Schlichtroller

Schlichtroller
HemigaleHoseiSmit.jpg

Schlichtroller (Diplogale hosei)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Bänder- und Otterzivetten (Hemigalinae)
Gattung: Diplogale
Art: Schlichtroller
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Diplogale
Thomas, 1912
Wissenschaftlicher Name der Art
Diplogale hosei
(Thomas, 1892)

Der Schlichtroller (Diplogale hosei) ist eine Raubtierart aus der Familie der Schleichkatzen (Viverridae). Er ist im nördlichen Borneo endemisch und zählt zu den seltensten und unbekanntesten Vertretern seiner Familie.

Er ähnelt dem nahe verwandten Bänderroller, ist aber im Gegensatz zu diesem nicht gemustert, sondern einfärbig braun gefärbt. Die Unterseite ist heller, meist gelbgrau oder rötlich. Die Füße und der Schwanz sind schwarz. Sein Körperbau ist schlank und langgestreckt, auffallend ist die spitze Schnauze. Schlichtroller erreichen eine Kopfrumpflänge von 47 bis 54 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 28 bis 34 Zentimeter.

Alle Exemplare wurden bislang in Gebirgswäldern im nördlichen Borneo gefunden. Über die Lebensweise ist kaum etwas bekannt. Schlichtroller leben vermutlich vorwiegend am Boden und sind wahrscheinlich wie die meisten Schleichkatzen nachtaktiv. Aus dem Mageninhalt der gefundenen Exemplare schließt man, dass Würmer und Insekten den Hauptbestandteil der Nahrung bilden.

Bislang wurden nur 15 Exemplare dieses Tieres gefunden, das letzte im Jahr 1955, sodass ihre gegenwärtige Populationsgröße und Gefährdungsgrad unbekannt sind. Nach Meinung einiger Forscher könnte es sich bei einer im Dezember 2005 auf Borneo fotografierten unbekannten Tierart um einen Schlichtroller handeln, andere halten dieses Tier für eine neue Spezies.

Verbreitungskarte des Schlichtrollers

Weblinks

  • Diplogale hosei in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: Mustelid Specialist Group, 1996. Abgerufen am 11. Mai 2006

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.
10.05.2021
Physiologie
Orientierungssinn von Fledermäusen
Säugetiere sehen mit den Augen, hören mit den Ohren und riechen mit der Nase.
06.05.2021
Anthropologie | Ethologie
Ältestes menschliches Begräbnis in Afrika
Eine neue Studie berichtet über die älteste bekannte Bestattung eines modernen Menschen in Afrika.
05.05.2021
Ethologie | Evolution
Verhaltensänderungen beim Eis-Essen
Wie Lernen und Evolution zusammenhängen, erforschen die Verhaltenswissenschaften seit über 100 Jahren. Bisher ohne allgemeingültige Antwort.