Hongkong-Hartriegel

Hongkong-Hartriegel
Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hartriegelgewächse (Cornaceae)
Gattung: Hartriegel (Cornus)
Art: Hongkong-Hartriegel
Wissenschaftlicher Name
Cornus hongkongensis
Hemsl.

Der Hongkong-Hartriegel (Cornus hongkongensis) ist ein kleiner, immergrüner Baum oder Strauch aus der Gattung der Hartriegel (Cornus). Der botanische Name verweist auf Hongkong als Verbreitungsgebiet, tatsächlich erstreckt es sich über den Süden Chinas sowie das angrenzende Laos und Vietnam. Er wurde 1888 von Hemsley beschrieben.[1]

Beschreibung

In vielen Merkmalen wie Größe, Habitus oder Behaarung ist der Hongkong-Hartriegel recht variabel. Die Art wurde deshalb von verschiedenen Autoren unterschiedlich benannt oder in Unterarten eingeteilt. Alle sind jedoch immergrüne Sträucher oder Bäume mit glatter, grauer Rinde. Die Blätter sind gegenständig, oval, unterseits hellgrün, oberseits glänzend. Die Blattadern, meist nur drei oder vier Paar, sind zur Blattspitze hin gebogen wie bei vielen Hartriegeln. Besonders im Austrieb fällt manchmal eine rotbraune Behaarung der Zweige und Blattunterseiten auf.

Der Blütenstand besteht aus vierzig bis siebzig winzigen Einzelblüten, die in einer kugeligen Dolde zusammengefasst sind. Auffällig sind die vier Hochblätter, die den Blütenstand umgeben: sie werden schon im Herbst angelegt und sind an den Blütenstandsknospen sichtbar, entfalten sich dann von hellgrün zu weiß oder gelblich.

Alle Früchte eines Blütenstands entwickeln sich zu einem Fruchtverband mit vielen Kernen und ledriger Schale. Er ist rund und rot oder gelblich gefärbt, etwa zwei bis drei Zentimeter im Durchmesser. In Größe und Farbe erinnert die Frucht etwas an Erdbeeren und ist essbar.

Verbreitung

Im Süden Chinas ist der Hongkong-Hartriegel von der Küste bis nach Yunnan verbreitet, südlich noch in Laos und Vietnam. Er wächst dort im Unterwuchs und in Lichtungen immergrüner Laubwälder.

Verwendung

Im Verbreitungsgebiet werden gelegentlich die Früchte als Nahrungsmittel sowie das Holz genutzt.

Wie verwandte Blüten-Hartriegel eignet sich auch der Hongkong-Hartriegel wegen seiner auffälligen Hochblätter als Ziergehölz. In Europa ist er allerdings sehr selten erhältlich.[2]

Quellen und Weiterführendes

  •  Qiu-Yun Xiang, David E. Boufford: Cornus hongkongensis. In: Flora of China. 14, S. 206ff ([3], abgerufen am 12. Februar 2007).

Einzelnachweise

  1.  W. B. Hemsley: Cornus hongkongensis. In: Journal of the Linnean Society. Botany. 23, Nr. 156, London 1888, S. 345 ([1], abgerufen am 12. Februar 2007).
  2. PPP-index. Pflanzeneinkaufsführer für Europa. Ulmer-Verlag. [2]

Weblinks

Fotos von C. hongkongensis von Qiu-Yun Xiang:

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

21.04.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Wie Rifforganismen dem Klimawandel trotzen könnten
Eine neue Untersuchung tropischer Foraminiferen zeigt, wie diese kalkbildenden Einzeller auf Ozeanversauerung und -erwärmung reagieren.
19.04.2021
Neobiota
Ausbreitung zweier invasiver Arten: Waschbären und Marderhunde
Der aus Asien stammende Marderhund und der nordamerikanische Waschbär werden sich in Zukunft in Europa vermutlich noch weiter ausbreiten.
19.04.2021
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen
Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen.
19.04.2021
Anthropologie | Entwicklungsbiologie
Evolution der menschlichen Geburtsprobleme
Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind menschliche Neugeborene im Vergleich zur Breite des mütterlichen Geburtskanals sehr groß, was zu einem hohen Risiko sowohl für das Baby als auch die Mutter werden kann.
15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.