Sverre Patursson

Sverri Patursson. Färöische Briefmarke FR 93 vom 28. April 1984. Graveur: Czesław Słania

Sverre Patursson, in heutigem Färöisch auch Sverri, (* 22. September 1871 in Kirkjubøur, Färöer; † 10. November 1960 ebenda) war ein färöischer Schriftsteller. Er gilt als der erste Prosa-Autor des Landes und widmete sich besonders der Ornithologie.

Leben

Die erste Nummer von Fuglaframi vom 12. April 1898

Sverre wurde 1871 auf dem bekannten Königsbauernhof in Kirkjubøur als Sohn von Poul Peder Pedersen (1836–1893) und dessen Frau Ellen Cathrine Djonesdatter (1840–1934) geboren. Seine älteren Geschwister Súsanna Helena und Jóannes sollten, wie er, wichtige Persönlichkeiten des Landes werden.

Nach seiner Ausbildung in Dänemark und Norwegen, gründete er 1895 den ersten Jugendverband der Färöer, Sólarmagn. Er arbeitete als Journalist, seine Artikel wurde auch außerhalb der Färöer abgedruckt. Von 1898 bis 1902 gab er seine eigene Zeitschrift heraus, Fuglaframi. Dort setzte er sich als Fachautor auf herausragende Weise für die bedrohte färöische Vogelwelt ein, wofür er heute noch verehrt wird. Nicht zuletzt ist es ihm zu verdanken, dass die jährliche Ankunft des Austernfischers (Tjaldur) am 12. März als Grækarismessa als Feiertag etabliert wurde. Daneben hat Sverre Patursson 1914 Robinson Crusoe ins Färöische übersetzt (zuletzt 1990 wieder aufgelegt).

Werke

  • Fuglar og fólk. Øssur Patursson, Kirkjubøur 1968. (176 Seiten, Färöisch. Vögel und Menschen)
  • Fram við Sugguni : søgur, greinir, røður og yrkingar. Emil Thomsen, Tórshavn 1971. (172 Seiten, Färöisch. Geschichten, Artikel, Reden und Gedichte)
  • Fuglaframi: 1898–1902. Offset-prent, Emil Thomsen, Tórshavn 1972. (408 Seiten, vollständiger Nachdruck der gesammelten Ausgaben der Zeitschrift)
  • Fra Færøernes næringsveie i tekst og billeder : med historisk oversigt. Sjóvinnubankin, Tórshavn 1982. (76 Seiten, Dänisch. Über die färöischen Erwerbszweige)
  • Ábal og aðrar søgur. Føroya skúlabókagrunnur, 2. Auflage Tórshavn 2004. (45 Seiten, färöisches Schulbuch, Erzählungen)
    • deutsch: Ernst Krenn (Hrsg. u. Übersetzer): Abal und die Möwen. Röth, Eisenach/Kassel 1957 (Das Gesicht der Völker, Nordgermanischer Kulturkreis)
    • Verena Stössinger, Anna Katharina Dömling (Hrsg.): „Abal“. In: »Von Inseln weiß ich...« Geschichten von den Färöern. Unionsverlag, Zürich 2006, ISBN 3-293-00366-4

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

21.04.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Wie Rifforganismen dem Klimawandel trotzen könnten
Eine neue Untersuchung tropischer Foraminiferen zeigt, wie diese kalkbildenden Einzeller auf Ozeanversauerung und -erwärmung reagieren.
19.04.2021
Neobiota
Ausbreitung zweier invasiver Arten: Waschbären und Marderhunde
Der aus Asien stammende Marderhund und der nordamerikanische Waschbär werden sich in Zukunft in Europa vermutlich noch weiter ausbreiten.
19.04.2021
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen
Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen.
19.04.2021
Anthropologie | Entwicklungsbiologie
Evolution der menschlichen Geburtsprobleme
Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind menschliche Neugeborene im Vergleich zur Breite des mütterlichen Geburtskanals sehr groß, was zu einem hohen Risiko sowohl für das Baby als auch die Mutter werden kann.
15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.