Estrogenrezeptor

Estrogen-Rezeptor, α-Untereinheit

Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 595 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur Homodimer, Heterodimer
Isoformen Long, Short
Bezeichner
Gen-Name ESR1
Externe IDs OMIM: 133430 UniProtP03372
Vorkommen
Übergeordnetes Taxon mehrzellige Tiere
Estrogen-Rezeptor, β-Untereinheit

Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 530 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur Homodimer, Heterodimer
Isoformen 8
Bezeichner
Gen-Name ESR2
Externe IDs OMIM: 601663 UniProtQ92731
Vorkommen
Übergeordnetes Taxon Säugetiere
Estrogenrezeptoren (ER) sind Steroidrezeptoren, die zur Superfamilie der nukleären Rezeptoren NR3I (nuclear receptor subfamily 3, group I) zählen und durch das Steroidhormon Estrogen aktiviert werden.[1] Die wichtigste Funktion des Estrogenrezeptor ist ein DNA-bindender Transkriptionsfaktor, der die Genexpression des Zielgens reguliert. Der Estrogenrezeptor hat jedoch noch zusätzliche Funktionen unabhängig von der DNA-Bindung.[2]

Struktur und Bindung

Zwei humane Rezeptorsubtypen konnten identifiziert werden, die beide die gleiche Grundstruktur besitzen:

  • Estrogenrezeptor-α (ERα, NR3A1)
  • Estrogenrezeptor-β (ERβ, NR3A2)
Schematische Darstellung der Domänenstruktur von ERα und ERβ.

Beide Rezeptoren besitzen sechs Domänen (A-F):

  • A/B-Domäne: Enthält eine ligandenunabhängige transkriptionelle Aktivierungsfunktion (AF-1).
  • C-Domäne: DNA-Bindungsdomäne (DBD). Sie enthält zwei Zinkfingermotive.
  • D-Domäne: Dimerisierungsregion.
  • E/F-Domäne: Enthält die Ligandenbindungsdomäne (LBD) und eine sogenannte Transaktivierungsregion am C-Terminus (AF-2).

Da beide Subtypen in vielen Zellen gleichzeitig exprimiert werden, kommt es bei der hormonaktivierten Rezeptordimerisierung zur Bildung von ERα (αα) bzw. ERβ (ββ) Homodimeren oder ERαβ (αβ) Heterodimeren.

Unterschiedliche Liganden können sich in ihrer Affinität hinsichtlich der beiden Rezeptorisoformen unterscheiden:[3]

Selektive Estrogenrezeptormodulatoren binden vorzugsweise entweder an den α- oder β-Subtyp des Rezeptors.

Einzelnachweise

  1. Dahlman-Wright, K. et al. (2006): International Union of Pharmacology. LXIV. Estrogen receptors. In: Pharmacol. Rev. 58(4):773-781. PMID 17132854 PDF
  2. Levin, E.R. (2005): Integration of the extranuclear and nuclear actions of estrogen. In: Mol. Endocrinol. 19(8):1951-1959. PMID 15705661 doi:10.1210/me.2004-0390
  3. Morito K, Aomori T, Hirose T, et al: Interaction of phytoestrogens with estrogen receptors alpha and beta (II). In: Biol. Pharm. Bull.. 25, Nr. 1, Januar 2002, S. 48–52. PMID 11824555.

Weblinks


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