Naturpark Augsburg – Westliche Wälder

Lage des Naturparkes in Deutschland

Der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder ist einer von über 100 Naturparks in Deutschland.

Die Verordnung des Bayerischen Umweltministeriums vom 22. August 1988 weist ein 1175 km² großes Gebiet westlich von Augsburg als „Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“ aus. Er ist neben der Nagelfluhkette der einzige Naturpark in Bayerisch Schwaben. Umgrenzt wird der Naturpark im Norden von der Donau, im Osten von den Abhängen zu Wertach und Schmutter, im Westen von der Mindel und im Südwesten von der Flossach.

Der Großteil des Naturparks liegt im Landkreis Augsburg. Der süd- bis südwestliche Rand des Gebiets liegt im Landkreis Unterallgäu, der westliche Rand im Landkreis Günzburg und der nördliche im Landkreis Dillingen an der Donau. Die Nordspitze des Naturparks liegt im Landkreis Donauwörth.

Bekannte Landschaften im Naturpark sind der Holzwinkel um Welden, die Reischenau um Dinkelscherben und die Stauden im Süden.

43% der Fläche des Naturparks sind mit Wald bedeckt. Pro Minute wächst etwa ein Kubikmeter Holz hinzu. Die Landschaft des Naturparks zeichnet sich durch bewaldete Höhenrücken und überwiegend von Süd nach Nord verlaufende Bachtäler aus. Sie ist Teil des mittelschwäbischen Schotterriedel- und Hügellandes.

Aktivitäten

Wandern

Über tausend Kilometer markierter Wanderwege existieren im Naturpark. Neben über fünfzig Rundwanderwegen sind folgende Themenwege von besonderer Bedeutung:

  • Der Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg führt von Augsburg durch die Landschaft der Stauden bis nach Sonthofen im Allgäu.
  • Der Wanderweg Lueg ins Land ermöglicht es, den Naturpark von Süd nach Nord von Türkheim bis Wertingen zu durchqueren.
  • Auf zwei Varianten führt der Bayerisch-Schwäbischer Jakobusweg (Jakobus-Pilgerweg) von Augsburg ins Allgäu und weiter bis zum Bodensee.
  • Zwischen Biberbach, Augsburg, Türkheim und Bad Wörishofen verläuft der Pfarrer-Kneipp-Weg.

Nordic Walking im Naturpark:

Im Naturpark existieren fünf Nordic Walking Stützpunkte mit jeweils drei Rundstrecken unterschiedlicher Schwierigkeiten.

  • Anhausen bei Diedorf
  • Fischach (Willmatshofen)
  • Neusäß / Aystetten
  • Straßberg bei Bobingen
  • Zusmarshausen

Radwandern

Für Radwanderer stehen im Naturpark weit mehr als tausend Streckenkilometer zur Verfügung. Einige der markierten Hauptrouten sind:

  • Die 7-Schwaben-Tour - auf 220 Kilometern rund um den Naturpark
  • Der Zusam-Radweg - von Bad Wörishofen oder Mindelheim über Markt Wald entlang der Zusam bis nach Donauwörth
  • Der Radwanderweg VIA JULIA führt von Günzburg aus durch den Naturpark nach Augsburg und weiter bis nach Salzburg

Sehenswürdigkeiten

Naturpark-Haus auf dem Gelände des Klosters Oberschönenfeld

In dem 1992 eröffneten Naturpark-Haus, das sich in einem Nebengebäude der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld südlich von Gessertshausen befindet, wird die Dauerausstellung Natur und Mensch im Naturpark gezeigt. Außerdem wurde bei dem Kloster von 1974 bis 1980 mit dem „Glaserschusterhaus“ aus Döpshofen ein für die Gegend typisches Staudenhaus wiederaufgebaut und als Museum zugänglich gemacht. Dieses Söldneranwesen ist das letzte, strohgedeckte Kleinbauernhaus im Augsburger Umland. In vergangenen Jahrhunderten war diese Bauform für die Stauden, den südlichen Teil des Naturparks, typisch. In weiteren ehemaligen Wirtschaftsgebäuden der Abtei betreibt der Bezirk Schwaben heute das Schwäbische Volkskundemuseum Oberschönenfeld.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder

Fuggerschloss Kirchheim
Eine der zahlreichen sehenswerten Kirchen im „Schwäbischen Pfaffenwinkel“: Die Pfarrkirche St. Wolfgang in Mickhausen
  • Volkssternwarte in Streitheim
  • Keltenschanzen, früh- und hochmittelalterliche Wallanlagen und Burgställe (z.B. die Haldenburg bei Schwabegg)
  • Der Weiherhof aus dem 18. Jahrhundert.
  • Fuggerschloss Kirchheim, aus dem 18. Jahrhundert, mit dem „Cedernsaal“, einem der schönsten Renaissancesäle Europas. Der Saal besitzt eine Kassettendecke mit Zedernholz aus dem Libanon und 14 einheimischen Holzarten, alle in ihren natürlichen Farben.
  • Wallfahrtskirche St. Michael in Violau und Sternwarte, aus dem 18. Jahrhundert
  • Wallfahrtskirche Maria Vesperbild bei Ziemetshausen
  • Wallfahrtskirche in Biberbach
  • Wallfahrtskirche Allerheiligen bei Scheppach (Markt Jettingen-Scheppach)
  • Votivkirche St. Thekla in Welden
  • Zahlreiche kleinere Barock- und Rokokokirchen des „Schwäbischen Pfaffenwinkels“

Siehe auch

  • Liste der Naturparks in Deutschland

Weblinks

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