Japan-Wiesel

Japan-Wiesel
Mustela itatsi.JPG

Japan-Wiesel (Mustela itatsi)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Mustelinae
Gattung: Mustela
Art: Japan-Wiesel
Wissenschaftlicher Name
Mustela itatsi
Temminck, 1844

Das Japan-Wiesel (Mustela itatsi) ist ein Raubtier aus der Familie der Marder. Es galt zeitweise als Unterart des Feuerwiesels (Mustela sibirica).

Merkmale

Die Männchen erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 28 bis 39 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 15,5 bis 21 Zentimetern und ein Gewicht von 650 bis 820 Gramm; ausgewachsenen wiegen sie fast doppelt so viel wie die Weibchen. Bei den Weibchen beträgt die Kopf-Rumpflänge 25 bis 30,5 Zentimeter, die Schwanzlänge 13,3 bis 16,4 Zentimeter und das Gewicht 360 bis 460 Gramm. Das Japan-Wiesel hat einen langen, schlanken Körper und kurze Beine. Das Sommerfell ist dunkelbraun, das Winterfell fast gelblich braun. Die Oberlippen und das Kinn sind weiß.

Verbreitung

Verbreitungsgebiet des Japan-Wiesels (blau:natürlich; rot eingeführt)

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die japanischen Inseln Honshū, Kyūshū, Shikoku, Sado, den Oki-Inseln, Izu Ōshima, Awaji-shima, Shōdoshima, Iki, den Gotō-Inseln, Yakushima und Tanegashima. 1880 wurde das Japan-Wiesel auf Hokkaidō eingebürgert. Zur Verminderung der Rattenpopulationen wurde es auf über 50 Inseln eingeführt, darunter auf Sachalin, Rishiri, Rebun, Miyake-jima, Hachijō-jima, Aogashima, Aoshima (in der Präfektur Nagasaki), Kuchino-shima, Nakano-shima, Suwanose-jima, Hira-jima, Akuseki-jima, Kikai-shima, Okinoerabu-jima, Yoronjima (in der Präfektur Kagoshima), Zamami, Akajima, Minami-daitō, Kita-daitō, Irabu-jima, Iriomote und Hateruma (in der Präfektur Okinawa).

Lebensraum

Das Japan-Wiesel kommt in Wäldern in Gewässernähe vor, manchmal auch nahe menschlicher Siedlungen.

Lebensweise

Das Japan-Wiesel ist nachtaktiv und geht einzelgängerisch auf Nahrungssuche. Die Nahrung besteht aus Insekten, Fischen, Reptilien und kleinen Säugetieren, einschließlich Ratten. Als Ergänzung kommen Früchte im Winter und im Frühling sowie Gliederfüßer und Krebstiere im Sommer und Herbst hinzu. Über das Paarungsverhalten ist nur wenig bekannt. Die Paarungszeit ist im Spätwinter, die Jungen werden im Frühjahr geboren.

Status

Das Japan-Wiesel ist häufig und wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) klassifiziert.

Literatur

  • Serge Larivière & Andrew P. Jennings: Family Mustelidae (Weasels and relatives) In: Don E. Wilson & Russel Mittermeier (Hrsg.) Handbook of the Mammals of the World Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions. 2009. S. 651. ISBN 978-84-96-553-49-1

Weblinks

 Commons: Japan-Wiesel (Mustela itatsi) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference
  • Mustela itatsi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: Abramov, A. & Wozencraft, C., 2008. Abgerufen am 12. Juni 2009

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News

05.03.2021
Mikrobiologie | Zytologie
Neue Form der Symbiose entdeckt
Sie werden auch Kraftwerke der Zellen genannt: Die Mitochondrien.
05.03.2021
Insektenkunde | Video
Ameisenforscherin Susanne Foitzik untersucht die Weltmacht auf sechs Beinen
Onlinebeitrag der Sendung natürlich!: Ameisenforscherin Susanne Foitzik untersucht die "Weltmacht auf sechs Beinen"
03.03.2021
Ökologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Produktion nachhaltiger Lebensmittel in Aquakulturen
Eine nachhaltige Lebensmittelproduktion in Aquakulturen ganz ohne Mikroplastik. Das ist das langfristige Ziel eines neuen und über zwei Jahre laufenden Forschungsprojektes.
03.03.2021
Botanik | Biochemie | Entwicklungsbiologie
Wie eine Pflanze ihr Wachstum reguliert
Pflanzen zeigen polares Wachstum: Der Spross von Pflanzen wächst zum Licht, um dieses optimal nutzen zu können und die Wurzeln wachsen in Richtung des Erdmittelpunktes in den Boden.
02.03.2021
Zytologie | Genetik
Genetisches Material in Taschen verpacken
Alles Leben beginnt mit einer Zelle.
02.03.2021
Biodiversität
Artenspürhunde - Schnüffeln für die Wissenschaft
Die Listen der bedrohten Tiere und Pflanzen der Erde werden immer länger.
28.02.2021
Anthropologie | Genetik
64 menschliche Genome als neue Referenz für die globale genetische Vielfalt
Eine internationale Forschungsgruppe hat 64 menschliche Genome hochauflösend sequenziert.
28.02.2021
Neurobiologie | Insektenkunde
Wie Insekten Farben sehen
Insekten und ihre hochentwickelte Fähigkeit Farben zu sehen und zum Beispiel Blüten unterscheiden zu können, sind von zentraler Bedeutung für die Funktion vieler Ökosysteme.
28.02.2021
Genetik | Virologie
Retroviren schreiben das Koala-Genom um
Koalas sind mit zahlreichen Umwelt- und Gesundheitsproblemen konfrontiert, die ihr Überleben bedrohen.
26.02.2021
Ökologie | Paläontologie
Student entwickelt ein neues Verfahren, um Millionen Jahre alte Ökosysteme zu rekonstruieren
Niklas Hohmann, Masterstudent der Geowissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), hat einen neuen Algorithmus entwickelt, mit dem sich die Abfolge von Ökosystemen durch die Erdgeschichte besser rekonstruieren lässt.
26.02.2021
Klimawandel | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Unterirdische Biodiversität im Wandel
Durch den globalen Wandel wird die Vielfalt der Bakterien auf lokaler Ebene voraussichtlich zunehmen, während deren Zusammensetzung sich auf globaler Ebene immer ähnlicher wird.
25.02.2021
Botanik | Ökologie | Klimawandel | Video
Wald im Trockenstress: Schäden weiten sich weiter aus
Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020 zeigen: Die anhaltenden Dürrejahre fordern Tribut.
24.02.2021
Physiologie | Primatologie
Geophagie: Der Schlüssel zum Schutz der Lemuren?
Kürzlich wurde eine transdisziplinäre Forschung über die Interaktionen zwischen Böden und Darm-Mykobiom (Pilze und Hefen) der Indri-Indri-Lemuren veröffentlicht.
24.02.2021
Mikrobiologie | Evolution
Vom Beginn einer evolutionären Erfolgsstory
Unser Planet war bereits lange von Mikroorganismen besiedelt, bevor komplexere Lebewesen erstmals entstanden und sich nach und nach zur heute lebenden Tier- und Pflanzenwelt entwickelten.
24.02.2021
Genetik
Cre-Controlled CRISPR: konditionale Gen-Inaktivierung wird einfacher
Die Fähigkeit, ein Gen nur in einem bestimmten Zelltyp auszuschalten, ist für die modernen Lebenswissenschaften wesentlich.
24.02.2021
Land-, Forst- und Viehwirtschaft | Fischkunde
Bald nur noch ängstliche Fische übrig?
Über die Fischerei werden vor allem größere und aktivere Fische aus Populationen herausgefangen.
23.02.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Placebos wirken auch bei bewusster Einnahme
Freiburger Forschende zeigen: Scheinmedikamente funktionieren auch ohne Täuschung. Probanden waren über Placebo-Effekt vorab informiert.
23.02.2021
Botanik | Klimawandel
Auswirkungen des Klimas auf Pflanzen mitunter erst nach Jahren sichtbar
Die Auswirkungen von Klimaelementen wie Temperatur und Niederschlag auf die Pflanzenwelt werden möglicherweise erst Jahre später sichtbar.
23.02.2021
Ökologie | Klimawandel
Biologische Bodenkrusten bremsen Erosion
Forschungsteam untersucht, wie natürliche „Teppiche“ Böden gegen das Wegschwemmen durch Regen schützen.
23.02.2021
Mikrobiologie | Meeresbiologie
Süße Algenpartikel widerstehen hungrigen Bakterien
Eher süß als salzig: Mikroalgen im Meer produzieren jede Menge Zucker während der Algenblüten.
21.02.2021
Evolution | Biochemie
Treibstoff frühesten Lebens – organische Moleküle in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen nachgewiesen
Erstmalig konnten biologisch wichtige organische Moleküle in archaischen Fluideinschlüssen nachgewiesen werden. Sie dienten sehr wahrscheinlich als Nährstoffe frühen Lebens auf der Erde.
21.02.2021
Evolution | Biochemie
Origin of Life - Begann die Darwin’sche Evolution schon, bevor es Leben gab?
Ehe Leben auf der Erde entstand, gab es vor allem eines: Chaos.
21.02.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Kommunikationsfähigkeit von Menschen im REM-Schlaf
Mit schlafenden Versuchspersonen lassen sich komplexe Nachrichten austauschen. Das haben Wissenschaftler jetzt in Studien gezeigt.
21.02.2021
Paläontologie | Insektenkunde
Fossile Larven - Zeitzeugen in Bernstein
Eine ungewöhnliche Schmetterlingslarve und eine große Vielfalt an Fliegenlarven. LMU-Zoologen haben in Bernstein fossile Bewohner Jahrmillionen alter Wälder entdeckt.
21.02.2021
Ethologie | Ökologie
Wölfe in der Mongolei fressen lieber Wild- als Weidetiere
Wenn das Angebot vorhanden ist, ernähren sich Wölfe in der Mongolei lieber von Wildtieren als von Weidevieh.