Krähenbeerenblättriges Johanniskraut

Krähenbeerenblättriges Johanniskraut
Hypericum empetrifolium subsp. empetrifolium

Hypericum empetrifolium subsp. empetrifolium

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Gattung: Johanniskräuter (Hypericum)
Art: Krähenbeerenblättriges Johanniskraut
Wissenschaftlicher Name
Hypericum empetrifolium
Willd.
Hypericum empetrifolium subsp. oliganthum

Das Krähenbeerenblättrige Johanniskraut (Hypericum empetrifolium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Johanniskräuter (Hypericum).

Merkmale

Das Krähenbeerenblättrige Johanniskraut ist ein Zwergstrauch, der Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimeter erreicht. Die Blätter stehen zu dreien quirlständig an den Sprossachsen. Die Kelchblätter sind eiförmig und weisen am Rand schwarze, ungestielte Drüsen auf. Es sind achselständige Blattsprosse vorhanden. Die Kapsel besitzt schiefe Bläschen.

Die Blütezeit reicht von April bis August, selten bis Oktober.

Vorkommen

Das Krähenbeerenblättrige Johanniskraut ist eine ostmediterrane Art. Es kommt auf den Inseln der mittleren und südlichen Ägäis, auf dem Peloponnes, dem östlichen Mittel-Griechenland, entlang der türkischen Ägäisküste und in der Cyrenaika vor. Schon außerhalb des geschlossenen Areals liegen die Vorkommen auf den ionischen Inseln Lefkada, Kephallonia und Zakinthos sowie auf der Halbinsel Chalkidike. Vereinzelte Fundpunkte liegen in Nord-Albanien und in Nord-Zypern.

Die Art wächst in Kiefernwäldern, Phrygana und Felsspalten auf Kalk in Höhenlagen von 0 bis 2300 Meter.

Systematik

Das Krähenbeerenblättrige Johanniskraut gehört zur Sektion Coridium. Auf Kreta kommen neben der weit verbreiteten Typus-Unterart zwei weitere endemische Unterarten vor:

  • Hypericum empetrifolium subsp. empetrifolium ist ein Kleinstrauch mit aufrechten Ästen. Die Blätter sind 7 bis 11 Millimeter lang und schmal. Die Blütenstände sind 8- bis 40-blütig. Die Blüten sind groß. Die Unterart wächst meist auf kalkarmen Böden in Macchien, Phrygana und lichten Wäldern in Höhenlagen von 0 bis 1200 Meter.
  • Hypericum empetrifolium subsp. tortuosum (Rech.f.) I.Hagemann ist ein Spalierstrauch mit dem Boden angedrückten, stark verholzten Ästen. Die Blätter sind genähert und 2 bis 3 Millimeter lang. Die Blütenstände sind meist ein-, selten bis 4-blütig. Die Unterart ist auf Kreta endemisch und wächst auf Kalkböden in Igelpolsterheiden, Bergwäldern und auf Dolinenböden in Höhenlagen von 1400 bis 2300 Meter.
  • Hypericum empetrifolium subsp. oliganthum (Rech.f.) I.Hagemann ist ein kissenförmiger, vielschichtig verzweigter Zwergstrauch. Die Blätter sind 4 bis 6 Millimeter lang. Die Blütenstände sind 4 bis 7-blütig. Die Unterart ist auf Kreta endemisch und wächst in Felsspalten, Phrygana und Kiefernwäldern in Höhenlagen von 0 bis 1450 Meter.

Belege

  • Isolde Hagemann: On subspecific taxa of Hypericum empetrifolium (Hypericaceae) from Crete. In: Plant Systematics and Evolution. Band 155, Nr. 1–4, 1987, S. 165–187, DOI:10.1007/BF00936297.
  •  Ralf Jahn, Peter Schönfelder: Exkursionsflora für Kreta. Eugen Ulmer, Stuttgart 1995, ISBN 3-8001-3478-0..

Weblinks

Abbildung von subsp. tortuosum

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

19.04.2021
Neobiota
Ausbreitung zweier invasiver Arten: Waschbären und Marderhunde
Der aus Asien stammende Marderhund und der nordamerikanische Waschbär werden sich in Zukunft in Europa vermutlich noch weiter ausbreiten.
19.04.2021
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen
Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen.
19.04.2021
Anthropologie | Entwicklungsbiologie
Evolution der menschlichen Geburtsprobleme
Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind menschliche Neugeborene im Vergleich zur Breite des mütterlichen Geburtskanals sehr groß, was zu einem hohen Risiko sowohl für das Baby als auch die Mutter werden kann.
15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.