Fischermarder

Fischermarder
Fischermarder

Fischermarder

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Mustelinae
Gattung: Echte Marder (Martes)
Art: Fischermarder
Wissenschaftlicher Name
Martes pennanti
(Erxleben, 1777)

Der Fischermarder, auch Pekan genannt (Martes pennanti) ist eine nordamerikanische Raubtierart aus der Gattung der Echten Marder (Martes). Trotz seines Namens (auf Englisch wird er einfach als „fisher“ bezeichnet) spielen Fische als Beute so gut wie keine Rolle. Seinen Namen hat dieses Tier bekommen, weil es gelegentlich Köderfische aus Fallen stehlen soll.

Merkmale

Fischermarder ähneln in ihrem Körperbau den in Europa lebenden Mardern, werden aber deutlich größer und sind die größten Vertreter ihrer Gattung. Die Kopf-Rumpflänge beträgt 49 bis 63 Zentimeter, wozu noch ein 25 bis 43 Zentimeter langer Schwanz kommt. Das Gewicht beträgt bei Männchen 2,6 bis 5,5 Kilogramm, Weibchen werden mit 1,3 bis 3,2 Kilogramm erheblich leichter. Ihr Fell ist überwiegend braun gefärbt, an Brust und Bauch können weißliche Flecken vorhanden sein. Ihr Körper ist schwerer gebaut als der anderer Marder.

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitungsgebiet des Fischermarders

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst die südliche Hälfte Kanadas, in den Vereinigten Staaten sind sie in den Rocky Mountains, im Gebiet der Großen Seen, in Neuengland und in den Appalachen beheimatet. Ihr Lebensraum sind in erster Linie Nadelwälder, sie bewohnen aber auch andere Waldformen, offenes Gelände wie Prärien meiden sie.

Lebensweise

Fischermarder können gut klettern

Fischermarder können sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv sein. Anders als andere Marder legen sie keine festen Nester an, sie suchen aber manchmal Zuflucht in hohlen Baumstämmen, verlassenen Tierbauen oder Erdhöhlen. Bei der Nahrungssuche halten sie sich vorwiegend am Boden auf, sie können aber sehr gut klettern und auch schwimmen.

Diese Tiere sind Einzelgänger und territorial. Die durchschnittliche Reviergröße bei Männchen beträgt 38 Quadratkilometer und bei Weibchen 15 Quadratkilometer. Gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen werden die Reviergrenzen vehement verteidigt, die Territorien von Männchen und Weibchen können sich aber überlappen.

Nahrung

Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Kleinsäugern, sie nehmen unter anderem Mäuse, Hasen und Grauhörnchen zu sich, besonders spezialisiert sind sie auf Baumstachelschweine. Vögel, Aas und Früchte ergänzen den Speiseplan. Dass sie sogar in den Schnee eingesunkene Hirsche töten sollen, ist ein unbestätigtes Gerücht, allerdings verzehren sie deren Aas.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit liegt in den Monaten März bis Mai, es kommt jedoch zu einer verzögerten Einnistung der befruchteten Eizelle, sodass die eigentliche Tragzeit erst im darauf folgenden Januar bis April beginnt. Nach rund 30 Tagen bringt das Weibchen rund drei Jungtiere zur Welt. Diese werden in einer Baumhöhle untergebracht und sind zunächst blind. Sie öffnen nach sieben Wochen die Augen, fangen nach acht Wochen an zu gehen und werden mit acht bis zehn Wochen entwöhnt. Mit fünf Monaten sind sie selbständig, im Alter von ein bis zwei Jahren werden sie geschlechtsreif. Die Lebenserwartung liegt bei zehn Jahren.

Gefährdung

Wegen des auch Virginischer Iltis genannten Felles sind sie lange gejagt worden, doch nicht so intensiv wie der verwandte Fichtenmarder. Auch die Lebensraumzerstörung hat zum Rückgang der Populationen geführt, so dass sie Anfang des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten und im östlichen Kanada nahezu ausgestorben waren. Da sich daraufhin die Baumstachelschweine, die durch ihr Nagen beträchtliche Baumschäden anrichten können, stark vermehrten, führte man in den 1930er-Jahren Schutzmaßnahmen ein. Zahlreiche Aussiedlungsprojekte wurden durchgeführt, heute sind sie auch in den Vereinigten Staaten wieder häufiger.

Literatur

Weblinks

  •  Commons: Fischermarder – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Martes pennanti in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: F. Reid, K. Helgen, 2008. Abgerufen am 1. Januar 2009

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