Neuralrohr

Bilder des Neuralrohrs einer Maus 12.5 Tage nach der Befruchtung. Gefärbt wurde mit einem Antikörper gegen Neurofilament (grün) und Ki 67 (rot), ein Proliferationsmarker.

Das Neuralrohr ist die erste Entwicklungsstufe des zentralen Nervensystems der Chordatiere, insbesondere der Wirbeltiere, also auch des Menschen.

Es entsteht dadurch, dass sich das Ektoderm des Embryos an der Rückenseite (Neuralplatte) nach innen einwölbt. So entsteht eine längliche, im Querschnitt V-förmige Einsenkung, über der sich dann das Ektoderm wieder schließt. Das Neuralrohr liegt dorsal (rückenseitig) von der Chorda dorsalis.

Aus dem Neuralrohr entstehen bei Wirbeltieren das Rückenmark und das Gehirn. Bei Lanzettfischchen bleibt es als Nervensystem erhalten. Die Larven von Salpen zeigen ebenfalls ein Neuralrohr, das sich aber im weiteren Verlauf zurückentwickelt.

Beim Menschen erfolgt die Ausbildung des Neuralrohrs zwischen dem 19. und 28. Tag der Entwicklung. Störungen dieser Ausbildung, z. B. durch Mangel an Folsäure, kann zu Neuralrohrdefekten (Anenzephalie oder Spina bifida) führen.

Aus dem Lumen (dem Innenraum) des Neuralrohrs bildet sich das Ventrikelsystem des Gehirns und der Zentralkanal des Rückenmarks.

Weblinks

Die News der letzten Tage

22.11.2022
Meeresbiologie | Ökologie
Mikro- und Nanoplastik in Foraminiferen: eine Gefahr?
Einzeller mit Kalkgehäuse, Foraminiferen genannt, tragen maßgeblich zur Entstehung von Sand bei, der an Stränden, Inseln und Küstengebieten abgelagert wird.
22.11.2022
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Mikrobiologie | Physiologie
Eine komplizierte Mikrobe: Methanothermococcus thermolithotrophicus
Forschende kultivieren erfolgreich einen Mikroorganismus, der gleichzeitig Stickstoff (N2) fixiert sowie Methan (CH4) und Ammoniak (NH3) produziert und decken spannende Details seines Stoffwechsels auf.
21.11.2022
Klimawandel | Ökologie
Was sagen Regenwurm-Ausscheidungen über das eiszeitliche Wetter aus?
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eines internationalen Forschungsprojekts haben eine neue Methode angewendet, um das Klima der Vergangenheit zu rekonstruieren.
20.11.2022
Amphibien- und Reptilienkunde | Genetik | Taxonomie
Jetzt ist es sicher: Die vierte Anakonda-Art wurde verifiziert
Anhand alter noch vorhandener, aber bislang nicht ausgewerteter DNA-Proben gelang es einem Team, den Artstatus der bis über vier Meter lang werdenden Riesenschlange Eunectes beniensis molekulargenetisch abzusichern.
17.11.2022
Biochemie | Immunologie | Zytologie
Neue Einblicke in die Funktion von Mitochondrien
Mitochondrien sind vor allem als die Kraftwerke der Zellen bekannt, diese Zellorganellen sind aber nicht nur für die Energiebereitstellung von Bedeutung.
17.11.2022
Meeresbiologie | Taxonomie
Dornenkronenseesterne aus dem Roten Meer sind endemisch!
Neben dem Klimawandel stellen korallenfressende Dornenkronenseesterne (Acanthaster spp.
17.11.2022
Klimawandel | Meeresbiologie
Eisbedeckung im Südpolarmeer: Auswirkungen auf Meiofauna und Makrofauna
Wissenschaftlerinnen haben erstmals untersucht, wie sich Gemeinschaften von Meiofauna und Makrofauna unter verschiedenen Umweltbedingungen im Südpolarmeer zusammensetzen.
16.11.2022
Biochemie | Physiologie
Pflanzen zwischen Licht und Schatten
In der Forschung werden Pflanzen häufig unter konstantem Licht angezogen, was nicht den natürlichen Bedingungen in der Natur entspricht.