Kammmolche

Kammmolche
Beispiel: Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex)

Beispiel: Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex)

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Gattung: Triturus
Superspezies: Kammmolche
Wissenschaftlicher Name
Triturus cristatus

Als Kammmolche (Triturus cristatus-Superspezies) werden derzeit sechs größerwüchsige europäische Arten der Gattung Triturus bezeichnet, deren Männchen zur Paarungszeit ausgeprägt gezackte Rückenkämme tragen. Zu diesem Artenkreis zählen der Nördliche Kammmolch (Triturus cristatus), der Donau-Kammmolch (Triturus dobrogicus), der Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex), der Asiatische Kammmolch (Triturus karelinii) sowie neuerdings der Makedonische Kammmolch (Triturus macedonicus; als Abspaltung von T. carnifex) und der Balkan-Kammmolch (Triturus arntzenii; als Abspaltung von T. karelinii). Bis in die 1980er-Jahre wurden alle Kammmolchformen noch als Unterarten von Triturus cristatus behandelt; dann führten genetische Erkenntnisse zur Artenabgrenzung. Die Kammmolcharten können sowohl untereinander als auch mit den nahe verwandten Marmormolchen hybridisieren, allerdings bei eingeschränkter Fruchtbarkeit der Nachkommen.

Verbreitung

  • Alpen-Kammmolch, T. carnifex (Laurenti, 1768): Lebt in Italien und dem Alpenraum. Wird auch „Italienischer Kammmolch“ genannt.
  • Makedonischer Kammmolch, T. macedonicus (Karaman, 1922): Frühere Unterart des Alpen-Kammmolches; kommt auf dem Westbalkan vor.
  • Nördlicher Kammmolch, T. cristatus (Laurenti, 1768): Ist in Europa am weitesten verbreitet – von Westfrankreich und den Britischen Inseln über ganz Mitteleuropa und nach Westrussland.
  • Donau-Kammmolch, T. dobrogicus (Kiritzescu, 1903): Ist in Südosteuropa etwa von Niederösterreich über Ungarn und angrenzende Länder beheimatet; separates Teilareal in Südostrumänien bis zur Nordwestküste des Schwarzen Meeres.
  • Asiatischer Kammmolch, T. karelinii (Strauch, 1870): Südliche und östliche Schwarzmeerküste, Kaukasus, südliche Küstenregion des Kaspischen Meeres. Wird auch „Südlicher Kammmolch“ oder „Persischer Kammmolch“ genannt.
  • Balkan-Kammmolch, T. arntzenii Litvinchuk, Borkin, Dzukic & Kalezic, 1999: Frühere Unterart des Asiatischen Kammmolches; kommt auf der südöstlichen Balkanhalbinsel vor.

Schutzbestimmungen

Alle europäischen Lurche sind unter anderem nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt oder streng geschützt und dürfen nicht aus ihrem Habitat entnommen werden. Die Kammmolcharten werden zudem im Anhang II (teilweise zusätzlich im Anhang IV) der FFH-Richtlinie gelistet; sie sind „streng geschützt“ und für ihre Vorkommen sind eigens Schutzgebiete einzurichten.

Literatur

  • Dieter Glandt: Taschenlexikon der Amphibien und Reptilien Europas. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2010, ISBN 978-3-494-01470-8
  • Burkhard Thiesmeier & Alexander Kupfer: Der Kammmolch – Ein Wasserdrache in Gefahr. Beiheft 1 der Zeitschrift für Feldherpetologie, Laurenti-Verlag, 2000, 158 S., ISBN 3-933066-06-9

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