Graufüchse

Graufüchse
Insel-Graufuchs   (Urocyon littoralis)

Insel-Graufuchs (Urocyon littoralis)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Landraubtiere (Fissipedia)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Graufüchse
Wissenschaftlicher Name
Urocyon
Baird, 1857

Die Graufüchse (Urocyon) sind eine Gattung in der Familie der Hunde (Canidae). Im englischen Sprachraum werden sie manchmal auch tree fox (Baumfuchs) genannt, da sie, ungewöhnlich für Canidae, häufig auf Bäume klettern. Graufuchsfelle, auch als Grisfuchsfell bezeichnet, werden kommerziell genutzt.[1]

Merkmale

Graufüchse wiegen gewöhnlich 1,8 bis 7 kg. Der Insel-Graufuchs (Urocyon littoralis) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 48 bis 50 cm, der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus) von 48 bis 68,5 cm.[1] Die mindestens 30 % kleineren Insel-Graufüchse haben typischerweise weniger Schwanzwirbel als die Festland-Graufüchse (15-22 gegenüber 21-22).[2]

Das Gesicht, der obere Teil des Kopfes, der Rücken und die Seiten sowie der überwiegende Teil des Schwanzes sind grau. Die Kehle, die Innenseiten der Beine und die Unterseite des Körpers sind weiß, die Seiten des Halses, die unteren Flanken und der ventrale Teil des Schwanzes rostfarbig. Das Haarkleid ist grob, die Haare entlang der Rückenmitte und auf der Schwanzoberseite tragen schwarze Spitzen und wirken wie eine schwarze Mähne. [1]

Verbreitung und Entwicklungsgeschichte

Der Festland-Graufuchs ist von Oregon und dem südöstlichen Kanada bis in den Westen Venezuelas verbreitet. Die kleineren Insel-Graufüchse, eine Inselverzwergung, sind Endemiten der sechs größeren Kalifornischen Kanalinseln. Es wird vermutet, dass Graufüchse ursprünglich vor 24000 Jahren eine der nördlichen Inseln erreichten und während des Pleistozän, vor etwa 16000 Jahren, die drei nördlichen Inseln besiedelten, als diese miteinander verbunden waren. Mit dem Anstieg des Meeresspiegels vor 9500-11500 Jahren wurden die Inseln voneinander separiert und vor etwa 4000 Jahren erreichten die Graufüchse, möglicherweise mit Amerikanischen Ureinwohnern, die südlichen Inseln.[1][2]

Lebensraum und Lebensweise

Graufüchse bewohnen bewaldete Gebiete und Buschland, oft in bergigem und zerklüftetem Gelände, der Insel-Graufuchs ist in allen Insel-Geländeformen[2] zu finden. Der Bau wird selbst gegraben oder von anderen Tieren übernommen, in hohlen Bäumen kann er bis 9 m über dem Boden liegen. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv, der Insel-Graufuchs auch tagaktiv. Graufüchse ernähren sich von kleinen Wirbeltieren, von Insekten und von pflanzlicher Nahrung. Die pflanzliche Kost besteht meist aus Früchten und Getreide und wird von Urocyon häufiger als von anderen Füchsen genommen. [1]

Taxonomie

Graufüchse werden überwiegend als eine eigene Gattung angesehen, jedoch von Clutton-Brock, Corbet und Hills (1976) der Gattung Vulpes und von Van Gelder (1978) der Gattung Canis, Untergattung Vulpes zugerechnet. Urocyon littoralis wird oft mit Urocyon cinereoargenteus als konspezifisch, zur selben Art gehörend, angesehen, eine Reihe jüngerer Untersuchungen zeigt aber, dass es sich um unterschiedliche Arten handelt. Bei einer U. cinereoargenteus zugerechneten Population auf der Isla Tiburón könnte es sich möglicherweise um eine eigenständige Art handeln. [1]

Systematik

Die Gattung Urocyon umfasst zwei Arten:[1]

  • Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus (Schreber, 1775)) - Oregon und Südosten Kanadas bis westliches Venezuela
  • Insel-Graufuchs (Urocyon littoralis Baird 1857) - Kalifornische Kanalinseln San Miguel, Santa Rosa, Santa Cruz, Santa Catalina, San Nicolas und San Clemente, jeder Insel Population ist eine eigenständige Unterart.[2]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Ronald M. Nowak: Walker's Carnivores of the World. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 978-0801880322, S. 83-84.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 David W. Macdonald, Claudio Sillero-Zubiri: The Biology and Conservation of Wild Canids. Oxford University Press, 2004, ISBN 978-0198515562, S. 28, S. 173.

Weblinks

 Commons: Graufüchse – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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