Oncotheca

Oncotheca
Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Oncothecaceae
Gattung: Oncotheca
Wissenschaftlicher Name der Familie
Oncothecaceae
Kobuski ex Airy Shaw
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Oncotheca
Baill.

Oncotheca ist die einzige Pflanzengattung der Familie der Oncothecaceae innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Sie kommt nur auf Neukaledonien vor.

Beschreibung

Die Oncotheca-Arten wachsen als immergrüne Sträucher oder Bäume. Die Holz-Anatomie ist relativ unspezialisiert: die Gefäße stehen einzeln und haben einen geringen Durchmesser, es sind Netztracheen. Die Knoten sind multilakunär.

Die wechselständig und spiralig an den Zweigenden konzentriert angeordneten Laubblätter sind mindestens kurz gestielt. Die ledrige Blattspreite ist einfach, verkehrt-eilanzettlich und fiedernervig. Cuticula und Hypodermis sind dick, das Mesophyll ist dick und schwammig. Diese Merkmale werden als Anpassung an die extrem nährstoffarmen Standorte (Peinomorphose) interpretiert. Der Blattrand ist glatt oder gezähnt. Nebenblätter sind keine vorhanden.

Die achselständigen, thyrsoid verzweigten Blütenstände sind aus zymösen Teilblütenständen zusammengesetzt. Es sind Hochblätter vorhanden. Die kleinen, radiärsymmetrischen, zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Es sind fünf Kelchblätter vorhanden. Die fünf Kronblättern sind glockenförmig kurz verwachsen. Es ist nur ein Kreis (es fehlt der äußere Kreis - die Staubblätter alternieren mit den Kronblättern) mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden, die untereinander frei sind. Die Staubfäden sind kurz. Fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, mit zwei hängenden Samenanlagen je Fach. Es sind fünf freie, kurze Griffel vorhanden.

Die Früchte sind zwei- bis fünfsamige, fleischige Schließfrüchte ähnlich der Steinfrucht. Die zwei (selten drei) Keimblätter (Kotyledonen) sind kurz.

Systematik und Verbreitung

Die Oncothecaceae werden innerhalb der Euasteriden I keiner Ordnung zugeteilt.[1]

Am nächsten verwandt sind die Metteniusaceae. [2]

Es gibt nur zwei Arten in dieser Gattung und Familie. Die zwei Arten kommen nur in Neukaledonien vor.

  • Oncotheca balansae
  • Oncotheca humboldtiana

Diese Gattung wurde früher den Familien Aquifoliaceae oder Ebenaceae zugeordnet, und 1965 als eigene Familie beschrieben. Cronquist und Takhtajan stellten sie in die Ordnung Theales. Molekulargenetische Untersuchungen konnten keine dieser systematischen Zuordnungen bestätigen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III Botanical Journal of the Linnean Society, Band 161, 2009, S. 105-121.
  2. Favio González, Julio Betancur, Olivier Maurin, John V. Freudenstein, Mark W. Chase: Metteniusaceae, an early-diverging family in the lamiid clade, in: Taxon 56(3): 795-800, 2007

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News

05.03.2021
Mikrobiologie | Zytologie
Neue Form der Symbiose entdeckt
Sie werden auch Kraftwerke der Zellen genannt: Die Mitochondrien.
05.03.2021
Insektenkunde | Video
Ameisenforscherin Susanne Foitzik untersucht die Weltmacht auf sechs Beinen
Onlinebeitrag der Sendung natürlich!: Ameisenforscherin Susanne Foitzik untersucht die "Weltmacht auf sechs Beinen"
03.03.2021
Ökologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Produktion nachhaltiger Lebensmittel in Aquakulturen
Eine nachhaltige Lebensmittelproduktion in Aquakulturen ganz ohne Mikroplastik. Das ist das langfristige Ziel eines neuen und über zwei Jahre laufenden Forschungsprojektes.
03.03.2021
Botanik | Biochemie | Entwicklungsbiologie
Wie eine Pflanze ihr Wachstum reguliert
Pflanzen zeigen polares Wachstum: Der Spross von Pflanzen wächst zum Licht, um dieses optimal nutzen zu können und die Wurzeln wachsen in Richtung des Erdmittelpunktes in den Boden.
02.03.2021
Zytologie | Genetik
Genetisches Material in Taschen verpacken
Alles Leben beginnt mit einer Zelle.
02.03.2021
Biodiversität
Artenspürhunde - Schnüffeln für die Wissenschaft
Die Listen der bedrohten Tiere und Pflanzen der Erde werden immer länger.
28.02.2021
Anthropologie | Genetik
64 menschliche Genome als neue Referenz für die globale genetische Vielfalt
Eine internationale Forschungsgruppe hat 64 menschliche Genome hochauflösend sequenziert.
28.02.2021
Neurobiologie | Insektenkunde
Wie Insekten Farben sehen
Insekten und ihre hochentwickelte Fähigkeit Farben zu sehen und zum Beispiel Blüten unterscheiden zu können, sind von zentraler Bedeutung für die Funktion vieler Ökosysteme.
28.02.2021
Genetik | Virologie
Retroviren schreiben das Koala-Genom um
Koalas sind mit zahlreichen Umwelt- und Gesundheitsproblemen konfrontiert, die ihr Überleben bedrohen.
26.02.2021
Ökologie | Paläontologie
Student entwickelt ein neues Verfahren, um Millionen Jahre alte Ökosysteme zu rekonstruieren
Niklas Hohmann, Masterstudent der Geowissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), hat einen neuen Algorithmus entwickelt, mit dem sich die Abfolge von Ökosystemen durch die Erdgeschichte besser rekonstruieren lässt.
26.02.2021
Klimawandel | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Unterirdische Biodiversität im Wandel
Durch den globalen Wandel wird die Vielfalt der Bakterien auf lokaler Ebene voraussichtlich zunehmen, während deren Zusammensetzung sich auf globaler Ebene immer ähnlicher wird.
25.02.2021
Botanik | Ökologie | Klimawandel | Video
Wald im Trockenstress: Schäden weiten sich weiter aus
Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020 zeigen: Die anhaltenden Dürrejahre fordern Tribut.
24.02.2021
Physiologie | Primatologie
Geophagie: Der Schlüssel zum Schutz der Lemuren?
Kürzlich wurde eine transdisziplinäre Forschung über die Interaktionen zwischen Böden und Darm-Mykobiom (Pilze und Hefen) der Indri-Indri-Lemuren veröffentlicht.
24.02.2021
Mikrobiologie | Evolution
Vom Beginn einer evolutionären Erfolgsstory
Unser Planet war bereits lange von Mikroorganismen besiedelt, bevor komplexere Lebewesen erstmals entstanden und sich nach und nach zur heute lebenden Tier- und Pflanzenwelt entwickelten.
24.02.2021
Genetik
Cre-Controlled CRISPR: konditionale Gen-Inaktivierung wird einfacher
Die Fähigkeit, ein Gen nur in einem bestimmten Zelltyp auszuschalten, ist für die modernen Lebenswissenschaften wesentlich.
24.02.2021
Land-, Forst- und Viehwirtschaft | Fischkunde
Bald nur noch ängstliche Fische übrig?
Über die Fischerei werden vor allem größere und aktivere Fische aus Populationen herausgefangen.
23.02.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Placebos wirken auch bei bewusster Einnahme
Freiburger Forschende zeigen: Scheinmedikamente funktionieren auch ohne Täuschung. Probanden waren über Placebo-Effekt vorab informiert.
23.02.2021
Botanik | Klimawandel
Auswirkungen des Klimas auf Pflanzen mitunter erst nach Jahren sichtbar
Die Auswirkungen von Klimaelementen wie Temperatur und Niederschlag auf die Pflanzenwelt werden möglicherweise erst Jahre später sichtbar.
23.02.2021
Ökologie | Klimawandel
Biologische Bodenkrusten bremsen Erosion
Forschungsteam untersucht, wie natürliche „Teppiche“ Böden gegen das Wegschwemmen durch Regen schützen.
23.02.2021
Mikrobiologie | Meeresbiologie
Süße Algenpartikel widerstehen hungrigen Bakterien
Eher süß als salzig: Mikroalgen im Meer produzieren jede Menge Zucker während der Algenblüten.
21.02.2021
Evolution | Biochemie
Treibstoff frühesten Lebens – organische Moleküle in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen nachgewiesen
Erstmalig konnten biologisch wichtige organische Moleküle in archaischen Fluideinschlüssen nachgewiesen werden. Sie dienten sehr wahrscheinlich als Nährstoffe frühen Lebens auf der Erde.
21.02.2021
Evolution | Biochemie
Origin of Life - Begann die Darwin’sche Evolution schon, bevor es Leben gab?
Ehe Leben auf der Erde entstand, gab es vor allem eines: Chaos.
21.02.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Kommunikationsfähigkeit von Menschen im REM-Schlaf
Mit schlafenden Versuchspersonen lassen sich komplexe Nachrichten austauschen. Das haben Wissenschaftler jetzt in Studien gezeigt.
21.02.2021
Paläontologie | Insektenkunde
Fossile Larven - Zeitzeugen in Bernstein
Eine ungewöhnliche Schmetterlingslarve und eine große Vielfalt an Fliegenlarven. LMU-Zoologen haben in Bernstein fossile Bewohner Jahrmillionen alter Wälder entdeckt.
21.02.2021
Ethologie | Ökologie
Wölfe in der Mongolei fressen lieber Wild- als Weidetiere
Wenn das Angebot vorhanden ist, ernähren sich Wölfe in der Mongolei lieber von Wildtieren als von Weidevieh.