Endo-Agar

Endo-Agar.jpg Escherichia coli, Endo agar.png
Endo-Agar
E. coli auf Endo-Agar mit deutlich sichtbarem Fuchsinglanz

Endo-Agar (auch Lactose-Fuchsin-Sulfit-Agar), entwickelt durch den japanischen Bakteriologen Shigeru Endō[1] (1869–1937), ist ein Selektivmedium, das in der Mikrobiologie bei der Anzucht von Enterobakterien, insbesondere von coliformen Bakterien Verwendung findet. Diese verwerten die enthaltene Lactose und produzieren dabei Aldehyde und organische Säuren. Die Aldehyde setzen Fuchsin aus dem Fuchsin-Sulfit-Komplex frei und färben die Kolonien tiefviolett bis rötlich. Kolonien von Escherichia coli zeigen zusätzlich einen charakteristisch gelblich-grünen Glanz, wenn das Fuchsin auskristallisiert (Fuchsinglanz). Grampositive Bakterien werden durch Natriumsulfit und Fuchsin weitgehend am Wachstum gehindert. Charakteristisch ist die leicht violette bis pinke Farbe des Nährmediums. Durch Oxidation des Sulfits wird sie stärker rötlich gefärbt und unbrauchbar. Um Qualitätsverlust zu vermeiden sollte er stets dunkel gelagert werden.[2]

Einzelnachweise

  1. Endo, S.: Ueber ein Verfahren zum Nachweis der Typhusbacillen. Centralbl. Bakt. I. Orig. 1904;35:109–110
  2. Merck KGaA, Microbiology Manual, 12. Aufl., S. 278, Merck, 2006.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität | Bioinformatik
Mit Smartphones den ökologischen Wandel erfassen
Smartphone-Apps zur Pflanzenbestimmung wie „Flora Incognita“ können nicht nur Pflanzenarten erkennen, sie erfassen auch großräumige ökologische Muster.
13.05.2021
Genetik | Evolution | Immunologie
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem.
13.05.2021
Toxikologie | Biochemie | Insektenkunde
Meerrettich-Erdfloh: Geschützt mit den Waffen seiner Nahrungspflanze
Wenn Meerrettich-Erdflöhe an ihren Wirtspflanzen fressen, nehmen sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch Senfölglykoside, die charakteristischen Abwehrstoffe des Meerrettichs und anderer Kreuzblütengewächse, auf.
13.05.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Die Achillesferse eines Käfers: Glyphosat
Der Getreideplattkäfer lebt in enger Gemeinschaft mit symbiotischen Bakterien.
13.05.2021
Zoologie | Ökologie
Globaler Atlas soll große Tierwanderungen bewahren
Wildtiere soweit das Auge reicht: Millionen von Gnus ziehen gemeinsam mit Zebras, Gazellen und Antilopen durch das grüne Gras weiter Ebenen in Ostafrika.
11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.
10.05.2021
Physiologie
Orientierungssinn von Fledermäusen
Säugetiere sehen mit den Augen, hören mit den Ohren und riechen mit der Nase.