Langschnabel-Spottdrossel

Langschnabel-Spottdrossel
Langschnabel-Spottdrossel (Toxostoma longirostre)

Langschnabel-Spottdrossel (Toxostoma longirostre)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Spottdrosseln (Mimidae)
Gattung: Sichelspötter (Toxostoma)
Art: Langschnabel-Spottdrossel
Wissenschaftlicher Name
Toxostoma longirostre
Lafresnaye, 1838

Die Langschnabel-Spottdrossel (Toxostoma longirostre) ist eine Vogelart aus der Familie der Spottdrosseln (Mimidae). Diese Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das sich auf die Länder Mexiko und USA beschränkt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.[1]

Merkmale

Die schlanke Langschnabel-Spottdrossel erreicht eine Körperlänge von etwa 25,5 bis 28 Zentimetern bei einem Gewicht von ca 70 Gramm. Der lange leicht gebogenere Schnabel ist schwarz, etwas heller an der Schnabelbasis. Die Beine sind grau fleischfarben. Der braune Kopf mit etwas graueren Tönen im Gesichtbereich wird oft durch einen dunklen Bartstrich angegrenzt. Die Augen sind gelborange bis orangefarben. Die Oberseite ist kräftig braun bis zimtbraun, wobei Bürzel und Schwanz am hellsten sind. An den Flügeln haben sie zwei weißliche Streifen und an den äußeren Steuerfedern mit helleren Sprenkeln. Die Kehle sowie die gesamte Unterseite sind weiß mit dunklen Strichen im Bereich der Wangen sowie groben schwarzen Streifen an der Brust und den Seiten. Die düster wirkenden zentralen Streufedern und Unterschwanzdecken sind im Feld schwer zu erkennen. Zwischen den Geschlechtern besteht kein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus.

Juvenile weisen im Gesicht und der Unterseite weniger Markierungen auf. Außerdem sind die Streifen an den Flügeln hell braungelb.

Verbreitung und Lebensraum

Sie bewegen sich in trockenen bis halbtrockenen gestrüppartigen Waldgebieten und deren Rändern, dichtem Gebüsch und Hecken. Hier kommen sie an den Atlantikhängen von Meeresspiegel bis Höhen von 1500 Meter vor.

Verhalten

Sie halten sich normalerweise auf dem Boden oder bodennah versteckt. Zur Futtersuche begeben sie sich auf den Boden und durchforsten diesen nach Insekten. Oft kann man sie auf Zweigen sitzen sehen und ein lautes cleeooeep pfeifen hören. Ihr Nest ist ein globiger Napf aus Zweigen und Gras, das sie in den mittleren Stratifikationsschichten in Büschen und Bäumen bauen. Dort legen sie 2 bis 5 blauweiße Eier, die von dichten rotbraunen und grauen Flecken durchzogen sind. Beide Elternteile beteiligen sich am Nestbau und beim Ausbrüten der Eier.

Unterarten

Es sind zwei Unterarten beschrieben worden, die sich vor allem in ihrer Färbung und ihrem Verbreitungsgebiet unterscheiden:

  • Toxostoma longirostre longirostre (Lafresnaye, 1838) Die Nominatform ist vom Südosten des mexikanischen Bundesstaates San Luis Potosí bis in den südlichen Teil des nördlichen Veracruz präsent.
  • Toxostoma longirostre sennetti (Ridgway, 1888) Die Subspezies kommt im Südosten Texas südlich von Corpus Christi bis in den Nordosten Mexikos (ersetzt im nördlicher Teil des Nordens von Veracruz die Nominatform) vor. Die Oberseite wirkt trüber und grauer als in der Nominatform.
Zeichnung von Jean Gabriel Prêtre: Langschnabel-Spottdrossel

Etymologie und Naturhistorie

Der wissenschaftliche Name Toxostoma setzt sich aus den griechischen Worten toxon (=Bogen) und stoma (=Mund) zusammen. Der zweite Name longirostre leitet sich aus den lateinischen Worten longus (=lang) und rostrum (=Schnabel) ab. Mit der Verwendung des Wort sennetti in einer Unterart ehrte Robert Ridgway den Geschäftsmann, Naturforscher und Ornithologen George Burritt Sennett (1840–1900). Dies ist auch der Grund warum man bei manchen Autoren auch den englischen Trivialnamen Sennett's Thrasher findet.

Lafresnaye verwendete in seiner Erstbeschreibung den Namen Orpheus longirostris.[2] Eine Illustration des Vogels erfolgte etwas später im Jahr 1839 im Magasin de Zoologie.[3] Die Schwarz-Weiß Zeichnung zum Text stammte von dem französischen Künstler Jean Gabriel Prêtre (1800-1840), die Gravur machte Jean Charles Pardinel (1808-1867) und der Druck erfolgte durch N. Rémond. Erst später wurde der Vogel in der Gattung Toxostoma eingeordnet.

Literatur

  • Steve N. G. Howell, Sophie Webb: A Guide to the Birds of Mexico and Northern Central America. Oxford University Press, Oxford 1995, S. 600, ISBN 978-0198540120
  • Roger Tory Peterson: A Field Guide to the Birds of Texas: And Adjacent States, Houghton Mifflin, 1998, S. 260, ISBN 978-0395921388
  • Michael K. Rylander: The behavior of Texas birds, Audio Forum, 2002, S. 293 f, ISBN 978-0292771208
  • Frank Michler Chapman, Chester Albert Reed: Color Key to North American Birds, D. Appleton & Company, S. 233, 1912
  • Joel Ellis Holloway, George Miksch Sutton: Dictionary of Birds of the United States: Scientific and Common Names, Timber Press, 2003, S. 202 ISBN 978-0881926002
  • Bo Beolens, Michael Watkins: Whose Bird?: Common Bird Names and the People They Commemorate, Yale University Press, 2004, S. 307, ISBN 978-0300103595

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Toxostoma longirostre in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2010.3. Eingestellt von: BirdLife International, 2009. Abgerufen am 4. September 2010
  2. Revue zoologique par la Société cuviérienne 1838 S. 54f Note sur espèce nouvelle du genre moqueur, Orpheus, suivie du catalogue synonymique des dix espèces qui composent actuellement ce genre. Par M. de La Fresnaye (franz.) Originalartikel
  3. Magasin de Zoologie, d'anatomie comparee et de palaeonthologie, reoueh 1839 Orpheus longirostris

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