Koevolution

Koevolution, auch Coevolution, bezeichnet im Rahmen der biologischen Evolutionstheorie einen evolutionären Prozess der wechselseitigen Anpassung zweier stark interagierender Arten aufeinander, der sich über sehr lange Zeiträume in der Stammesgeschichte beider Arten erstreckt. Folglich ist der Begriff auf Artenpaare beschränkt, bei der beide Arten einen starken Selektionsdruck aufeinander ausüben. Das Ergebnis der Koevolution sind Koadaptationen, die bei beiden beteiligten Arten auftreten.

Beispiele

Beispiele für Koevolution gibt es bei den Beziehungen zwischen

Begriffsverwendung

Der ursprünglich ausschließlich in der Evolutionsbiologie verwendete Begriff ist in andere Disziplinen übernommen worden und hat dadurch fakultätsabhängige Bedeutungswandlungen erfahren:

  • in der molekularen Biologie prägte Gabriel Dover 1984 den Begriff der „molekularen Koevolution“
  • in der Astronomie:
    • Theorie von Koevolution von Galaxien und Schwarzen Löchern
    • Theorie des sich selbst organisierenden Universums von Erich Jantsch von Koevolution als einen allgemeinen Mechanismus der Entwicklung des Universums
  • in der Informatik, Koevolution von Algorithmen
  • in der Evolutionsökonomik als sich gegenseitig beeinflussende Entwicklung unterschiedlicher Systeme oder deren Komponenten
  • in der Ökonomie[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Eberhard Feess: Regionalökonomie[1]

News Meldungen


02.10.2019
Genetik - Evolution
Neue Erkenntnisse zur genomischen Signatur der Koevolution
Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung von Limnologen der Universität Konstanz weist nach, dass rapide genomische Veränderungen bei antagonistischen Spezies-Interaktionen durch wechselseitige Auswirkungen von Ökologie und Evolution bestimmt werden.


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