa subsp. pumila
    • Dudleya farinosa
    • Dudleya gatesii
    • Dudleya gnoma
    • Dudleya greenei
    • Dudleya guadalupensis
    • Dudleya ingens
    • Dudleya lanceolata
    • Dudleya linearis
    • Dudleya nubigena
      • Dudleya nubigena subsp. cerralvensis
      • Dudleya nubigena subsp. nubigena
    • Dudleya pachyphytum
    • Dudleya palmeri
    • Dudleya pauciflora
    • Dudleya pulverulenta
      • Dudleya pulverulenta subsp. arizonica
      • Dudleya pulverulenta subsp. pulverulenta
    • Dudleya rigida
    • Dudleya rigidiflora
    • Dudleya rubens
    • Dudleya saxosa
      • Dudleya saxosa subsp. aloides
      • Dudleya saxosa subsp. collomiae
      • Dudleya saxosa subsp. saxosa
    • Dudleya setchellii
    • Dudleya stolonifera
    • Dudleya verityi
  • Untergattung Stylophyllum (Britton & Rose) Moran
    • Dudleya anomala
    • Dudleya attenuata
      • Dudleya attenuata subsp. attenuata
      • Dudleya attenuata subsp. orcuttii
    • Dudleya campanulata
    • Dudleya densiflora
    • Dudleya edulis
    • Dudleya formosa
    • Dudleya traskiae
    • Dudleya virens
      • Dudleya virens subsp. extima
      • Dudleya virens subsp. hassei
      • Dudleya virens subsp. insularis
      • Dudleya virens subsp. virens
    • Dudleya viscida
  • Untergattung Hasseanthus (Rose) Moran
    • Dudleya blochmaniae
      • Dudleya blochmaniae subsp. blochmaniae
      • Dudleya blochmaniae subsp. brevifolia
      • Dudleya blochmaniae subsp. insularis
    • Dudleya multicaulis
    • Dudleya nesiotica
    • Dudleya variegata

Zur Gattung gehören außerdem noch die Hybriden Dudleya × semiteres und Dudleya × sproulii.

Nachweise

Literatur

  •  Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3998-7, S. 87–105.

Einzelnachweise

  1. Bulletin of the New York Botanical Garden. Band 3, Nr.9, S. 12. New York 1903
  2. Joachim Thiede : Dudleya. In: Urs Eggli: Sukkulenten-Lexikon Band 4. Crassulaceae (Dickblattgewächse). 2003, S. 87–105

Weblinks

 Commons: Dudleya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

20.06.2021
Physiologie | Paläontologie
Kleiner Elefant hörte tiefe Töne
Der ausgestorbene Zwergelefant Palaeoloxodon tiliensis von der griechischen Insel Tilos besaß offenbar ein ähnliches Hörspektrum wie seine großen, heute lebenden Verwandten.
20.06.2021
Biodiversität | Insektenkunde
In Deutschland Gewinner und Verlierer: Libellen
In den letzten 35 Jahres hat sich die Verteilung der Libellenarten in Deutschland stark verändert.
18.06.2021
Ethologie | Insektenkunde
Die komplexe Organisation einer Ameisenkolonie
Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie über räuberische Ameisen erklärt, wie kleine Unterschiede zwischen Einzeltieren die kollektive Organisation der Kolonie verändern.
18.06.2021
Ethologie | Primatologie
Schimpansen-Waisen erholen sich vom Verlust der Mutter
Chronischer Stress könnte ein Grund dafür sein, warum manche Tierwaisen eine kürzere Lebenserwartung haben und weniger Nachkommen bekommen.
18.06.2021
Ökologie | Insektenkunde
Stickstoffüberschuss gefährdet Schmetterlinge
Stickstoff aus Landwirtschaft, Verkehrsabgasen und Industrie bringt Schmetterlinge in der Schweiz in Bedrängnis.
18.06.2021
Insektenkunde | Entwicklungsbiologie
Steinfliegen: Jugend beeinflusst Erwachsenenleben
Die Metamorphose führt bei Insekten meist zu völlig verschieden aussehenden Larven- und Erwachsenenstadien: Schmetterlinge unterscheiden sich etwa drastisch von ihren Jungstadien, den Raupen.
18.06.2021
Ökologie | Vogelkunde
Dramatische Veränderung der Brutvogelgemeinschaft
Im Bonner Stadtteil Dottendorf hat die Zahl der Brutvogelarten in den vergangenen 50 Jahren deutlich abgenommen.
16.06.2021
Genetik
Genome aus ihren Puzzleteilen wieder zusammensetzen
Ein Forscherteam des Friedrich-Miescher-Labors für biologische Arbeitsgruppen hat eine neue Methode zur DNA-Sequenzierung entwickelt, die schnelles und effizientes Aufspüren von genetischer Information ermöglicht.
16.06.2021
Ökologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Kleingewässer in Agrarlandschaften stark mit Pestiziden belastet
Pestizide sichern die Erträge in der Landwirtschaft, indem sie schädliche Insekten, Pilze und Unkräuter bekämpfen.